RKI-Bericht: Corona-Fallsterblichkeit seit Ende Juli unter einem Prozent

  • Trotz der stark gestiegenen Zahl an Corona-Infektionen in Deutschland ist die Fallsterblichkeit aktuell verhältnismäßig gering.
  • Weniger als ein Prozent der gemeldeten Corona-Infizierten ist seit Ende Juli an den Folgen der Infektion gestorben, heißt es im RKI-Lagebericht.
  • Der überwiegende Teil der insgesamt über 9800 Corona-Toten seit Beginn der Pandemie ist 70 Jahre oder älter.
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Berlin. Weit weniger als jeder Hundertste der gemeldeten Corona-Infizierten in Deutschland ist zuletzt an oder mit Beteiligung der Infektion gestorben. Das geht aus dem aktuellen Lagebericht des Robert-Koch-Instituts (RKI) von Dienstagabend hervor. Demnach liegt der Anteil Verstorbener an allen laborbestätigten Sars-CoV-2-Infektionen seit der Kalenderwoche 30 (20.7. bis 26.7.) kontinuierlich bei unter einem Prozent. Zuletzt lag der Anteil der Verstorbenen bei 0,13 Prozent in der Kalenderwoche 42 (12.10. bis 18.10.), allerdings seien die Daten dieser Woche noch nicht aussagekräftig, da der Ausgang der Erkrankungen teilweise noch unklar sei, heißt es im RKI-Bericht.

Mehrheit der Corona-Toten 70 Jahre oder älter

Der überwiegende Teil (85 Prozent) der mehr als 9800 Corona-Toten seit Beginn der Pandemie war laut RKI 70 Jahre oder älter. Unter 50 Jahre alt waren 130 Betroffene, was 1,3 Prozent aller Corona-Toten entspricht. Die Zahl der Toten pro Woche hatte Anfang April mit mehr als 1600 ihren Höchststand erreicht und war dann deutlich gesunken. Seit Anfang September stieg sie wieder leicht an und lag zuletzt bei etwa 200 Fällen binnen sieben Tagen.

Mit Blick auf die gesamte Pandemie in Deutschland gab das RKI die Fallsterblichkeit am Dienstag mit 2,6 Prozent an. Dass diese Zahl wesentlich höher ist als die Sterblichkeit in den vergangenen Wochen, liegt vor allem an den höheren Werten im Frühjahr. Damals hatten sich vermehrt Ältere angesteckt, zudem wurden weniger Menschen ohne oder mit nur leichten Symptomen getestet.

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Studie in WHO-Magazin: Infektionssterblichkeit in den meisten Weltregionen unter 0,2

Wichtig zu wissen ist, dass sich die RKI-Angaben zur Sterblichkeit auf die nachgewiesenen Corona-Fälle beziehen – die sogenannte Fallsterblichkeit. Da es eine Dunkelziffer bei den Neuinfektionen gibt, dürfte der Wert der Toten bezogen auf alle Infizierten – die sogenannte Infektionssterblichkeit – niedriger liegen.

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Zuletzt hatte eine Studie zur Infektionssterblichkeit in einem Magazin der Weltgesundheitsorganisation (WHO) für Aufsehen gesorgt, wonach in den meisten Weltregionen vermutlich weniger als 0,2 Prozent aller Corona-Infizierten sterben. Der Autor John Ioannidis von der kalifornischen Stanford University betont jedoch darin, dass die Sterblichkeit sehr stark von verschiedenen Faktoren abhänge – insbesondere der Altersstruktur in einer Gesellschaft und davon, wie sehr es gelinge, verletzliche Gruppen vor einer Infektion zu schützen.

RND/dpa/bk

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