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RKI-Studie: Corona-Maßnahmen verhindern 200.000 Infektionen in Kliniken und Pflegeheimen

  • Eine Studie von Forschern und Forscherinnen des Robert Koch-Instituts (RKI) zeigt, wie sehr die Corona-Maßnahmen gefährdete Risikogruppen in Krankenhäusern und Pflegeheimen geschützt haben.
  • Bis September 2021 sollen demnach etwa 200.000 Corona-Infektionen in diesen Einrichtungen verhindert worden sein.
  • Die Forscher und Forscherinnen konnten auch die These widerlegen, dass Menschen in Einrichtungen durch Abriegelung besser geschützt seien.
Heidi Becker
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Gerade in Krankenhäusern und Pflegeheimen finden sich vulnerable Gruppen: Menschen, die ein höheres Risiko für einen schweren Krankheits­verlauf bei einer Coronavirus-Infektion haben. Eine Studie von Wissenschaftlern und Wissenschaft­lerinnen des Robert Koch-Institutes (RKI) zeigt nun, was die Corona-Maßnahmen in diesen Einrichtungen verhindert – und wie sich Ausbrüche ab dem Beginn der Impfkampagne verändert haben.

Laut der Studie, die im Fachjournal „The Lancet“ veröffentlicht wurde, haben die Corona-Maßnahmen bis September 2021 etwa 200.000 Corona-Infektionen in Krankenhäusern und Pflegeheimen verhindert. Die Forscher und Forscherinnen konnten ebenfalls die These widerlegen, dass Menschen in Einrichtungen durch Abriegelung besser geschützt seien. Die Zahl der Infektions­cluster zu einer Zeit, als Besucher und Besucherinnen der Zutritt in Einrichtungen verwehrt wurde, deutet darauf hin, dass das Coronavirus durch das Personal eingeschleppt wurde.

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Zusammenhang zwischen den Infektionen

Als Basis für die Untersuchung galten die Infektions­daten von 14 der 16 Bundesländer während der vier Corona-Wellen. Die Forscher und Forscherinnen des RKI haben herausgefunden, dass die Corona-Lage in Einrichtungen während der ersten und zweiten Corona-Welle deutlich mit der Corona-Lage in der gesamten Bevölkerung zusammenhing.

Demnach stieg die Zahl der Infektionen in Einrichtungen immer dann, wenn sich auch die Infektionen beim Rest der Bevölkerung vermehrten.

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Um Prognosen für spätere Wellen zu erstellen, galt die Zeit von April bis Juli 2020 als Grundlage – da es zu diesem Zeitpunkt noch keine oder kaum Corona-Maßnahmen und keine Impfungen gab. Innerhalb der zweiten Corona-Welle gab es dann zwar immer noch keine Impfkampagne, Kontakt­beschränkungen und Maskenpflicht waren aber beschlossen. Laut den Forschern und Forscherinnen wurden innerhalb der zweiten Corona-Welle so bereits fast 20.000 Infektionen in Krankenhäusern und 35.000 Infektionen in Pflegeheimen verhindert.

Schulungen für Pflegepersonal

Ab der dritten Corona-Welle und mit Beginn der Impfkampagne soll der Studie zufolge auch der Zusammenhang zwischen den Infektionen in der Gesamt­bevölkerung und denen in Einrichtungen geringer geworden sein. Schätzungsweise 28.000 Infektionen in Krankenhäusern und mehr als 100.000 Fälle in Pflege­einrichtungen sollen dann verhindert worden sein. In der vierten Welle wurden dann noch einmal mehr als 26.000 Infektionen durch die Corona-Maßnahmen verhindert.

Was die Studie auch zeigt: In Pflegeheimen traten die Ausbrüche im Vergleich zu Krankenhäusern häufiger auf und wurden auch größer – die Cluster in Krankenhäusern wurden kleiner. Die Forscher und Forscherinnen meinen, dass sich die Veränderung der Infektions­cluster damit erklären lassen könnte, dass das Personal in Krankenhäusern besser darauf geschult wurde, nicht medizinische Corona-Maßnahmen umzusetzen. Derartige Schulungen könnten der Studie zufolge zukünftig auch dem Personal in Pflegeeinrichtungen helfen, die Bewohner und Bewohnerinnen besser vor Infektions­krankheiten zu schützen.

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