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RKI-Chef Wieler mahnt: „Es ist mit vielen weiteren Todesfällen zu rechnen“

  • Um das Infektionsgeschehen in Deutschland unter Kontrolle zu bekommen, müssen die Corona-Fälle deutlich stärker gesenkt werden.
  • Laut RKI sei noch keine Besserung in Sicht.
  • Hinzu kommt, dass Gesundheitsämter und einzelne Krankenhäuser weiter an ihre Belastungsgrenzen stoßen.
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Berlin. Die Zahl der neuen Corona-Fälle in Deutschland muss aus Sicht des Robert Koch-Instituts (RKI) deutlich stärker gesenkt werden, um das Infektionsgeschehen unter Kontrolle zu bekommen. „Die Lage bleibt weiter sehr angespannt“, sagte RKI-Präsident Lothar Wieler am Donnerstag in Berlin. Auch nach den Beschränkungen der vergangenen Wochen, die die Fallzahlen als ersten Erfolg stabilisiert hätten, seien sie immer noch zu hoch. „Sie sinken nicht spürbar.“

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RKI: „Es infizieren sich immer noch zu viele Menschen“
1:13 min
Das Robert-Koch-Institut (RKI) meldete am Donnerstag einen Höchststand der ans RKI übermittelten Todesfälle in Zusammenhang mit Sars-Cov2.  © Reuters
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Wieler: “Wir müssen unsere ältesten Menschen dringend schützen”

Die Gesundheitsämter seien zusehends erschöpft und schafften es nicht mehr zu ermitteln, wo sich Betroffene angesteckt haben. In einzelnen Regionen kämen auch Krankenhäuser an ihre Belastungsgrenzen: Die Zahl der schweren Verläufe und Todesfälle steige von Woche zu Woche an, weil mehr Infektionen in höheren Altersgruppen beobachtet würden. Da sich immer mehr ältere Menschen infizieren, sei auch weiterhin mit vielen Todesfällen zu rechnen. Bedenklich seien auch die Ausbrüche in Alten- und Pflegeheimen, sagte Wieler. Während es in Krankenhäusern offenbar gelungen sei, Ansteckungen zu verhindern, gebe es in den Heimen ähnlich viele Fälle wie im Frühjahr. Das zeige, dass die Präventionsmaßnahmen dort nicht ausreichen, sagte Wieler. Das RKI habe Empfehlungen für den Schutz von Heimbewohnern ausgearbeitet. “Damit diese umgesetzt werden können, benötigen die Alten- und Pflegeheime aber auch Ressourcen, dafür sollten die Träger jetzt sorgen”, sagte Wieler. “Wir müssen unsere ältesten Menschen dringend schützen.”

Wieler rief auch eindringlich dazu auf, Regeln zu Abstand, Hygiene und Alltagsmasken „immer und überall“ zu beherzigen. Ziel sei es nach wie vor, die Zahl der Infektionen einzudämmen und gleichzeitig besonders gefährdete Gruppen zu schützen. “Tun Sie es für sich, aber tun Sie es auch für Oma und Opa.”

Zweithöchster Stand an Corona-Todesfällen

In Deutschland wurden laut RKI nun 22.046 neue Infektionen binnen 24 Stunden gemeldet - etwas weniger als am Donnerstag der Vorwoche mit 22.268. Mit 479 neuen Todesfällen innerhalb eines Tages gab es jetzt den zweithöchsten Stand seit Beginn der Pandemie. Um die Virus-Ausbreitung einzudämmen, hatten Bund und Länder beschlossen, den seit Anfang November geltenden Teil-Lockdown mit Schließungen zahlreicher Einrichtungen bis 10. Januar 2021 zu verlängern.

RND/ih/dpa

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