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3120 Dollar pro Behandlung: Hersteller von Corona-Medikament Remdesivir in der Kritik

  • Eine Ampulle des Corona-Medikamentes Remdesivir wird in den USA mit einem Preis von 520 Dollar aufgerufen.
  • Deswegen gerät der Hersteller, Gilead Sciences, zunehmend in die Kritik – denn eine Ampulle des Mittels kostet in der Herstellung nur einen Dollar.
  • Remdesivir ist derzeit das einzige zugelassene Medikament für die Behandlung von Covid-19.
Michèle Förster
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Der Hersteller des Corona-Medikaments Remdesivir steht derzeit wegen seiner Preisgestaltung in der Kritik. Ein Zusammenschluss von US-Generalstaatsanwälten wirft Gilead Sciences vor, aus der Corona-Pandemie Profit zu schlagen, wie die “RP” berichtet. Gilead habe “keinen angemessenen Preis für Remdesivir festgelegt und sollte nicht von der Pandemie profitieren und mehr tun, um mehr Menschen zu helfen”, hieß es demnach in einem Brief an die amerikanischen Gesundheitsbehörden.

Eine Ampulle kostet einen Dollar in der Herstellung

Das amerikanische “Institute for Clinical and Economic Review” schätzt, dass die Herstellung einer Remdesivir-Ampulle in der Herstellung etwa einen US-Dollar kostet. Der Pharmakonzern berechnet amerikanischen Patienten mit einer privaten Krankenversicherung jedoch 520 US-Dollar pro Ampulle. Damit kostet die Behandlung einer schweren Corona-Erkrankung mit dem Medikament Remdesivir sogar 3120 US-Dollar, da mehrere Ampullen notwendig sind.

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Auch Joe Torsella, der Schatzmeister des Staates Pennsylvania und Aktionär des Unternehmens, forderte Gilead auf, die Preisgestaltung für die Covid-19-Behandlung mit Remdesivir zu überdenken. “Amerikanische Steuerzahler verdienen einen fairen Preis für ein Medikament, für dessen Entwicklung sie bereits bezahlt haben”, sagte Torsella in einer Mitteilung der Regierungsbehörde. Denn die Entwicklung des ursprünglich als Ebola-Medikament konzipierten Mittels Remdesivir wurde seit 2015 mit mindestens 70 Millionen US-Dollar Steuergeldern finanziert.

Remdesivir-Behandlung soll in Deutschland 2000 Euro kosten

Ende Juni hatte Gilead Sciences bekannt gegeben, was eine Behandlung mit dem Medikament in Deutschland kosten soll. Der vom Konzern vorgelegten Rechnung zufolge sind in Industrieländern etwa 2000 Euro für eine fünftägige Behandlung mit insgesamt sechs Dosen des Medikaments fällig. Eine Ampulle Remdesivir wird demnach mit etwa 346 Euro (390 Dollar) gehandelt.

Doch das ist nicht überall so. Der indische Pharmakonzern Cipla hat im vergangenen Monat eine generische Version von Remdesivir auf den Markt gebracht, die im Wirkstoff mit dem US-Medikament übereinstimmt. Wie die Zeitung “The Indian Express” berichtet, kostet eine Ampulle des indischen Medikaments jedoch nur 53,34 US-Dollar, ein Zehntel des Preises, den Gilead genannt hat.

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Internationalen Studien zufolge verkürzt Remdesivir die durchschnittlich benötigte Erholungsdauer bei einer Covid-19-Infektion von 15 auf elf Tage. Die EU-Kommission hat sich bereits Remdisivir im Wert von 63 Millionen Euro gesichert. Damit sollen ab August 30.000 schwer kranke Covid-19-Patienten behandelt werden.

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