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Psychiater über Trump: US-Präsident weist Züge eines bösartigen Narzissten auf

  • Donald Trump weist Züge eines bösartigen Narzissten auf, behauptet der US-Psychiater Otto Kernberg.
  • Es ist nicht die erste Ferndiagnose des US-Präsidenten.
  • Sogar in einer Petition wurde vor seinem Verhalten gewarnt.
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New York. Übertriebene Selbstdarstellung, Überschätzung von Kompetenzen, fehlende Empathie für andere, aggressives und abwertendes Verhalten bei Misserfolgen – das sind nur einige wenige Merkmale, an denen Psychologen eine narzisstische Persönlichkeitsstörung erkennen. Eine Steigerung dieser Störung ist der “maligne”, der bösartige Narzissmus. Züge dessen “können Sie öffentlich bei Trump beobachten”, sagte US-Psychiater Otto Kernberg dem “Spiegel”.

Nichte betitelt Trump als Narzissten

Dem US-Präsidenten wurden schon öfters narzisstische Verhaltenszüge diagnostiziert. Zuletzt unter anderem von seiner Nichte Mary L. Trump. In ihrem Buch “Too Much and Never Enough – How My Family Created the World’s Most Dangerous Man” (zu deutsch: Zu viel und nie genug – Wie meine Familie den gefährlichsten Mann der Welt erschuf) beschrieb sie Donald Trump als verlogenen und kaltherzigen Narzissten.

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Auch einige von Kernbergs Berufskollegen interpretieren den Größenwahn des US-Präsidenten, seine vielen Lügen und Rachsucht als Form des bösartigen Narzissmus. “Führung und Vorbild mit den Charakteristika, die man an ihm beobachten kann, sind gefährlich für die Gesellschaft”, sagte Kernberg gegenüber dem “Spiegel”. Der 92-jährige Psychiater gilt als Koryphäe der Erforschung und Behandlung schwerer Persönlichkeitsstörungen wie Narzissmus.

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Hinter Narzissmus steckt meist ein instabiles Selbstwertgefühl

“Bis zu einem gewissen Maße ist Narzissmus nur ein anderer Begriff für ein gesundes Streben nach Selbstwert”, sagt der Hamburger Psychiater und Psychotherapeut, Professor Claas-Hinrich Lammers. Erst wenn der Narzissmus bei dem Betroffenen und seiner Umgebung zu Leiden führt, sprechen Psychologen von einer narzisstischen Persönlichkeitsstörung.

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Betroffene haben ein überhöhtes, aber zugleich instabiles Selbstwertgefühl. Das versuchen sie durch übertriebene und realitätsverzerrende Selbstdarstellung auszugleichen. Sie tendieren dazu, ihre Kompetenzen und Errungenschaften zu überschätzen.

Menschen mit dieser Störung stellen sich über andere und versuchen, deren Leistungen und Errungenschaften klein zu halten oder abzuwerten. Sie zeigen wenig Mitgefühl und Interesse für andere. Werden ihre Wünsche nicht erfüllt, hagelt es Kritik. Stellen sich Misserfolge ein, reagieren sie mit Ärger, Aggression oder abwertenden Äußerungen.

Psychiater stellen Ferndiagnose für Trump

Die US-amerikanische Psychiaterin Bandy X. Lee glaubt, dass Donald Trump sogar das “reale Potenzial habe, immer gefährlicher und zu einer Bedrohung für die Sicherheit der Nation zu werden”. Das schrieben Lee und zwei weitere psychiatrische Fachleute in einer beim US-Kongress im Dezember 2019 eingereichten Petition, die von 350 weiteren Mitarbeitern des Gesundheitswesens unterzeichnet wurde. In der Erklärung, die der Petition beigefügt worden war, behaupteten die Psychiater, dass die psychische Eignung des Präsidenten rapide abnehme, berichtete die “Yale Daily News”.

Eigentlich steht es Psychologen und Psychiatern nicht zu, eine psychologische Ferndiagnose von einer Person zu stellen. Dieser Vorgang widerspricht der sogenannten Goldwater-Regel. Auch Kernberg will den US-Präsidenten öffentlich nicht für krank erklären: “Weil wir als Psychiater keine Diagnose von einer Person stellen können, die wir nicht in unserer Praxis gesehen haben”, sagte er dem “Spiegel”. Als gefährlich bezeichnet er Trump dennoch.

RND/Laura Beigel/dpa

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