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Potenzmittel im Test: Alle untersuchten Wirkstoffe nur „mit Einschränkungen geeignet“

Probleme beim Sex: In 80 Prozent der Fälle haben Erektionsprobleme eine körperliche Ursache.

Hannover. Noch immer ist es ein Tabuthema, dabei sind viele Männer davon betroffen. 30 bis 50 Prozent der über 40-Jährigen hatten schon mit Erektionsstörungen Probleme und die Liste möglicher Ursachen ist lang. Bei Jüngeren sind es oft psychische Auslöser: Nervosität, Stress aber auch zu viel Alkohol können eine Erektion erschweren oder erst gar nicht möglich machen. Laut Studien können auch depressive Verstimmungen der Grund sein. Bei psychischen Ursachen kann eine Paar- oder Einzeltherapie hilfreich sein – oder mal offen mit dem Partner oder der Partnerin darüber zu sprechen.

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In 80 Prozent der Fälle gibt es körperliche Ursachen

Auch im Alter steigt die Wahrscheinlichkeit einer Erektionsstörung. In 80 Prozent der Fälle ist die Ursache körperlich bedingt. Tritt die Störung häufiger und über eine längere Zeit auf, sollte auf jeden Fall ein Arzt, am besten ein Urologe, aufgesucht werden. Experten warnen davor, rezeptpflichtige Medikamente auf unseriösen Internetseiten zu bestellen. Denn: Im Netz sind viele Fälschungen unterwegs – ohne Wirkstoff, mit falsch angegebener Wirkstoffmenge oder auch ganz anderen Wirkstoffen.

Körperliche Auslöser können beispielsweise Durchblutungsstörungen sein. Diese bewirken, dass die Schwellkörper mit zu wenig Blut versorgt und somit der Penis nicht steif werden kann. Wiederum kann eine Impotenz auch auf ein Herz- oder Gefäßleiden hindeuten, das ein erhöhtes Risiko von Herzinfarkten oder Schlaganfällen darstellt. Diabetes und seine Folgekrankheiten können auch Grund für eine erektile Dysfunktion, so der medizinische Begriff, sein. Genauso wie bestimmte Medikamente, darunter Antidepressiva oder auch blutdrucksenkende Mittel.

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Ergebnisse von Stiftung Warentest

Stiftung Warentest hat verschiedene rezeptpflichtige Arzneimittel bewertet, die der Behandlung organisch bedingter Impotenz dienen. Alle getesteten Wirkstoffe seien mit Vorsicht zu genießen und nur eingeschränkt geeignet. Bei der Form der Medikation wird zwischen Tabletten und dem Zuführen durch eine Spritze oder einem Stäbchen unterschieden.

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In Tablettenform können Phosphodiesterase-Hemmer (PDE-Hemmern) eingenommen werden. Diese setzen allerdings voraus, dass der Mann sexuell erregt ist und seine Nervenbahnen intakt sind. Getestet wurden vier verschiedene PDE-Hemmer, darunter Sildenafil, das in Viagra verwendet wird. Alle wurden als „mit Einschränkungen geeignet“ eingestuft, da die Wirkstoffe schwere Nebenwirkungen verursachen könnten. „Wer aufgrund von Durchblutungsstörungen an einer schweren Herz-, Gehirn- oder Augenerkrankung leidet, darf die Mittel nicht einnehmen“, warnen die Tester. Zudem wird von einer Kombination mit Medikamenten, wie Nitraten oder Molsidomin, abgeraten. Nutzen und Risiken sollten daher immer zusammen mit einem Arzt abgewogen werden.

Zum anderen gibt es den Arzneistoff Alprostadil – der kann gespritzt oder mit einem Stäbchen in die Harnröhre eingeführt werden. Das gelingt auch ohne intakte Nervenbahnen und ist daher für zum Beispiel querschnittsgelähmte Menschen geeignet. Stiftung Warentest hat Alprostadil ebenfalls als „mit Einschränkungen geeignet“ bewertet. Der Wirkstoff könne gefährliche Dauererektionen auslösen und sollte erst eingesetzt werden, falls PDE-Hemmer nicht verwendet werden können oder nicht ausreichend sind. Bei einer eingepflanzten Penisprothese oder Herz-Kreislauf-Erkrankungen sollte Alprostadil allerdings nicht eingesetzt werden.

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