• Startseite
  • Gesundheit
  • Physikerin Priesemann spricht sich für 3G-Regel aus: „2G bedeutet, Menschen auszuschließen“

Physikerin Priesemann spricht sich für 3G-Regel aus: „2G bedeutet, Menschen auszuschließen“

  • Das 2G-Modell ist politisch wie wissenschaftlich umstritten – denn Effekte auf die Infektionsdynamik sind nicht prognostizierbar.
  • In einem Interview spricht sich Physikerin Viola Priesemann nun dagegen aus.
  • Aus ihrer Sicht spricht vor allem gegen 2G, dass das Modell „bedeutet, Menschen auszuschließen“.
Anzeige
Anzeige

Um im Kampf gegen die Corona-Pandemie voranzukommen, setzt die Bundesregierung auf Druck auf Ungeimpfte. In der Debatte um die Frage, ob es richtig ist, negativ Getestete im Rahmen des 3G-Modells die Chance zu geben, am öffentlichen Leben teilzuhaben, hat Physikerin Viola Priesemann, die am Max-Planck-Institut für Dynamik und Selbstorganisation zum Pandemiegeschehen modelliert, eine klare Meinung: „Ich glaube, über seine sozialen Aktivitäten muss jeder Mensch für sich selbst entscheiden“, sagt sie im Interview mit dem „Göttinger Tageblatt“ (GT). Sie positioniere sich bei der Frage, ob 2G oder 3G, „ganz klar“ für letztere Variante. „2G bedeutet, Menschen auszuschließen.“ Dabei sei der Druck, den die Politik mit dem Ende der kostenfreien Corona-Tests ausübt, hoch genug.

Die Pandemie und wir Unser Alltag mit Corona: In unserem Newsletter ordnen wir die Nachrichten der Woche, erklären die Wissenschaft und geben Tipps für das Leben in der Krise ‒ jeden Donnerstag.

Physikerin Priesemann: Pandemie hat zur „extremen Polarisierung“ der Gesellschaft geführt

Anzeige

Generell habe die Pandemie zu einer „extremen Polarisierung“ der Gesellschaft geführt. Zum einen sei das nicht gesund für den Diskurs, zum anderen fühle man sich als Person des öffentlichen Lebens, also auch als Forschende, „ganz anders“. „Dann steht da ein Name, der von Christian Drosten oder eben meiner, und er wird in Zusammenhang mit Positionen gestellt, die ich so gar nicht vertrete.“

Anzeige

Im Interview mit dem „GT“ erklärt Priesemann daher, sie wünsche sich für die Zukunft eine deutlichere Trennung von politischer Abwägung und wissenschaftlicher Expertise. Hilfreich wäre hier aus ihrer Sicht ein Pandemierat, „der Wissen, Unsicherheiten und Szenarien zusammenträgt und all das kommuniziert“. Das würde zu einer weniger emotionalen Debatte beitragen, gleichzeitig bedeute eine solche Runde aus Expertinnen und Experten einen Selbstkontrollmechanismus für die Forschung.

RND/jo

  • Laden Sie jetzt die RND-App herunter, aktivieren Sie Updates und wir benachrichtigen Sie laufend bei neuen Entwicklungen.

    Hier herunterladen