Pferdeherpes: Wie gefährlich ist das Virus EHV-1?

  • Bei einem Reitturnier im spanischen Valencia ist es zu einem Ausbruch des Equinen Herpesvirus 1 (EHV-1) gekommen.
  • Zwölf Pferde sind bisher im Zusammenhang mit dem Erreger gestorben.
  • Pferdehalter, die vermuten, dass sich ihre Tiere mit EHV-1 infiziert haben, sollten bei ihnen regelmäßig Fieber messen.
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Valencia. Das Equine Herpesvirus 1 (EHV-1) sorgt derzeit bei Pferdehaltern weltweit für Unruhe. In der spanischen Stadt Valencia war es bei einem Reitturnier zu einem Ausbruch des Erregers gekommen, der inzwischen zwölf Tiere das Leben gekostet hat, wie der Pferdesport-Weltverband Fédération Équestre Internationale (FEI) mitteilte. Der Virusstamm sei „besonders aggressiv“ und habe zu „einer sehr großen Anzahl von schweren klinischen Fällen geführt“.

Virusinfektionen sind nicht meldepflichtig

Nicht nur in Spanien wurden Fälle mit EHV-1 gemeldet, sondern auch in Belgien, Frankreich, Deutschland, Italien, Schweden, der Schweiz und Katar. In den USA waren ebenfalls Infektionen mit dem Herpesvirus aufgetreten. Diese stehen laut FEI aber in keinem Zusammenhang mit dem Ausbruch in Europa. Weil die Infektion mit EHV-1 nicht meldepflichtig ist, besteht die Möglichkeit, dass es derweil noch weitere Fälle mit dem Herpesvirus gab.

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Neu ist die Virusvariante allerdings nicht. In den vergangenen Jahren waren immer wieder Infektionen bekannt geworden, die auf EHV-1 oder in seltenen Fällen auf EHV-4 zurückgingen. Das Herpesvirus, das sich in den oberen Atemwegen der Pferde vermehrt, kann über die Blutbahn ins Rückenmark gelangen und schlimmstenfalls neurologische Ausfallerscheinungen verursachen. Gerade für Jungtiere kann eine Infektion mit EHV-1 tödlich sein.

Herpesvirus wird durch Tröpfchen übertragen

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Steckt sich ein Pferd mit dem Herpesvirus an, entwickelt es mitunter Atemwegserkrankungen wie Husten und klaren Nasenausfluss, aber auch hohes Fieber. Pferdehalter sollten die Körpertemperatur ihrer Tiere deshalb besonders im Blick behalten, rät die Tierärztliche Fakultät der Ludwig-Maximilians-Universität München. Zweimal täglich sollten sie bei den Pferden Fieber messen. Ist die Temperatur im Ruhezustand höher als 38 Grad, kann das auf eine Infektion mit dem Virus hindeuten.

Pferdebesitzer sollten ihre infizierten Tiere umgehend isolieren, weil die Gefahr besteht, dass das Virus durch Tröpfchen beim Husten oder Schnauben in die Umgebung abgegeben wird. Der luftgetragene Erreger kann dann sogar Entfernungen von fünf Metern überwinden. Oder er lagert sich auf der Kleidung und Ausrüstung ab und wird vom Menschen übertragen. Dass sich die Reiter selbst mit EHV-1 infizieren, ist hingegen nicht möglich.

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Die FEI weist ferner darauf hin, dass es zwar Impfstoffe gegen die Virusstämme EHV-1 und EHV-4 gebe, diese aber keinen zuverlässigen Schutz vor einer Infektion böten. Die Vakzine könnten stattdessen die Ausscheidung und Übertragung des Virus verringern sowie den Schweregrad der Atemwegserkrankung. Eine Impfpflicht für Pferde gibt es bisher nicht.

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