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Personelle Engpässe: Neun Gemeinden fehlen Mitarbeiter für Kontaktverfolgung von Corona-Infizierten

  • Für die Virologin Sandra Ciesek ist die Nachverfolgung von Infektionsketten ein Faktor, der den Pandemieverlauf im Winter maßgeblich bestimmen wird.
  • Doch genau daran hapert es bereits.
  • Nach RKI-Angaben fehlen derzeit neun Gesundheitsämtern Personal für den Infektionsschutz.
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Bund und Länder haben in den letzten Wochen den Wert von 50 Neuinfektionen pro 100.000 Einwohner in sieben Tagen als maßgeblich für neue Einschränkungen in der Corona-Pandemie festgelegt. Doch in Deutschland überschreiten immer mehr Kreise den wichtigen Grenzwert der Sieben-Tage-Inzidenz. Für die Registrierung der positiv Getesteten sind die lokalen Gesundheitsämter zuständig, doch scheinbar sind die ersten schon vor Beginn des Winters überlastet.

Ersten Gesundheitsämtern fehlen Kapazitäten

Wie das Robert Koch-Institut (RKI) auf Nachfrage der „Neuen Osnabrücker Zeitung“ (NOZ) mitteilte, führen zurzeit bundesweit neun Städte und Kreise die Corona-Infektionsschutzmaßnahmen nicht mehr vollständig durch. Als Grund wurde personelle Überlastung genannt. Und weitere 13 Kreise und Städte sollen bereits „absehbar“ nicht mehr in der Lage sein, die erforderlichen Maßnahmen auszuführen (Stand: 20. Oktober 2020). Welche Kreise das betrifft, teilte das RKI nicht mit.

„Die Engpässe betreffen regelmäßig die Kontaktpersonennachverfolgung, zum Teil auch Ausbruchsmanagement oder andere Aufgaben des Infektionsschutzes“, sagte eine Sprecherin des Robert Koch-Instituts der „NOZ“. Der Bundesbehörde wurden seit Beginn der Datenübermittlung zur Pandemie bereits 41 Engpässe gemeldet.

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Kontaktverfolgung gilt als wichtiger Faktor

Um die Maßnahmen zur Infektionseindämmung flächendeckend durchzusetzen, sind Bund und Länder auf die Mitarbeit der Gesundheitsämter angewiesen. Diese sind außerdem verpflichtet, personelle Engpässe an die jeweils zuständigen Landesbehörden zu melden – welche die Daten an das Robert Koch-Institut übermitteln.

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Virologen wie Christian Drosten und Sandra Ciesek sind sich einig, dass Kontaktverfolgung ein Faktor ist, der den Verlauf der Pandemie maßgeblich beeinflussen kann. Auch Angela Merkel (CDU) hatte bei einem Treffen mit den Regierungschefs der Länder betont, die „vollständige Kontaktnachverfolgung“ sei ein „zentrales Element“, um die Infektionskurve flach zu halten.

Die Länder wurden daher aufgefordert, den Gesundheitsämtern vorübergehend mehr Helfer zur Verfügung zu stellen. Mancherorts unterstützen schon Soldaten der Bundeswehr die Ämter bei der Nachverfolgung von Infektionsketten.

RND/mf

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