Paul-Ehrlich-Institut: Kein öffentlicher Druck auf Impfstoffentwicklung

  • Ein Impfstoff, der gegen eine Infektion mit dem Coronavirus schützt, wird voraussichtlich im nächsten Jahr bereitstehen.
  • Doch die schnelle Entwicklung geht nicht zu Lasten der Qualität, versichert das Paul-Ehrlich-Institut.
  • Es sei die gleiche Vorgehensweise wie bei anderen Humanimpfstoffen.
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Berlin. Das Paul-Ehrlich-Institut tritt Befürchtungen entgegen, dass die schnelle Entwicklung eines Impfstoffes gegen Covid-19 zu Lasten der Qualität gehen könnte. Präsident Klaus Cichutek sagte der Berliner „tageszeitung“ (taz, Samstag), die zuständigen Experten hätten jahrzehntelange Erfahrung bei präventiven Humanimpfstoffen. „Wir haben bei Herstellung und Qualität von Covid-19-Impfstoffen exakt die gleiche Vorgehensweise wie bei anderen Humanimpfstoffen“, betonte er. Das Paul-Ehrlich-Institut ist in Deutschland für Impfstoffe verantwortlich und überwacht ihre Qualität, Wirksamkeit und Sicherheit.

Die vergleichsweise schnelle Entwicklung eines Impfstoffes erklärte Cichutek unter anderem damit, dass bestimmte Untersuchungen, die sonst vorher stattfinden, jetzt parallel zu den klinischen Tests gemacht wurden. Bei den klinischen Prüfungen der Covid-19-Impfstoffe seien sogar mehr Probanden dabei als sonst üblich.

Bis zu 60.000 Probanden testen Impfstoff

Auch eine vorläufige Zulassung lege zugrunde, dass ein ausreichender Datensatz vorhanden ist. Qualität, Sicherheit und Wirksamkeit können damit beurteilt werden. Cichutek sagte: „Die Datenbasis wird sehr groß sein, es gibt ja zwischen 30.000 und 60.000 Probanden bei den Tests.“ Wenn 3000 Menschen geimpft wurden, könnten seltene Risiken für Nebenwirkungen mit einer Wahrscheinlichkeit von 1 zu 1000 erkannt werden, sagte der PEI-Präsident.

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Druck durch politische Prozesse oder eine öffentliche Erwartungshaltung schloss Cichutek aus: „Die Auswertung ist rein wissenschaftlich und unterliegt keinem öffentlichen Einfluss.“

RND/epd

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