Parkinson-Erkrankte besonders von schweren Covid-19-Verläufen betroffen

  • Laut einer Analyse sind Parkinson-Erkrankte besonders von schweren Covid-19-Verläufen betroffen.
  • Das betrifft offenbar vor allem ältere Patienten und die mit besonders hohem Parkinson-Schweregrad.
  • Auch sei deutlich geworden, dass die Krankenhaussterblichkeit von diesen Patienten höher lag.
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Bochum. Parkinson-Erkrankte, die wegen Covid-19 stationär in der ersten Pandemiewelle versorgt wurden, zeigten offenbar häufiger schwere Krankheitsverläufe als Covid-Krankenhauspatienten ohne Parkinson. Die Analyse von bundesweiten Daten habe zudem verdeutlicht, dass auch die Sterblichkeit der Covid-Patienten mit Parkinson im Krankenhaus erhöht war, teilte die Ruhr-Universität Bochum (RUB) am Mittwoch mit.

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Die RUB verweist auf eine Auswertung von Daten, unter anderem vom Institut für das Entgeltsystem im Krankenhaus oder dem Statistischen Bundesamt, aus der ersten Welle der Pandemie vom 16. Januar bis 15. Mai 2020 durch die Klinik für Neurologie am St. Josef-Hospital der RUB. Das Team um Lars Tönges analysierte Daten zu Parkinson-Behandlungen in 1.468 Krankenhäusern.

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Covid-19 häufiger bei Krankenhauspatienten mit Parkinson

Viele Parkinson-Patienten hätten in der Pandemie eine Krankenhausbehandlung aus Furcht vor einer Ansteckung mit dem Corona-Virus gemieden oder wegen begrenzter Bettenkapazitäten in der Krise auf eine Behandlung warten müssen, hieß es. Ein Vergleich mit dem gleichen Zeitraum des Vorjahrs zeige, dass Krankenhausbehandlungen primär aufgrund einer Parkinson-Erkrankung während der ersten Welle um fast ein Drittel zurückgegangen waren, nämlich von rund 15.850 auf 11.260.

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Es habe sich trotz der insgesamt gesunkenen Zahl der Parkinson-Behandlungen als Haupteinweisungsgrund gezeigt, dass Covid-19 bei Krankenhauspatienten mit Parkinson häufiger vorkam als bei jenen ohne Parkinson. Vor allem ältere Covid-Patienten ab 65 Jahren mit einer Parkinson-Erkrankung oder mit besonders hohem Parkinson-Schweregrad waren betroffen.

Krankenhaussterblichkeit von Covid-19-Patienten mit Parkinson höher

„Parkinson-Patienten sind durch die Gebrechlichkeit, die mit dem Alter und fortgeschrittenen Krankheitsstadien zunimmt, möglicherweise einem besonderen Risiko für einen schweren Covid-19-Verlauf ausgesetzt“, erklärte Tönges. Die Lungenfunktion könne durch Begleiterkrankungen und eine Parkinson-assoziierte Atemmuskelschwäche beeinträchtigt sein. Außerdem machten Schluckstörungen anfälliger für Lungenentzündungen.

In der Querschnittstudie der Bochumer Neurologinnen und Neurologen sei auch deutlich geworden, dass die Krankenhaussterblichkeit von Covid-19-Patienten mit Parkinson mit einer Quote von 35,4 Prozent höher lag als bei denen ohne Parkinson (20,7 Prozent). Vor allem die Altersgruppe der 75- bis 79-Jährigen zeige einen deutlichen Unterschied: Bei Covid-Patienten mit Parkinson lag die Sterblichkeit in dieser Altersgruppe bei 37,1 Prozent, bei denjenigen ohne Parkinson bei 27,9 Prozent.

RND/epd

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