Coronavirus: Jeder Zweite meidet laut Umfrage die Öffentlichkeit nicht

  • Die Appelle von Politik und Experten verhallen hierzulande oft ungehört.
  • Viele Bürger schränken ihre Sozialkontakte trotz Coronavirus nicht ein.
  • Ein Viertel glaubt an bloße Panikmache.
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Hannover. Die Umfrage des Digitalverbands Bitkom bestätigt, was ein Blick in Parks und auf öffentliche Plätze vermuten lässt. Viele Bundesbürger ändern ihr Verhalten durch die Gefahren der Corona-Pandemie zumindest freiwillig nicht. So vermeidet es nur gut jeder Zweite (54 Prozent) derzeit, unnötig auf die Straße zu gehen. Noch weniger (46 Prozent) bleiben öffentlichen Verkehrsmitteln fern und nur vier von zehn (40 Prozent) treffen sich weniger mit Freunden oder Verwandten. Das sind die Ergebnisse einer repräsentativen Bitkom-Umfrage unter 1000 Bundesbürgern am vergangenen Sonntag.

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Der Hamster in uns: Panikkäufe und Corona
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“Hamstern ”beschreibt das Horten von Lebensmitteln oder knapp werdenden Dingen. Das Horten von Dingen hat eine lange Tradition.  © Thomas Magenheim/RND
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Jeder Vierte spricht von Panikmache

Realistisch betrachtet müsse man davon ausgehen, dass angesichts der unangenehmen Fragen nicht jeder die Wahrheit gesagt habe und sich eher noch weniger Deutsche an Aufrufe halten als zugegeben, sagte ein Bitkom-Sprecher. Auch von der Altersstruktur her sei die Befragung repräsentativ gewesen. Man habe nicht überdurchschnittlich viele junge Menschen befragt, die nicht zur Kernrisikogruppe des Coronavirus gehören.

Jeder vierte Befragte habe mit Blick auf das Virus sogar von völlig übertriebener Panikmache gesprochen. “Es ist weiterhin vielen völlig gleichgültig, dass sie mit ihrem eigenen spaßbetonten Verhalten Schwächere gefährden”, kommentiert Bitkom-Chef Achim Berg das Ergebnis der Befragung.

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Über die Hälfte hat Vorräte angelegt

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Individuelle Vorsorge wird dagegen großgeschrieben. Fast zwei Drittel haben eingeräumt, einen Vorrat an Lebensmitteln und Produkten des täglichen Lebens angelegt, also gehamstert zu haben. Beinahe jeder (95 Prozent) wäscht sich mittlerweile angeblich häufiger die Hände. 44 Prozent säubern auch ihr Mobiltelefon gründlicher und öfter.

Säumig sind in Deutschland aber auch Firmen, findet Berg. Längst seien nicht alle Büroarbeitsplätze in Deutschland auf Homeoffice umgestellt. Unternehmen und jeder einzelne Bürger müssten endlich Konsequenzen ziehen und Verzicht üben sowie möglichst viel in den digitalen Raum verlegen. Angesichts der Realitäten hält man beim Bitkom mittlerweile Ausgangssperren auch in Deutschland für wahrscheinlich und zudem angezeigt.

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