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Neues Instrument gegen den Datenblindflug

Was ist das „Pandemieradar“– und wie nützlich ist es in der Herbstwelle?

Wie steht es um die 7-Tage-Inzidenz und was machen eigentlich die Intensivbetten? Antworten auf all diese Fragen soll künftig der Pandemieradar des RKI liefern.

Wie steht es um die Sieben-Tage-Inzidenz und wie ausgelastet sind die Kliniken? Antworten auf diese Fragen soll künftig das „Pandemieradar" des RKI liefern.

Es ist nur eine der Maßnahmen, die das neue Infektionsschutzgesetz vorsieht: Am Freitag ist auf der Internetseite des Robert Koch-Instituts (RKI) das „Pandemieradar“ online gegangen. Es soll dabei helfen, die Corona-Lage im Herbst und Winter besser zu kontrollieren und zu überwachen. „Es ist noch nicht komplett“, gestand Bundesgesundheitsminister Karl Lauterbach (SPD) am Freitag bei einer gemeinsamen Pressekonferenz mit RKI-Chef Lothar Wieler in Berlin ein. „Aber es ist schon ein ganz wichtiger Schritt nach vorne.“

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Alle Daten auf einen Blick

Das „Pandemieradar“ ist eigentlich nichts anderes als eine Sammlung sämtlicher Daten zum Pandemiegeschehen. Zu sehen ist unter anderem der Verlauf der Sieben-Tage-Inzidenz, der Hospitalisierungsrate und der Anzahl freier Intensivbetten. Auch finden sich dort etwa Angaben zu Covid-19 bedingten Todesfällen und zum Anteil positiver PCR-Tests – auch aufgeschlüsselt nach Altersgruppen und Bundesländern. Die Daten stammen, wie bei allen anderen Parametern auch, in der Regel von den zuständigen Landesbehörden.

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Eine ähnliche Übersicht hatte das RKI schon vorher online präsentiert. Beim „Pandemieradar“ sind nun weitere Parameter hinzugekommen. Zum Beispiel eine Übersicht über die Viruslast im Abwasser. Die ist laut Gesundheitsminister Lauterbach aber noch „in Vorbereitung“. An der entsprechenden Stelle ist zurzeit noch der Hinweis „Diese Daten sind noch nicht verfügbar“ zu lesen. Die Daten der Abwassermessstellen würden nun sukzessive ins System eingepflegt, erläuterte Lauterbach. „Ich gehe davon aus, dass wir in zwei Wochen schon deutlich bessere Daten zur Verfügung haben werden.“ Auch bietet das „Pandemieradar“ eine bessere Überwachung von anderen Atemwegserregern.

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Die Daten bilden nicht immer das aktuelle Geschehen ab

Das „Pandemieradar“ soll als Frühwarnsystem dienen – unter anderem durch das Abwasser-Monitoring, hatte Lauterbach zuletzt in einer Rede vor dem Deutschen Bundestag deutlich gemacht. Darüber hinaus soll ein sogenanntes Sentinel-System herausfinden, wie viele Menschen, die stationär in den Kliniken aufgenommen werden, überhaupt an Covid-19 erkrankt sind.

Mit dem Pandemieradar wurde eine Möglichkeit geschaffen, alle wichtigen Daten zur Corona-Lage auf einen Blick einzusehen und bewerten zu können. Was dabei aktuell besonders auffällt, ist eine hohe Belegung der Normalbetten in den Krankenhäuser. Darauf wies Christian Karagiannidis, Präsident der Deutschen Gesellschaft für Internistische Intensivmedizin und Notfallmedizin und Mitglied des Corona-Expertenrats, am Freitag auf Twitter hin:

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Ein Problem bleibt vorerst jedoch bestehen: Die Daten sind zum Teil nicht repräsentativ. Weil immer weniger Menschen einen positiven Schnelltest mit einem PCR-Test bestätigen lassen, hinkt etwa die Sieben-Tage-Inzidenz dem eigentlichen Infektionsgeschehen hinterher. Zudem gibt es gerade an Feiertagen und Wochenenden nie vollständige Meldungen aller Bundesländer. Die Dunkelziffer bei den Corona-Infektionen bleibt weiterhin hoch.

Auch melden noch immer nicht alle Kliniken Corona-Fälle. Am „Pandemieradar“ beteiligt sind momentan 1300 von 1600 Krankenhäusern. Es werde intensiv daran gearbeitet, diese Lücke zu schließen, sagte Lauterbach. „Es ist traurig, dass wir nach über zwei Jahren immer noch keine guten, tagesaktuellen Daten bekommen“, machte er ferner deutlich. Der Gesundheitsminister ist überzeugt, dass das „Pandemieradar“ das ändern wird. „Wir werden zum ersten Mal noch viel bessere Daten haben.“

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