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Pandemielage in Deutschland: Noch 266 Covid-19-Patienten auf Intensivstation

  • Derzeit stehen laut DIVI-Melderegister ausreichend Intensivbetten für schwerer erkrankte Covid-19-Patienten zur Verfügung.
  • Auch die Zahl der Neuinfektionen ist überschaubar.
  • Allerdings sei die Gefahr einer zweiten Welle real, betonen Robert-Koch-Institut und Gesundheitsminister Spahn.
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Im Gegensatz zu Ländern wie den USA, Brasilien oder Indien verläuft das Infektionsgeschehen in Deutschland derzeit auf geringem Niveau – und die Zahl schwerer Erkrankter, die beatmet werden müssen, ist ebenfalls gering. Derzeit sind 266 Patienten in Deutschland mit Covid-19 in intensivmedizinischer Betreuung (Stand: 14. Juli). Beatmet werden davon 125. Das geht aus dem Intensivregister der Deutschen Interdisziplinären Vereinigung für Intensiv- und Notfallmedizin (DIVI) hervor.

Eine abgeschlossene Behandlung haben seit Pandemiebeginn bereits 15.035 Personen durchlaufen. Verstorben sind auf Intensivstationen in Deutschland bereits 3744 Menschen, also rund 25 Prozent der in Kliniken eingelieferten Patienten. Insgesamt gibt es in Deutschland 32.362 Intensivbetten, aktuell belegt sind 21.012. Noch frei sind 11.350.

Corona-Patienten belegen nach den DIVI-Zahlen nur noch 266 Intensivbetten. Demnach blieb die Zahl der Intensivpatienten innerhalb der letzten Woche relativ stabil. Sie bewegte sich während der vergangenen sieben Tage (8. bis 14. Juli 2020) zwischen 250 und 300. Anfang Juli lag dieser Wert noch bei 329, Anfang Juni bei 677 durch Corona-Infizierte belegte Intensivbetten.

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Faktoren zur Einschätzung: Neuinfektionen, R-Wert und Intensivbetten

Neben den intensivmedizinischen Kapazitäten ist bei der Beurteilung des Infektionsgeschehens in Deutschland auch die Zahl der Neuinfektionen ein wichtiger Parameter. Für Deutschland hat das Robert-Koch-Institut innerhalb eines Tages 412 neue Corona-Infektionen übermittelt bekommen (Stand: 14. Juli). Seit Beginn der Corona-Krise haben sich in Deutschland insgesamt 199.375 Menschen infiziert. Die Zahl der Genesenen betrug laut RKI etwa 185.100. In Deutschland starben den RKI-Angaben zufolge bislang 9068 mit dem Virus infizierte Menschen – das bedeutet ein Plus von vier im Vergleich zum Vortag.

Die Reproduktionszahl, kurz R-Wert, lag nach RKI-Schätzungen mit Datenstand 13. Juli, 0.00 Uhr, bei 1,00 (Vortag: 1,04). Das bedeutet, dass ein Infizierter im Mittel etwa einen weiteren Menschen ansteckt. Der R-Wert bildet jeweils das Infektionsgeschehen etwa eineinhalb Wochen zuvor ab.

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Zweite Welle hängt am Verhalten der Bevölkerung

Seit Mitte Mai gibt das RKI zudem ein sogenanntes Sieben-Tage-R an. Es bezieht sich auf einen längeren Zeitraum und unterliegt daher weniger tagesaktuellen Schwankungen. Nach RKI-Schätzungen lag dieser Wert mit Datenstand 13. Juli, 0.00 Uhr, bei 0,83 (Vortag: 0,91). Er zeigt das Infektionsgeschehen von vor acht bis 16 Tagen.

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Die Zahlen seien aktuell auf niedrigem Niveau, sagte Bundesgesundheitsminister Jens Spahn (CDU) am Montag auf einer Pressekonferenz, warnte aber auch: “Die Gefahr einer zweiten Welle ist real.” Derzeit seien regionale und lokale Ausbrüche jederzeit möglich, heißt es auch seitens des Robert-Koch-Instituts. Die Lage sei sehr dynamisch und ernst zu nehmen. Es komme jetzt vor allem auf das Verhalten der Menschen an. Also: Abstand halten, Alltagsmasken tragen, Hygienemaßnahmen einhalten.

RND/sbu

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