Pakistan: Erstmals mehr als 100 Corona-Tote an einem Tag

  • Mehr als 100 Corona-Todesfälle haben die Gesundheitsbehörden in Pakistan gemeldet.
  • Es ist die bislang höchste Todesrate des Landes.
  • Trotzdem lockert Premierminister Imran Khan Restriktionen, um die Wirtschaft aufrecht zu erhalten.
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Islamabad. In Pakistan ist am Dienstag die bislang höchste Todesrate von Coronavirus-Infizierten registriert worden. Die Behörden meldeten erstmals seit Beginn der Statistik im März mehr als 100 Todesfälle mit dem Virus Sars-CoV-2.

Restriktionen gegen medizinischen Rat gelockert

Die Zahl der Neuinfektionen gaben sie mit 4646 an. Insgesamt sind damit in Pakistan 108.316 Fälle von Covid-19 festgestellt worden. 2172 Infizierte sind gestorben.

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Pakistan hat anders als sein Nachbar Indien nie eine strikte Ausgangssperre verhängt und Premierminister Imran Khan lockerte die Restriktionen trotz Kritik von Medizinern bereits wieder.

Viele Pakistaner wollen keinen Mundschutz tragen

Er argumentiert, dass die ohnehin kränkelnde Wirtschaft das Landes zusammen bräche, falls die Beschränkungen bestehen bleiben. Das träfe vor allem die Ärmsten unter den etwa 220 Millionen Einwohnerinnen und Einwohnern. Etwa 30 Prozent von ihnen gelten als arm, weil sie am Tag weniger als 1,70 Euro zur Verfügung haben.

Viele Pakistaner weigern sich zudem, Gesichtsmasken zu tragen oder auf Abstand zu anderen Menschen zu gehen, um eine Ausbreitung des Virus zu verhindern.

Kliniken zunehmend überfüllt

Zudem sind die örtlichen Krankenhäuser Wochen nach Lockerung der Corona-Beschränkungen zunehmend überfüllt. „Kliniken haben begonnen, Corona-Patienten abzuweisen, weil ihnen die Betten fehlen“, sagte der Generalsekretär der pakistanischen Ärztevereinigung, Sajjd Qasier. Sowohl staatliche als auch private Krankenhäuser litten unter Unterversorgung, zudem mangele es an gut ausgebildetem Personal.

Um die Corona-Krise zu bewältigen, plane die Regierung weitere 1000 Intensivbetten für Corona-Patienten. Diese sollen in den Metropolen bis Ende Juni geschaffen werden, hatte Planungsminister Asad Umar am Montag angekündigt.

RND/AP

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