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Omikron: Zweite Viruslinie entdeckt – die sich schwerer aufspüren lässt

Von der Omikron-Variante gibt es Subtypen.

Forschende aus Großbritannien haben eine Omikron-Variante aufgespürt, die sich von der bisher bekannten Mutante zu unterscheiden scheint. „Es gibt zwei Abstammungslinien innerhalb von Omikron, BA.1 und BA.2, die genetisch sehr unterschiedlich sind“, wird Prof. Francois Balloux, der Direktor des University College London Genetics Institute, von der Zeitung „Guardian“ zitiert. „Die beiden Abstammungslinien können sich unterschiedlich verhalten.“

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Bislang seien sieben BA.2-Virusproben entdeckt worden. Die Nachweise stammen aus Südafrika, aber auch Kanada und Australien. Die Variante könnte auch schon weiter verbreitet sein. Rätselhaft ist den Wissenschaftlern und Wissenschaftlerinnen zufolge noch, wie diese zweite Omikron-Variante entstanden sein könnte. Ebenso ist unklar, worin genau sich dieser Virusstrang von der BA.1-Virenlinie unterscheiden, aber auch inwiefern sie sich ähneln könnten.

Ein Problem wurde allerdings schon festgestellt. Bei den anderen Virusvarianten gab es das so bislang noch nicht: BA.2. lässt sich offensichtlich nur erschwert aufspüren. Bislang war es so, dass gängige PCR-Tests den Forschenden noch vor der wesentlich aufwändigeren Sequenzierung erste Hinweise darauf lieferten, um welche Linie es sich handeln könnte. Bei BA.2 klappt das wohl nicht. Es brauche dafür die weit aufwendigere und zeitintensivere Analyse im Speziallabor, heißt es im Bericht. Der Grund sei eine Mutation im sogenannten „S-Gen“ des Virus.

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Bin ich infiziert? PCR-Test funktioniert auch bei Omikron

Laut der Evolutionsgenetikerin Emma Hodcroft von der Universität Basel ist das aber kein Grund für Alarmismus. Denn der PCR-Test funktioniere auch bei dieser Viruslinie noch, um im Alltag eine Corona-Infektion festzustellen, twitterte sie am Dienstag. Heißt also: Der PCR-Test liefert auch bei diesem Subtyp von Omikron ein positives Ergebnis, wenn jemand sich damit angesteckt hat. Es kann eben nur nicht mehr so einfach gesagt werden, ob es sich um BA.2 handelt – oder vielleicht eine andere Variante. Das ist für den Einzelnen oder die Einzelne weniger relevant als für Forschende, die herausfinden wollen, wie stark Omikron schon in der Bevölkerung verbreitet ist.

Es gibt dafür aber auch schon Lösungen: Zum einen haben Forschende aus Israel bereits eine spezielle Methode entwickelt, bei der Omikron in Form beider Untervarianten von Genetikexpertinnen und -experten nachweisbar sein soll. Die Ergebnisse sind seit Mitte dieser Woche als Preprint veröffentlicht und müssen noch von unabhängiger Seite begutachtet werden.

Zum anderen bleibt die Sequenzierung – die dann mit mehr Aufwand verbunden ist. Die PCR-Probe landet in einem speziellen Labor, wo die Bausteine der Erbsubstanz im Genom des Virus entschlüsselt werden. Das ist eine hochspezifische und zeitaufwendige Untersuchung, die einige Tage dauert. Viele Labore in Deutschland können das inzwischen. Laut nationaler Surveillance-Verordnung müssen5 Prozent aller PCR-Proben in Deutschland dieses Prozedere sowieso unterlaufen.

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