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Omikron breitet sich aus: Wie die Corona-Variante Dänemark überrollt

Bis jetzt darf trotz Omikron weiter gefeiert werden: Weihnachtsmarkt auf dem Hojbroplads im Zentrum der dänischen Hauptstadt Kopenhagen.

Die Corona-Zahlen in Dänemark schießen wieder in die Höhe. Das Land hat jüngst einen neuen Höchstwert an Neuinfektionen mit dem Coronavirus verzeichnet. Binnen 24 Stunden sind am Donnerstag fast 10.000 neue Fälle registriert worden. Der Grund für den drastischen Anstieg an Infektionen ist für Expertinnen und Experten eindeutig: die Omikron-Variante.

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Von den zuletzt 10.000 verzeichneten Neuinfektionen handelte es sich bei 3000 Fällen um Infektionen mit Omikron, wie das nationale Seruminstitut am Donnerstagabend mitteilte. Die in Südafrika entdeckte Corona-Mutante ist auf dem Weg, die dominierende Variante in Dänemark zu werden – ähnliche Entwicklungen sind auch bereits im Vereinigten Königreich zu beobachten. Die Gesamtzahl der Omikron-Infektionen verdoppelt sich in Dänemark aktuell alle zwei bis drei Tage und treibt die Sieben-Tage-Inzidenz über 800.

Superspreader-Ereignisse trotz hoher Impfquote

Besorgniserregend sind die Entwicklungen in Dänemark auch deshalb, weil das Land eigentlich als Vorbild hinsichtlich der Corona-Impfungen gilt. So hat Dänemark eine Impfquote von 80 Prozent vollständig geimpften Menschen. Zum Vergleich: In Deutschland liegt die Impfquote erst bei 70 Prozent. Das Beispiel Dänemark zeigt, wie schnell sich Omikron trotz der Impfungen ausbreiten kann. Auch in Deutschland ist es Expertinnen und Experten zufolge nur eine Frage der Zeit, bis die Variante das Infektionsgeschehen dominiert.

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Das nationale Seruminstitut führt einen Großteil der neuen Infektionen in Dänemark auf Superspreader-Ereignisse im Nachtleben zurück. Die Schwere der Omikron-Fälle ist aber aktuell noch schwer abzuschätzen. Ersten Erkenntnissen zufolge geht die Ausbreitung von Omikron nicht mit einem vergleichbar großen Anstieg an Corona-Patientinnen und -Patienten einher, die im Krankenhaus oder in Intensivstationen behandelt werden müssen. So ist die Zahl der Corona-Intensivpatientinnen und -Intensivpatienten seit dem ersten gemeldeten Omikron-Fall Ende November bislang stabil geblieben. Noch ist es aber zu früh, um auf aussagekräftigere Zahlen zurückgreifen zu können.

Booster-Impfungen, neue Maßnahmen: So will Dänemark Omikron bekämpfen

Dänemark hat der Omikron-Variante bereits den Kampf angesagt. Ministerpräsidentin Mette Frederiksen kündigte am Freitag neue Maßnahmen an, um die Ausbreitung des Virus zu bremsen. Demnach sollen Kinos, Theater, Konzerthallen, Freizeitparks, Museen und Kunstgalerien geschlossen werden, wie die Nachrichtenagentur „Associated Press“ berichtet. Zudem sollen Geschäfte und Restaurants die Zahl ihrer Kundinnen und Kunden reduzieren, sofern sie kleiner als 2000 Quadratmeter sind. Die Regierung appellierte außerdem an die Bevölkerung, soziale Kontakte über Weihnachten einzuschränken.

Dänemark setzt zudem auf die Auffrischimpfungen gegen Covid-19. Zumindest in dieser Hinsicht steht Deutschland aktuell noch besser da als die Dänen: Während hierzulande 27,6 Prozent der Gesamtbevölkerung geboostert sind, haben in Dänemark knapp ein Viertel der Menschen die Auffrischimpfung erhalten.

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Experten: Auch Deutschland steht vor einer Omikron-Welle

Aufgrund der besorgniserregenden Ausbreitung von Omikron in Dänemark und dem Vereinigten Königreich wappnet sich auch Deutschland für eine Omikron-Welle. Charité-Virologe Christian Drosten hat angesichts der großen Impflücke vor einer verheerenden Ausbreitung in Deutschland gewarnt: „Deutschland ist wegen der Impflücke noch nicht bereit für die endemische Situation“, schrieb er auf Twitter. Diese beschreibt das fortwährend gehäufte Auftreten der Krankheit.

Auch das Robert Koch-Institut (RKI) warnte vor einer Omikron-Welle. Die aktuellen Infektionszahlen seien zwar rückläufig – allerdings sinke die Zahl der Corona-Neuinfektionen im Hinblick auf die hohe Belastung der Intensivstationen und die bevorstehende Omikron-Welle nicht stark und nicht schnell genug. Um die Ausbreitung der Variante zu verlangsamen, rief RKI-Chef Lothar Wieler dazu auf, Weihnachten nur im kleinsten Kreis zu feiern. Er bat die Bürger „eindringlich“, die Feiertage so zu verbringen, dass sie „nicht für das Virus ein Fest“ würden.

RND/bk mit Material von dpa

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