Neue Studie: Darum könnten Infektionen mit Omikron milder verlaufen

  • Fachleute hoffen aufgrund erster Daten, dass die Omikron-Variante des Coronavirus zu weniger schweren Covid-19-Verläufen führt.
  • Eine aktuelle Preprint-Studie bekräftigt diese Annahme.
  • Sie liefert Forschenden einen Erklärungsansatz.
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Die Ausbreitung der Corona-Variante Omikron ist in vielen Hinsichten besorgniserregend. So ist Omikron ersten Erkenntnissen zufolge besonders ansteckend und kann dem Immunsystem zudem teilweise entkommen. Doch erste Daten lassen auch vermuten, dass Omikron eher für mildere Covid-19-Krankheitsverläufe sorgt. Das betonte bereits Virologe Christian Drosten am Freitag im Deutschlandfunk: Er halte dies mittlerweile für „sehr wahrscheinlich“.

Auch eine aktuelle Studie bekräftigt die Annahme, dass die Omikron-Variante mildere Krankheitsverläufe verursacht. Forschende aus den USA und Japan haben bei Mäusen und Hamstern unter anderem weniger Lungenschäden und mildere Symptome festgestellt, wie sie in einer Preprint-Sudie berichten. Die Ergebnisse wurden am Mittwoch auf einem Preprint-Server veröffentlicht und dem Fachjournal „Nature“ zur Überprüfung übermittelt.

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Weniger Lungenschäden, geringere Virulast: Tiere erkranken weniger schwer mit Omikron

Die insgesamt 65 Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler infizierten für die Studie Mäuse und Hamster mit Omikron und anderen Corona-Varianten. Sie stellten dabei fest, dass die mit Omikron infizierten Tiere eine geringere Viruslast in den Lungen aufwiesen und im Krankheitsverlauf weniger Gewicht verloren. Außerdem hatten die mit Omikron infizierten Hamster und Mäuse weniger Schäden an der Lunge. Auch die Sterblichkeit war in dieser Gruppe geringer als in den Vergleichsgruppen.

Die milden Omikron-Verläufe zeigten sich demnach vor allem beim Goldhamster. Die Forschenden betonten, dass Infektionen bei dieser Spezies mit allen anderen Corona-Varianten fast immer schwer verliefen. Bei einer Infektion mit der Omikron-Variante hatten sie jedoch milde Krankheitsverläufe. „Das war überraschend“, sagte Michael Diamond von der Washington-Universität in St. Louis der „New York Times“. Er ist einer der Studienautoren.

Die Forschenden haben auf Basis der Daten aus ihrer Studie einen ersten Erklärungsansatz für den offenbar milderen Krankheitsverlauf bei einer Infektion mit der Variante formuliert: Omikron greift die Lunge wohl deutlich seltener an als andere Corona-Varianten. Während die Viruslast in den Nasen von Hamstern genauso hoch wie bei früheren Sars-CoV-2-Formen war, betrug sie in den Lungen der Tiere nur noch ein Zehntel dessen, was bei anderen Varianten auftrat.

Auch andere Studien kommen zu ähnlichen Ergebnissen

Bei den Ergebnissen gilt es zu beachten, dass sie noch von externen Forschenden überprüft werden müssen. Außerdem wurden die Daten aus Tests an Versuchstieren gewonnen – somit können noch keine verlässlichen Rückschlüsse hinsichtlich der Schwere der Krankheitsverläufe bei Menschen gezogen werden.

Jedoch kommen auch andere Studien zu ähnlichen Ergebnissen wie das Team der Forschenden aus den USA und Japan. So sprachen Forscherinnen und Forscher der Universität in Liverpool in einer Preprint-Studie ebenfalls von weniger schweren Krankheitsverläufen bei Mäusen.

Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler der Universität Hongkong haben zudem bereits Mitte Dezember in einer Studie festgestellt, dass sich Omikron im Lungengewebe bis zu zehnmal langsamer verbreitet als frühere Varianten. Und auch Erfahrungen aus Ländern wie dem Vereinigten Königreich und Südafrika – in denen Omikron bereits stark kursiert – zeigen, dass die Zahl der Intensivfälle trotz vieler Infektionen relativ stabil geblieben ist.

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