Blick auf Omikron: Kassenärzte-Chef Gassen lehnt Impfpflicht weiter ab

  • Der Chef der Kassenärztlichen Bundesvereinigung (KBV), Andreas Gassen, ist weiterhin nicht von einer allgemeinen Impfpflicht überzeugt.
  • Vor allem im Blick auf Omikron sei diese derzeit nicht sinnvoll, da sich die Impfstoffe weniger wirksam gegen die Variante zeigten.
  • Auch organisatorisch habe er Bedenken: „Bis wir dies alles erarbeitet haben, ist die Corona-Gefahr vermutlich wirklich vorbei.“
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Düsseldorf. In der Debatte um eine allgemeine Impfpflicht hat der Chef der Kassenärztlichen Bundesvereinigung (KBV), Andreas Gassen, seine Ablehnung unterstrichen. „Impfen ist das wirksamste Instrument im Kampf gegen das Virus. Trotzdem halte ich nach wie vor nicht viel von einer Impfpflicht“, sagte Gassen der Düsseldorfer „Rheinischen Post“ (Freitag).

Er verwies auf organisatorische Hindernisse, um das Vorhaben in kurzer Zeit starten zu können. Das fange beim Impfregister an: „Wer soll das unter Wahrung des Datenschutzes erstellen, wo soll es gepflegt werden? Bis wir dies alles erarbeitet haben, ist die Corona-Gefahr vermutlich wirklich vorbei.“

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Impfpflicht gegen Omikron nicht sinnvoll

Ein weiteres Problem sei die nachlassende Wirksamkeit des Impfstoffes, sagte Gassen: „Man kann den Leuten nicht ernsthaft eine Impfpflicht auferlegen und dann feststellen, dass die Wirkung des Impfstoffes immer nur ein paar Monate hält“, sagte der KBV-Chef. Durch die Impfpflicht werde man „letztlich keine relevante Erhöhung der Impfquote im Vergleich zu einer intensiven Impfkampagne, flankiert von Maßnahmen wie 2G, erreichen“, so Gassen.

Ähnlich argumentierte Thomas Preis, Chef des Apothekerverbands Nordrhein: „Solange die Impfung nicht ausreichend lange vor einer Infektion schützt, macht eine Impfpflicht keinen Sinn. Die Kontrolle weiterer notwendiger Booster-Impfungen würde Staat und Bürger stark belasten“, sagte Preis der „Rheinischen Post“.

RND/epd

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