Überblick in Grafiken: So breitet sich Omikron in Deutschland und der Welt aus

  • In der zweiten Woche des Jahres waren fast 90 Prozent der Neuinfektionen in Deutschland auf Omikron zurückzuführen.
  • In fast allen Bundesländern ist die Virusvariante nun vorherrschend.
  • Ein Überblick in Grafiken.
Johannes Christ
|
Anzeige
Anzeige

Das Robert Koch-Institut (RKI) hat zwei Methoden, um sich ein Bild über die Ausbreitung der Corona-Variante Omikron zu verschaffen. Zum einen wird das Erbgut einiger Virusproben analysiert. Nach dieser sogenannten Genomsequenzierung steht eindeutig fest, welche Variante vorliegt. Zum anderen gibt es spezifische PCR-Tests, mit denen zu einer gewissen Wahrscheinlichkeit die Variante bestimmt werden kann.

RKI schätzt den Omikron-Anteil auf 90 Prozent

Nach der ersten Methode konnten in Deutschland bisher 5829 Neuinfektionen Omikron zugeordnet werden. Nach der zweiten Methode gibt es bisher 202.862 Verdachtsfälle. In der Woche bis 16. Januar 2022 schätzt das RKI auf dieser Grundlage den Omikron-Anteil bundesweit auf rund 89,3 Prozent (Stand: 20.1.2022). Das entspricht einer Inzidenz von 433,2 im Durchschnitt der zweiten Kalenderwoche. Die Differenz zur tatsächlichen Inzidenz geht fast ausschließlich auf Infektionen mit Delta zurück.

Anzeige

Das RKI veröffentlicht darüber hinaus noch einen Omikron-Anteil, der nur auf den gesicherten Daten der Genomsequenzierung beruht. In dieser Betrachtung hatte Omikron in der Woche bis 9. Januar 2022 einen Anteil von 62,4 Prozent. Angesichts des hohen Tempos der Verbreitung macht eine Woche Rückstand bei den Daten jedoch einen beträchtlichen Unterschied.

Omikron hat Delta verdrängt

Die Entwicklung ist aber in beiden Vorgehensweisen klar ersichtlich: Nachdem zu Beginn des Jahres 2021 noch das ursprüngliche Virus, der sogenannte Wildtyp, vorgeherrscht hat, ist zunächst Alpha und zur Jahresmitte schließlich Delta dominant geworden. Das gleiche spielt sich nun mit Omikron ab, nur in viel höherem Tempo.

Anzeige

Nachdem Omikron zunächst im Nordwesten vorherrschend war, sind nun fast alle Bundesländer betroffen. Nur in Sachsen und Mecklenburg-Vorpommern wird ein geringerer Anteil gemessen. Das Robert Koch-Institut schreibt dazu in seinem Wochenbericht: „Die Schwankungen und Unterschiede ergeben sich unter anderem aus der unterschiedlichen Intensität von varianten-spezifischen Testungen in den einzelnen Bundesländern, den Verzögerungen in der labordiagnostischen Erfassung und Übermittlung, sowie der Ausbreitung ausgehend von Ballungsräumen.“

Anzeige

Im weltweiten Maßstab ist das Wissen über die Verbreitung von Omikron ungleich verteilt. Die Gendatenbank GISAID sammelt die Ergebnisse der Genomsequenzierungen aus allen Ländern. Allerdings ist der Umfang der Laboruntersuchungen von Land zu Land sehr unterschiedlich ausgeprägt und nicht immer wird das Ergebnis gemeldet. Doch auch wenn die Datengrundlage dünn ist, lässt sich ein Bild der Omikron-Verbreitung erkennen. Nachdem das Virus anfangs vor allem in Südafrika nachgewiesen werden konnte, wurde es wenig später in weiteren Länder Afrikas entdeckt. Botswana zum Beispiel hat in den vergangenen vier Wochen immerhin etwa 400 Proben analysiert und die Ergebnisse gemeldet. Fast alle waren auf Omikron zurückzuführen. Inzwischen ist Omikron auf allen Kontinenten angekommen.

Großbritannien analysiert am meisten

Die meisten Proben weltweit wurden in den vergangenen vier Wochen bislang mit mehr als 124.000 in Großbritannien untersucht. Der Omikron-Anteil beträgt fast 97 Prozent.

Das RKI stuft in seinem aktuellen Wochenbericht das Risiko, dass sich Ungeimpfte mit Omikron infizieren, als „sehr hoch“ ein. Auch Genesene und doppelt Geimpfte haben demnach ein hohes Infektionsrisiko. Denn Omikron kann die durch die Impfung beziehungsweise Erkrankung aufgebauten Immunantworten teilweise umgehen, wie mehrere internationale Studien gezeigt haben.

Anzeige

Das heißt, auch Genesene und doppelt Geimpfte können sich mit der Virusvariante infizieren – wenngleich sie wohl bei einer Ansteckung weniger schwer erkranken dürften als Ungeimpfte. Bisherige Studien aus Großbritannien und Südafrika deuten darauf hin, dass Omikron-Verläufe milder sind.

  • Laden Sie jetzt die RND-App herunter, aktivieren Sie Updates und wir benachrichtigen Sie laufend bei neuen Entwicklungen.

    Hier herunterladen