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Omikron trifft fast jeden – wird Corona jetzt alltäglich?

Ein QR-Code für die Kontaktverfolgung der Gäste hängt am Tresen einer Kellerbar.

Liebe Leserinnen und Leser,

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Corona macht die Runde. Da ist die Freundin, die versucht, ihrem Sars-CoV-2-positiven Mitbewohner in der WG ja nicht in Küche und Bad zu begegnen. Die Schwester, die aufgeregt anruft und fragt, ob leichte Halsschmerzen auch zur Liste der Omikron-Symptome zählen, im Übrigen leuchte die Warnapp rot. Da vertagt ein Interviewpartner, plötzlich an Covid erkrankt, das geplante Gespräch. Und der befreundete Lehrer berichtet von Schülern und Schülerinnen, die unsicher sind, ob sie noch in den Unterricht kommen sollen – schließlich hat ein Elternteil ja gerade Corona.

Ist die Welle auch bei Ihnen angekommen? Nun steckt sich also doch noch ein Großteil von uns an – nachdem wir zwei Jahre lang fast alles versucht haben, um dem Virus möglichst nicht zu begegnen. Das Ausharren war nötig. Dadurch haben wir uns Zeit für die Impfungen gekauft, die vor einem schwerem Verlauf schützen. Gegen Omikron kommen wir jetzt trotzdem kaum an, zumindest wenn es um die Ansteckungen geht.

Omikron-Welle – Chance und Risiko zugleich

Mehr als 133.000 offiziell bestätigte Infektionen meldete das RKI am Donnerstag – ein Höchststand in der gesamten Pandemie. Die WHO geht davon aus, dass rund die Hälfte der in Europa lebenden Menschen in den kommenden zwei Monaten auf die so ansteckende Variante trifft. Das enorme Tempo bietet Experten und Expertinnen zufolge jedoch auch eine Chance. Der endemische Zustand könnte noch in diesem Jahr eintreten, die akute Gesundheitskrise endlich enden.

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Sind Maßnahmen wie Kontaktverzicht, Masken, Abstand, Testen und Konzepte wie 2G plus nun überhaupt noch sinnvoll? Wenn sich doch sowieso alle irgendwann anstecken? Dieser Frage ist in dieser Woche meine Kollegin Laura Beigel nachgegangen. Sie kommt zu dem Schluss: Ja, wir sollten immer noch vorsichtig bleiben und eine Corona-Infektion nicht unterschätzen. Noch stecken wir im Übergang in die neue Phase. Egal, ob ungeimpft, genesen, zweifach geimpft oder geboostert. Wieso das so ist, können Sie in unserer Rubrik „Erkenntnis der Woche“ lesen.

Bleiben Sie guter Dinge!

Saskia Heinze

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Erkenntnis der Woche

Glücklicherweise kommt es bei Omikron nach bisherigen Erkenntnissen zu weniger Krankenhauseinweisungen und schweren Verläufen. Das Virus einfach durchrauschen zu lassen, empfehlen Corona-Experten und Expertinnen aktuell aber nicht. Dabei geht es zum einen darum, das Gesundheitssystem und die kritische Infrastruktur nicht zu überlasten. Das würde passieren, wenn sehr viele Menschen auf einmal ausfielen – krankheitsbedingt oder weil sie sich isolieren müssen. Es geht aber auch um die persönliche Gesundheit. Auch wer leicht erkrankt, kann vom Virus beeinträchtigt sein. Eine Studie des Universitätsklinikums Hamburg-Eppendorf hatte etwa gezeigt, dass auch eine milde bis moderate Covid-19-Erkrankung die Funktionen von Herz, Lunge und Nieren mittelfristig beeinträchtigen kann.

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Viele Fragezeichen gibt es auch noch zu Spätfolgen, gerade bei Omikron. Jördis Frommhold, die an der Median Klinik in Heiligendamm ein Reha-Programm speziell für an Long Covid Erkrankte aufgebaut hat, weist auf eine Studie hin: Der zufolge waren rund 10 Prozent der Infizierten von Spätfolgen wie Erschöpfung, Atemnot und Konzentrationsstörungen betroffen. Es gibt auch Untersuchungen, die von bis zu 40 Prozent ausgehen. „So oder so ist hier aber von mehreren Hunderttausend bis zu Millionen Menschen die Rede, die Spätfolgen haben werden – und das allein in Deutschland“, vermutet die Ärztin.

Die Krankheitsschwere hängt zudem von der Immunität ab – und die ist bei Ungeimpften, ein- bis zweifach Geimpften und wahrscheinlich auch bei Genesenen drei Monate nach der Infektion nicht ausreichend gewährleistet. Diese Gruppe ist bundesweit noch groß. Bislang sind erst 48 Prozent der deutschen Bevölkerung geboostert. Verringern wir unsere Kontakte und halten Schutzmaßnahmen ein, bleibt mehr Zeit fürs Impfen.

Pandemie in Zahlen

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Alltagswissen

Sehr viele Menschen werden sich in den kommenden Wochen mit Corona anstecken. Ist ein PCR-Test positiv, bedeutet das auch, dass man sich zu Hause isolieren muss. Dafür gelten mittlerweile aber neue Regeln. Inzwischen muss man sich nicht mehr für 14 Tage absondern, sondern für zehn. Neu ist auch, dass die Isolation nach sieben Tagen beendet werden kann, wenn ein negatives Testergebnis vorlegt und keine Symptome auf eine Erkrankung hindeuten. Der Test muss von einer offiziellen Teststation vorgenommen werden.

Ob man in der Isolation weiter arbeiten muss, hängt davon ab, ob man symptomatisch erkrankt ist. Wenn keine ärztliche Krankschreibung vorliegt und es die Tätigkeit zulässt, können Arbeitgeber die Arbeit im Homeoffice verlangen. Bleiben Kinder wegen der Pandemie zu Hause, stehen Eltern weiterhin Ersatz­leistungen zu, falls sie nicht arbeiten können. Die Bundes­regierung hat den erweiterten Kinder­krankengeld-Anspruch bis ins Jahr 2022 verlängert. Das Kinder­krankengeld greift, wenn Kinder erkrankt sind oder wegen Schul- und Kita-Schließungen nicht außer Haus betreut werden können. Beantragt wird das Kinder­krankengeld bei den Krankenkassen.

Zitat der Woche

Mit der Impfung machen wir immer mehr Matsch auf diesen Sandweg drauf – bis das Auto irgendwann stecken bleibt, dann kann es sich nicht mehr verbreiten.

Charité-Virologe Christian Drosten

, der in der Bundespressekonferenz verdeutlichte, dass die Impfungen gegen das Coronavirus nicht wertlos sind

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Forschungsfortschritt

Forschende wollen einen Universalimpfstoff entwickeln. Der große Vorteil: Nach der Impfung soll man direkt vor sehr vielen Corona-Varianten auf einmal geschützt sein. Womöglich auch vor solchen, die aktuell noch gar nicht in der Welt zirkulieren. Vielleicht sogar vor dem nächsten Virus mit pandemischem Potenzial. Eine erste klinische Studie zu so einem Supermittel ist inzwischen am Walter Reed Army Institute of Research in den USA angelaufen, unterstützt von der US-Armee. Das neu entwickelte Vakzin basiert auf einer Technologie mit Nanopartikeln und zählt zur Klasse der Proteinimpfstoffe.

Wie aus einem Bericht des Nachrichtenportals „Defense one“ von Ende Dezember hervorgeht, wird das Vakzin bereits am Menschen getestet und soll gegen mehrere Varianten inklusive Omikron wirken. Das Projekt befinde sich aktuell in Phase eins – steht also noch ganz am Anfang. Die Untersuchungen finden noch in sehr kleinem Rahmen statt, zwei weitere Phasen mit weit mehr Probanden stehen noch aus. Aber immerhin: Experimente mit Primaten lieferten erste Hinweise darauf, dass das Mittel Antikörper neutralisieren konnte und die Affen nach einer Corona-Infektion weniger Virus im Körper hatten.

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Pandemie im Ausland

War lange coronafrei: die Insel Kiribati.

War lange coronafrei: die Insel Kiribati.

Die Republik Kiribati ist ein aus Korallenatollen und Inseln bestehender Staat mit etwa 120.000 Einwohnern und Einwohnerinnen. Der Archipel liegt nahe dem Äquator mitten im Pazifik. Zwei Jahre gelang es seinen Bewohnern, Corona von ihren Inseln fast komplett fernzuhalten – nun brachte das erste Flugzeug, das landen durfte, gleich 36 Infizierte nach Kiribati. Die aus Fidschi kommende Maschine habe 54 vollständig geimpfte Menschen an Bord gehabt, die vor dem Abflug drei Covid-Tests gemacht hätten, die alle negativ ausgefallen seien, teilte die Regierung am Mittwoch mit. Nach der Ankunft in Kiribati am Freitag seien dann aber 36 der Passagiere positiv auf das Virus getestet worden. Sie wurden in ein Quarantänezentrum gebracht. Ein Mitarbeiter des Zentrums sei mittlerweile ebenfalls infiziert.

Was kommt

Ab Februar sind Impfzertifikate in der EU nur noch neun Monate nach der Grundimmunisierung gültig. Im Zuge dessen sollen in Deutschland auch geänderte Vorgaben für eine Impfung mit dem Vakzin von Johnson & Johnson umgesetzt werden. Als geimpft mit vollständigem Grundschutz gilt man in Deutschland dann erst, wenn auf die Johnson-&-Johnson-Erstimpfung eine zweite Impfung erfolgt ist. Die Ständige Impfkommission (Stiko) empfiehlt die Impfung mit einem mRNA-Vakzin von Biontech/Pfizer oder Moderna. Dann sei von einer „erheblich verbesserten Schutzwirkung“ auszugehen. Von einer Auffrischimpfung spricht die Stiko bei mit Johnson & Johnson Geimpften übrigens erst, wenn noch einmal eine weitere Dosis mit einem mRNA-Mittel verabreicht wird. Der Abstand zur vorherigen Impfung soll mindestens drei Monate betragen.

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Bereits geändert hat sich die Regelung zum Genesenenstatus. Als genesen gilt man in Deutschland nun nur noch drei und nicht mehr sechs Monate nach einer eigenen Infektion. Hintergrund sind wissenschaftliche Hinweise darauf, dass wegen Omikron ein sehr viel größeres Risiko besteht, bereits früher erneut zu erkranken oder Überträger des Virus zu sein. Regelungen der einzelnen Bundesländer können abweichen.

Was die Pandemie leichter macht

Wer sich mit Corona ansteckt, muss sich möglichst von anderen Menschen fernhalten.

Wer sich mit Corona ansteckt, muss sich möglichst von anderen Menschen fernhalten.

Und plötzlich hat man sich infiziert. Es kann helfen, sich auf den Fall der Fälle vorzubereiten, insbesondere die Isolation oder Quarantäne in den eigenen vier Wänden. So empfiehlt das Bundesamt für Bevölkerungsschutz und Katastrophenhilfe (BBK), Essen und Trinken für circa zehn Tage im Haus zu haben. Vor allem Flüssigkeit ist essentiell: Für zehn Tage sollte man mit 20 Litern pro Person rechnen – das sind zwei Liter Flüssigkeit pro Person und Tag. Darin ist bereits ein Anteil zum Kochen eingerechnet. Man kann – wenn es die Qualität hergibt – aber auch einfach auf Leitungswasser zurückgreifen. Im Vorfeld lohnt es auch zu klären, wer Sie im Fall einer häuslichen Quarantäne unterstützen kann: Wer kann Einkäufe erledigen und frische Lebensmittel besorgen? Auch der Vorrat für Drogerieartikel und Medikamente sollte im Blick behalten werden.

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Was sonst noch interessiert

Es ist bekannt, dass während der Lockdowns psychische Probleme bei Schülern und Schülerinnen zugenommen haben, die Jugendlichen weniger aktiv waren, mehr Zeit vor den Bildschirmen verbrachten und unzufriedener mit ihrem Leben waren. Immerhin einen positiven Effekt gab es aber: Eine längere Schlafenszeit während der Lockdowns kam der Gesundheit von Schülern und Schülerinnen offensichtlich zugute. Das haben Forschende der Universität Zürich in einer Studie herausgefunden.

Schlafforschende weisen seit Jahren immer wieder darauf hin, dass ein späterer Schulbeginn die Gesundheit und Leistungsfähigkeit von Schülern und Schülerinnen verbessern könnte. So schlägt etwa die Deutsche Gesellschaft für Schlafforschung und Schlafmedizin (DGSM) einen Schulbeginn um 9 Uhr vor. Der Grund: In der Pubertät verändert sich bei vielen Jugendlichen das Schlafbedürfnis. Die innere Uhr ist bei ihnen eher darauf ausgerichtet, später ins Bett zu gehen und länger zu schlafen.

Falls Sie Anregungen oder Kritik haben, melden Sie sich gerne direkt bei unserem Redaktionsteam: magazin@rnd.de Wir freuen uns!

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