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Wie sich Asien auf die Omikron-Welle vorbereitet

Ein Mitarbeiter des Gesundheitswesens entnimmt einer Frau auf einem Markt eine Abstrichprobe, um sie auf das Coronavirus zu testen. In Indien weckt die Omikron-Virusvariante erneut Ängste, nachdem in dem Land mit fast 1,4 Milliarden Einwohnern mehr als 700 Fälle gemeldet wurden.

Taipeh. Atemschutzmasken und strenge Einreise-Regeln haben in Asien bislang eine Ausbreitung der hochansteckenden Omikron-Variante des Coronavirus ausgebremst. Länder wie Japan, Südkorea und Thailand haben ihre Quarantäne-Bestimmungen für Reisende in den vergangenen Wochen schnell wieder in Kraft gesetzt, nachdem sie sie erst im Herbst gelockert hatten.

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Doch die Fallzahlen steigen, und Expertinnen und Experten zufolge werden die kommenden Monate entscheidend sein. Dazu kommen Zweifel, wie effektiv die chinesischen Impfstoffe sind, die in China und vielen Entwicklungsländern genutzt werden. „Sobald es wieder mehr Fälle gibt, wird dieser Anstieg sehr schnell vor sich gehen“, sagt Dr. Shigeru Omi, einer der führenden medizinischen Berater der japanischen Regierung.

Omikron: Acht bis 700 Fälle

Auch in Indien, das sich gerade von einem schwerwiegenden Corona-Ausbruch Anfang des Jahres erholt hat, wachsen die Sorgen um Omikron. Bislang sind mehr als 700 Fälle in dem Land mit 1,4 Milliarden Einwohnerinnen und Einwohnern nachgewiesen worden. In der Hauptstadt Neu Delhi sind rund um Weihnachten und den Jahreswechsel größere Zusammenkünfte verboten worden. Und zahlreiche weitere Staaten haben neue Beschränkungen erlassen, darunter Ausgangssperren und verpflichtende Impfnachweise für den Besuch in Geschäften oder Restaurants.

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Auf dem belebten Chandni-Chowk-Markt in Neu Delhi waren in dieser Woche viele Menschen ohne Maske unterwegs. Fahrradrikscha-Fahrer Mahesh Kumar sagt, er habe große Angst vor Passagierinnen und Passagieren, die nicht an das Virus glauben. „Ich habe Kinder und eine Familie“, sagt er. „Wer kümmert sich um sie, wenn mir etwas zustößt?“

In Thailand gibt es mehr als 700 Omikron-Fälle, in Südkorea mehr als 500 und in Japan mehr als 300 Fälle. China, das mit die strengsten Virus-Kontrollen weltweit hat, meldete mindestens acht Fälle.

Japan: Erste Omikron-Fälle trotz strenger Einreisekontrollen

Japan hat die Ausbreitung der neuen Virusvariante um etwa einen Monat aufgehalten, indem es Einreisen beschränkt und verpflichtende Corona-Tests für alle ankommenden Passagierinnen und Passagiere vorgeschrieben hat. Wird ein Fluggast positiv auf Omikron getestet, müssen sich alle Mitreisenden in die Isolation begeben.

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Doch vergangene Woche wurden die ersten Ansteckungen vor Ort gemeldet, in den Nachbarstädten Osaka und Kyoto. Expertinnen und Experten drängen die Regierung denn auch, sich auf eine unmittelbar bevorstehende Welle vorzubereiten, indem mehr getestet und geboostert wird sowie mehr Betten in den Krankenhäusern bereitgehalten werden. „Wir möchten gern glauben, dass die Omikron-Fälle leicht verlaufen. Aber die schnelle Übertragung könnte die Zahl der Patienten schnell vervielfachen und so trotzdem die Krankenhäuser überlasten“, sagt Dr. Omi.

Boostern gegen Omikron? Nicht alle Impfstoffe gleich wirksam

In Taiwan tragen in den großen Städten fast alle Menschen eine Atemschutzmaske. Das Land bietet jetzt auch Booster-Impfungen mit Moderna an und drängt seine Einwohnerinnen und Einwohner, sich die dritte Impfung noch vor dem erwarteten Reiseansturm zum chinesischen Neujahrsfest Ende Januar zu holen.

Noch ungeprüfte Studien zeigen, dass Booster-Impfungen mit Biontech, Astrazeneca und Moderna vor der Omikron-Variante schützen, wenn auch eingeschränkt. Laut einer noch unveröffentlichten Forschungsarbeit der Universität Hongkong bilden sich nach einer Impfung mit dem chinesischen Sinovac-Impfstoff dagegen nicht genügend Antikörper gegen Omikron, auch nicht mit einer Booster-Impfung.

Sinovac hat auf Rückfragen dazu nicht reagiert. Chinesischen Behörden zufolge sind die Impfstoffe wirksam. „Unsere Totimpfstoffe sind weiterhin ziemlich verlässlich und decken eine Reihe von Antigenen ab. Deshalb werden sie auch gegen Omikron nicht komplett unwirksam sein“, sagte Zhong Nanshan, ein führender Regierungsmediziner, in einer Diskussionsrunde. Manche Länder, die bislang chinesische Impfstoffe bezogen haben, wollen sich jetzt für die Booster-Impfungen andere Vakzine besorgen, darunter Thailand und Indonesien.

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Strikter Lockdown in China

Chinas Vorgehen gegen das Virus — egal ob Omikron-Variante oder nicht — richtet sich darauf, die Übertragung frühzeitig zu stoppen. Dies scheint das Land noch zu verschärfen, weil im Februar die Olympischen Winterspiele in Peking beginnen sollen. So wurde die Metropole Xi'an mit 13 Millionen Menschen vergangene Woche abgeriegelt, weil sich Hunderte Menschen mit der Delta-Variante angesteckt hatten. Am Montag hieß es, die Menschen sollten so lange zu Hause bleiben, bis eine weitere stadtweite Testkampagne beendet sei.

In sozialen Netzwerken beschwerten sich Menschen über die plötzliche Ausgangssperre. Viele ernährten sich von Instantnudeln und anderen abgepackten Lebensmitteln. Manche sorgten sich, wie sie sich in den kommenden Tagen versorgen sollten, insbesondere mit frischem Gemüse. Wer aus dem Ausland nach China reist, muss je nach Provinz viele Tage in Quarantäne, zumeist sind es drei Wochen. Wie die Null-Covid-Strategie der Chinesen sich auf die Olympische Spiele auswirken wird, ist die Frage. Sportlerinnen und Sportler wie auch Gäste dürfen das Olympische Gelände nicht verlassen. Und Zuschauende wie Politikerinnen und Politiker, Journalistinnen und Journalisten sowie Mitarbeitende sollen jeden Tag getestet werden.

Südkorea: Trotz strengen Beschränkungen nur eine Frage der Zeit

In Südkorea gelten derweil gegen eine tödliche Delta-Welle vorsorglich wieder die strengsten Beschränkungen. So dürfen bei privaten Treffen nur höchstens vier Menschen zusammenkommen, Restaurants müssen um 21.00 Uhr schließen. Gesundheitsexpertinnen und -experten rechnen dennoch damit, dass es nur eine Frage der Zeit sei, bis Omikron da ist. „Die Omikron-Variante hat eine derart hohe Übertragungsrate, dass es klar ist, dass sie irgendwann die dominierende Variante in Südkorea sein wird“, sagt Jaehun Jung, Medizin-Professor an der Gachon-Universität.

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RND/AP

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