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  • Omikron-Ausbruch in Oslo: Studie liefert wichtige Erkenntnisse zu Impfstoff­wirksamkeit

Erster Omikron-Hotspot in Europa: Studie liefert neue Erkenntnisse zum Impfschutz

  • In Norwegen haben sich bei einer Weihnachtsfeier zahlreiche Menschen mit der Omikron-Variante infiziert.
  • Die meisten der Gäste waren zweifach gegen das Coronavirus geimpft, auch PCR- und Schnelltests wurden durchgeführt.
  • Eine Studie hat sich nun mit dem „Oslo-Ausbruch“ beschäftigt – und wichtige Erkenntnisse zur Wirksamkeit der Impfstoffe gegen die neue Variante erlangt.
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Oslo. Ende November infizierten sich bei einer Weihnachtsfeier in Norwegens Hauptstadt Oslo fast 100 Menschen mit dem Coronavirus – trotz hoher Impfquote und Durchführung von Corona-Tests. Ausgelöst wurde der Ausbruch von einem Reiserückkehrer aus Südafrika, der sich mit der Omikron-Variante infiziert und damit die anderen Gäste der Veranstaltung angesteckt hat. Einen Monat später veröffentlicht das Norwegian Institute of Public Health (NIPH) nun eine Kohortenstudie zu dem Oslo-Ausbruch.

Durchschnittsalter mit 38 Jahren sehr gering

Nach Bekanntwerden des Ausbruchs wurden die Teilnehmenden der Veranstaltung dazu aufgefordert, sich in häusliche Quarantäne zu begeben und mithilfe von PCR-Tests testen zu lassen. Anfang Dezember wurden sie von Mitarbeitenden des NIPH telefonisch zu demografischen und klinischen Informationen befragt. 111 der 117 Partygäste haben an den Interviews teilgenommen.

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Unter den 117 Partygästen waren laut den Studienautorinnen und ‑autoren 96 Prozent zweimal gegen das Coronavirus geimpft. Die Altersspanne der Menschen ging von 26 bis 68 Jahre, das Durchschnittsalter war mit 38 Jahren sehr gering. Die Zweitimpfung lag im Schnitt 79 Tage zurück, geboostert war noch keiner von ihnen. Die Inkubationszeit lag im Durchschnitt bei drei Tagen.

Mittelschwerer Symptomverlauf beim Großteil der Infizierten

Von den 117 Gästen wurden 81 positiv auf die Omikron-Variante getestet. 91 Prozent der positiv Getesteten litten trotz zweifacher Impfung unter Symptomen wie Husten (83 Prozent), einer verstopften Nase (78 Prozent), Müdigkeit (74 Prozent) sowie Halsschmerzen (72 Prozent), Kopfschmerzen (68 Prozent) und Fieber (54 Prozent). Die meisten stuften den Schweregrad ihrer Symptome als mittelschwer ein.

Im Krankenhaus musste bis jetzt zwar noch niemand von den Infizierten behandelt werden. Für Virologe Christian Drosten sehen diese Ergebnisse dennoch nicht nach einem milderen Verlauf bei der Omikron-Variante aus, wie er bei Twitter schreibt.

Impfungen könnten schwere Verläufe verhindert haben

Auch die Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler des NIPH gehen davon aus, dass sich die Omikron-Variante unter Erwachsenen deutlich schneller überträgt als andere Varianten. Darüber hinaus können sie nicht ausschließen, dass die Impfung das Risiko einer schweren Erkrankung bei den meisten gegebenenfalls verringert hat, heißt es.

Andere Studien, unter anderem vom Impfstoff­hersteller Biontech, haben bereits gezeigt, dass eine Booster-Impfung den Schutz gegen die Omikron-Variante deutlich erhöht. Daher werden nun auch in Norwegen Auffrischungs­impfungen durchgeführt, um den Impfschutz aufrechtzuerhalten.

RND/tmo

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