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Zwei Wochen Omikron: Was wir inzwischen über die Corona-Variante wissen – und was nicht

Omikron wird sehr wahrscheinlich bald das Infektionsgeschehen in Deutschland und Europa dominieren.

Die als besorgniserregend eingestufte Virusvariante Omikron stellt bisherige Annahmen zu Corona komplett auf den Kopf. Dabei wurde die Mutante erst Ende November – also vor wenigen Wochen – erstmals in Südafrika entdeckt. Fieberhaft arbeiten seitdem Forschende daran, mehr über den plötzlich stark veränderten Erreger zu erfahren – wie er sich weltweit ausbreiten, den Immunschutz beeinflussen und das Pandemiegeschehen noch mehr als sowieso schon befeuern könnte. Ein Überblick zum Stand der Dinge:

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1) Wie schnell verbreitet sich Omikron?

Laut der Weltgesundheitsorganisation (WHO) ist Omikron bereits in mindestens 57 Ländern nachgewiesen, das Risiko für eine weitere Verbreitung wird als hoch bis sehr hoch eingeschätzt. In Südafrika wurden Ende November die ersten Fälle publik gemacht. Inzwischen hat Omikron dort in einigen Regionen schon fast komplett übernommen – bereits mehr als 80 Prozent der untersuchten Proben machen die neue Variante aus. Im Großraum um Johannesburg und Pretoria sei die Zahl der Neuinfektionen im Wochenvergleich um 400 Prozent gestiegen, berichtet das örtliche Gesundheitsministerium. Auch in elf weiteren afrikanischen Staaten wurden Infektionen nachgewiesen.

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Omikron ist inzwischen auch in Deutschland angekommen. Zwar dominiert noch die Delta-Variante, aber die Nachweise der neuen Mutante nehmen zu. Bis zum 2. Dezember waren laut Wochenbericht des Robert Koch-Instituts (RKI) vier Fälle nachgewiesen, eine Woche später dann schon 28. Bei 36 weiteren Fällen bestehe aufgrund eines spezifischen PCR-Tests bereits ein Verdacht. Per Genomanalyse muss das noch im Labor bestätigt werden. „Es ist von wesentlich mehr Fällen auszugehen, denn Labore untersuchen nur einen Bruchteil der positiven Proben auf Varianten“, betont die Gesundheitsbehörde.

In Dänemark sind bereits mehr als 180 Fälle bekannt. In Norwegen gab es zudem ein Superspreading-Event. Bei einer Firmenfeier in einem Restaurant infizierten sich rund 120 Menschen mit Corona. In mehr als der Hälfte der Fälle handle es sich vermutlich um Omikron, berichteten die örtlichen Gesundheitsbehörden dem Sender NRK. EU-weit wurden bis zum 8. Dezember 337 Fälle an die europäische Seuchenschutzbehörde (ECDC) gemeldet. In Großbritannien wurden bereits mehr als 800 Fälle bestätigt.

2) Wird Omikron die Winterwelle verlängern?

Ich denke, ab Januar werden wir mit Omikron in Deutschland ein Problem haben.

Christian Drosten

Virologe

Aufhalten lässt sich Omikron Fachleuten zufolge nicht mehr. Viele Infektionen in Europa sind zwar auf Reiserrückkehrende aus Afrika zurückzuführen. Es gibt aber auch schon Fälle ohne Verbindung. Das deute darauf hin, dass eine unentdeckte Übertragung durch die Bevölkerung stattfindet, heißt es im ECDC-Bericht. Forschende vermuten, dass Omikron extrem verbreitungsfähig im Vergleich zur Delta-Variante ist. Modellierungen zeigen, dass in den nächsten Monaten voraussichtlich über die Hälfte aller Corona-Infektionen in Europa durch Omikron verursacht werden könnten. Omikron wird also sehr wahrscheinlich dominant werden.

„Ich denke, ab Januar werden wir mit Omikron in Deutschland ein Problem haben“, prognostizierte der Virologe Christian Drosten von der Berliner Charité in der letzten Folge des NDR Info-Podcasts. Die Corona-Pandemie könnte sich nach seiner Einschätzung noch länger hinziehen. Der weitere Verlauf hänge stark von der Ausbreitung ab. In Südafrika seien die Zuwachsraten trotz des dort einsetzenden Sommers hoch. „Und darum würde ich im Moment auch nicht sagen, bis Ostern ist in Deutschland die Pandemie vorbei, wenn Omikron übernimmt“, sagte Drosten. Mit weiteren Infektionswellen sei zu rechnen.

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3) Wieso sind die Mutationen von Omikron ein Problem?

Omikron hat mehr als 30 relevante Mutationen im Spike-Protein – was sehr viele sind. Und gerade das Spike-Protein wird vom Virus genutzt, um in die menschlichen Zellen einzudringen. Gegen das Spike-Protein sind aber auch viele Impfstoffe gerichtet. „Omikron hat keine Mutationen, die wir nicht schon kennen, aber die Kombination der Mutationen kennen wir bisher nicht“, erklärt Carsten Watzl, Generalsekretär der Deutschen Gesellschaft für Immunologie (DGfI) den Zusammenhang. „Wie diese Kombination wirkt, muss man jetzt untersuchen.“

Viele Experten und Expertinnen sind seit der Entdeckung von Omikron besorgt, weil die Variante nicht nur viele Mutationen hat, sondern sich diese auch noch an kritischen Stellen befinden. Dazu gehören Veränderungen, die sowohl mit einer höheren Übertragbarkeit (transmissibility) als auch einer Immunflucht in Verbindung stehen.

4) Ist Omikron noch ansteckender als Alpha und Delta?

Die Ansteckungsdynamik in Südafrika und Großbritannien spricht dafür, dass Omikron noch übertragbarer ist. Beobachtungen auf molekularbiologischer Ebene liefern ebenfalls Hinweise: So hat Omikron Mutationen in der Nähe der sogenannte Furin Cleavage Site, die eine Rolle bei der Aufnahme des Virus in menschliche Zellen spielt, erklärte RKI-Chef Lothar Wieler. „Das spricht dafür, dass es eine erhöhte Transmission sein könnte.“ Bei einigen Mutationen sei aber auch noch nicht klar, was sie biologisch bedeuten.

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Erste PCR-Tests von Omikron-Infizierten lassen zudem nichts Gutes vermuten: So wiesen beispielsweise zwei Männer in Hongkong, die sich nachweislich mit der Variante infiziert haben, offenbar eine sehr schnell ansteigende Viruslast auf. Die PCR-Tests der zwei Männer, die wenige Tage zuvor noch negativ ausfielen, enthielten einen Ct-Wert von 18 und 19. „Das ist wahnsinnig hoch, insbesondere wenn man bedenkt, dass die zwei bei den letzten PCR-Tests noch negativ waren“, schreibt der Epidemiologe Eric Feigl-Ding, der lange Zeit an der Universität Harvard forschte.

5) Sind Geimpfte und Genesene noch gegen Omikron geschützt?

Es ist wahrscheinlich, dass Omikron die Immunantwort deutlich stärker umgehen kann als bisherige Varianten. Was bedeutet, dass Geimpfte sich wahrscheinlicher infizieren als noch bei Delta. Mehrere Laborstudien haben gezeigt, dass Omikron die Immunantwort abschwächt. Es braucht bei Omikron offensichtlich deutlich mehr Antikörper im Körper, um noch eine neutralisierende Wirkung zu gewährleisten. Das betrifft auch Menschen, die zweifach geimpft sind. Wie das Krankheits- und Sterberisko bei einer Durchbruchsinfektion mit Omikron ausfällt, ist noch unklar. Ähnlich könnte es bei Genesenen aussehen, auch wenn dazu bislang eindeutige Daten fehlen. Eine erste Analyse aus Südafrika hat zumindest gezeigt, dass seit dem Auftauchen von Omikron höhere Reinfektionsraten unter Genesenen zu beobachten waren.

Biontech-Chef spricht sich für Booster-Impfung nach drei Monaten aus

Biontech-Mitgründer Ugur Sahin hat sich für eine Corona-Auffrischungsimpfung bereits ab drei Monaten nach der Zweitimpfung ausgesprochen.

Die Omikron-Variante macht die Schutzwirkung durch Impfungen nach bisherigen Erkenntnissen allerdings nicht komplett zunichte. Für einen besseren Schutz braucht es die Boosterimpfung. Biontech-Chef Ugur Sahin sagte diese Woche, dass der Schutz vor Krankheit und Tod bei Omikron mit einer Auffrischung wahrscheinlich sogar ähnlich hoch ausfalle wie nach der Zweifachimpfung beim Ursprungsvirus. Zu Moderna fehlen noch Daten – Fachleute halten die Ergebnisse aus der Biontech-Studie aber für übertragbar. Es sei zwar auch zu vermuten, dass auch Erst- und Zweitimpfung immer noch einen Basisschutz vor Krankheit und Tod bieten, sagen Biontech und weitere Forschende. Weitere wichtige Teile des Immunsystems, die nichts mit den Antikörpern zu tun haben, könnten immer noch anspringen, um das Virus zu bekämpfen. Garantiert ist das bei Omikron aber nicht.

6) Wird es neue Impfstoffe geben?

Weil sich das Coronavirus schnell verändert, ist es wahrscheinlich, dass die Impfstoffe verändert werden müssen. Offen sei noch, wann das sein wird, sagte der Biontech-Chef Ugur Sahin bei einer Pressekonferenz mit „Reuters“. Im Fall von Omikron fehlten noch Daten, ob eine schnelle Anpassung des Impfstoffs notwendig werde. Das würden erst die kommenden Wochen zeigen. Für die Entwicklung und Produktion eines angepassten Impfstoffs brauche das Unternehmen rund 100 Tage. „Ich glaube, grundsätzlich werden wir zu einem bestimmten Zeitpunkt einen neuen Impfstoff gegen Covid-19 brauchen“, sagte Sahin.

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Der US-Pharmakonzern Moderna untersucht nach eigenen Angaben aktuell ebenfalls seinen Impfstoff in Bezug auf Omikron. Das Unternehmen könnte nach eigenen Angaben eine gezielte Auffrischungsimpfung für Omikron ab März entwickelt und für einen Zulassungsantrag in den USA bereit haben. Moderna-Präsident Stephen Hoge sagte, der ganze Vorgang könne drei bis vier Monate dauern. „Die omikronspezifischen Booster kommen realistischerweise nicht vor März und vielleicht eher im zweiten Quartal.“

7) Erkranken mit Omikron Infizierte schwerer?

Inwiefern eine starke Infektionswelle durch Omikron ein Problem wird, hängt stark an der Krankheitslast. Also: Erkranken die Menschen schwerer, wenn sie sich mit Omikron anstecken, und wenn ja, wie viele? Wie viele von ihnen müssen in Kliniken und auf Intensivstationen behandelt werden? Und wie hoch ist das Sterberisiko infolge einer Omikron-Ansteckung? Wie hoch das Krankheitsrisiko für Geimpfte, Genesene wie auch nicht geimpfte Menschen bei dieser Variante ausfällt, kann man im Moment noch nicht sagen.

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Zwar gibt es statistische Hinweise und Krankenhausberichte aus Südafrika, wonach Omikron bei Patienten und Patientinnen relativ mild im Verlauf war. Die veröffentlichten Daten beziehen sich auf einzelne Ausbrüche in der Gauteng Provinz, in der auch die Städte Johannesburg und Pretoria liegen. Auch in der EU zeichnet sich bislang ein ähnliches Bild ab: Bestätigte Omikron-Fälle sind laut der internationalen Seuchenbehörde entweder asymptomatisch oder mild verlaufen. Expertinnen und Experten mahnen aber, dass es noch zu früh sei, aus den ersten Krankenhausdaten wissenschaftlich fundierte Schlüsse zu ziehen.

Die Häufung milder Verläufe bei Omikron-Infektionen könne auch damit zusammenhängen, dass die Variante in der Lage sei, eine größere Zahl von geimpften oder genesenen Menschen zu infizieren, die bereits über eine gewisse Immunität verfügten, erklärte etwa der Genetik-Experte Jeffrey Barrett im BBC-Radio. Grund zur Entwarnung wären hochgerechnet weniger schwere Verläufe auch nicht, wenn es um den weiteren Pandemieverlauf geht. Selbst wenn weniger Menschen als bei Delta schwer erkranken, könnte das bei einer gleichzeitig stärkeren Ausbreitung trotzdem zum Problem werden – weil trotzdem zu viele Covid-Patienten und Patientinnen auf einmal eine Behandlung im Krankenhaus benötigen könnten.

8) Erkranken Kinder schwerer an Omikron?

Eine weitere Beobachtung aus dem Ausland: Forschende in Südafrika stellen zunehmend Infektionen und Erkrankungen unter Kindern fest. „Es gibt eine Zunahme bei Krankenhauseinlieferungen von Kindern der Altersgruppe bis fünf Jahre“, teilte die Wissenschaftlerin Michelle Groome vom Nationalen Institut für übertragbare Krankheiten (NICD) Ende vergangener Woche mit. Das unterscheide die in Südafrika beginnende vierte Infektionswelle von früheren derartigen Phasen. Aber auch in diesem Fall ist die Sachlage noch nicht eindeutig: Es sei noch zu früh, aus den bisher vorhandenen Daten wissenschaftlich fundierte Schlüsse zu ziehen, betont die Expertin.

Olaf Scholz: „Wir werden wohl noch lange impfen müssen“

Bundeskanzler Olaf Scholz hat gemeinsame Anstrengungen mit den Ländern für eine deutliche Beschleunigung der Corona-Impfungen in Deutschland angekündigt.

Den Anstieg bestätigte auch das südafrikanische Gesundheitsministerium. „Ich nehme daraus mit, dass das nichts Gutes für die immunologisch naive Gruppe bedeutet, dass Omikron kein harmloses Virus für Ungeimpfte ist“, sagte zu diesem Befund der Virologe Christian Drosten. Eine Virusvariante, die eine Kombination aus effektiver Immunflucht und einer sehr schnellen Vermehrung besitze, sei bislang immer mit einem Anstieg der Krankheitsschwere einhergegangen.

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9) Wirken Medikamente noch gegen Omikron?

Es gibt eine Reihe von Antikörper-Medikamenten, die dabei helfen können, den Krankheitsverlauf von Covid-19 abzumildern. Die Wirkung könnte allerdings durch die neue Variante beeinträchtigt werden, sagt Friedemann Weber, Leiter des Instituts für Virologie an der Justus-Liebig-Universität Gießen. Bei dieser Behandlung bekommen Patienten mit hohem Risiko für einen schweren Verlauf möglichst rasch nach der Infektion einen Antikörper-Cocktail per Infusion verabreicht. Anders als die Impfstoffe zielen die Antikörper nur gegen einige wenige Merkmale des Spike-Proteins auf der Virusoberfläche. Sie verlieren also ihre Wirkung, wenn sich genau dieses Merkmal verändert. Ob das wirklich so ist, und welche Mittel betroffen sein könnten, ist noch unklar. Es braucht dafür Untersuchungen.

10) Woher kommt Omikron?

Der erste bislang bestätigte Omikron-Fall konnte laut eines Artikels in „The Lancet“ auf den 11. November zurückgeführt werden, in Botswana. Einige Tage später gab es einen weiteren Nachweis aus Hongkong, bei einem Reisenden aus Südafrika. Es folgten viele weitere Fälle, zuerst berichtet aus Südafrika. Das muss aber nicht heißen, dass die Variante dort entstanden ist. Denkbar ist auch, dass Omikron aus anderen Ländern nach Südafrika gekommen ist und dort nur erstmals erkannt wurde.

„Es ist noch etwas mysteriös, wie Omikron plötzlich aus dem Nichts kam“, sagte der Virologe Jörg Timm im Gespräch mit dem RND. Allzu plötzlich ist die Virusvariante, die der nordrhein-westfälische Virologe als „Ausreißer“ bezeichnet, wohl aber nicht entstanden. Sie wurde nur spät entdeckt. Der Stammbaum von Omikron reicht mehrere Monate zurück, noch vor die Entstehung von Alpha und Delta, wie inzwischen Daten der Nextstrain-Datenbank zeigen, in die Forschende weltweit Ergebnisse zu Virussequenzierungen einspeisen.

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Wo genau der Ursprung liegt, ist aber noch unklar. Forschende verfolgen bislang drei Theorien:

  • Die Mutante könnte sich in einem tierischen Wirt entwickelt haben, von dem sie schließlich auf den Menschen übergesprungen ist
  • Omikron könnte bei einem Menschen mit geschwächtem Immunsystem entstanden sein, weil das Coronavirus nach Inkfektion bei ihnen oft für längere Zeit im Körper bleibt
  • Die Variante könnte aus einer menschlichen Population stammen, die etwas isoliert gewesen ist und in der viele bereits genesen und immun waren

11) Was hilft gegen die erwartete Omikron-Welle?

Einig sind sich Wissenschaftler und Wissenschaftlerinnen darin, dass auch bei Omikron oberste Priorität bleibe, dass sich möglichst schnell möglichst viele Menschen impfen und boostern. Zahlreiche Länder haben zudem Einreisebeschränkungen verhängt, strengere Quarantänepflichten beschlossen, verschärfte Maßnahmen im öffentlichen Bereich getroffen. „Man wird die Variante nicht aufhalten können. Aber sie zu bremsen kauft einem wichtige Zeit“, schrieb die Göttinger Physikerin Viola Priesemann auf Twitter. Das sei besonders wichtig für den Fall, dass man die Impfstoffe anpassen müsse. Experten und Expertinnen betonen: Schnelles Handeln ist in diesem Fall besser, geringere Infektionszahlen ebenso. Weniger Kontakte helfen dabei, aber auch die bekannten Hygiene, Masken-, Test- und Abstandsregeln.

Auch die Politik ist gefragt – eben weil noch nicht klar ist, wie gefährlich Omikron am Ende wirklich sein wird. Man müsse sich jetzt darauf vorbereiten, betonte Anfang dieser Woche der Intensivmediziner und Vorsitzende des Divi-Intensivregisters Christian Karagiannidis. „Die Inzidenzen müssen runter“, schrieb er in seinem Twitter-Account. „Ein Omikron Plan A, B und C muss jetzt in der Schublade sein mit unterschiedlichen Szenarien je nach Infektiösität und krankmachender Wirkung“.

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12) Wieso heißt die Corona-Variante Omikron – und nicht Ny?

Nach ihrer Entdeckung hatte die Variante zunächst den Namen B.1.1.529 getragen. Nachdem die WHO sie als „besorgniserregend“ eingestuft hatte, bekam sie dann eine neue Bezeichnung: Omikron (oder im Englischen Omicron). Das ist der 15. Buchstabe des griechischen Alphabets. Alpha, Beta, Delta: Auffällige Varianten von Sars-CoV-2 benennt die Gesundheitsbehörde schon seit einiger Zeit nach diesem Muster. Damit soll verhindert werden, dass die Orte, an denen die Varianten erstmals auftreten, als Bezeichnung verwendet und sprachlich an den Pranger gestellt werden.

Der Reihenfolge nach hätte nun aber eigentlich Ny folgen sollen. Doch die WHO ließ diesen und auch gleich den folgenden Buchstaben Xi aus. Warum? Ny, das auf Englisch Nu heißt, klinge zu sehr nach „new“ (deutsch: „neu“) und wäre daher missverständlich gewesen, hieß es dazu von der WHO. „Xi wurde nicht verwendet, weil es ein verbreiteter Nachname ist.“ Virus-Bezeichnungen sollten keine ethnischen oder regionalen Gruppen verletzen. Wobei Xi zwar in China und in Ländern mit Han-chinesischer Bevölkerung gebräuchlich ist, aber zumindest in China kein sehr häufiger Name. Es gibt allerdings einen sehr wichtigen Namensträger: den chinesischen Staatschef Xi Jinping.

Dieser Artikel wurde am 10. Dezember aktualisiert.

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