Nur Risikogruppen schützen? Für Virologin „extrem schwierig“

  • Zählt man alle Menschen mit einem Risiko für einen schweren Covid-19-Verlauf zusammen, kommt man auf 21,9 Millionen Menschen.
  • Für Virologin Sandra Ciesek ist es daher kaum machbar, nur diese Risikogruppen zu schützen.
  • Denn zur Risikogruppe gehörten nicht nur Senioren.
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Frankfurt/Hamburg. Nur Risikogruppen vor dem Coronavirus zu schützen, ist aus Sicht der Frankfurter Virologin Sandra Ciesek weder möglich noch machbar. Das Robert Koch-Institut liste Vorerkrankungen auf, die ein Risiko für einen besonders schweren Verlauf haben. Lege man diese Liste zugrunde, seien das 21,9 Millionen Menschen, sagte Ciesek im NDR-Podcast „Coronavirus-Update“ am Dienstag. Über ein Viertel der Deutschen hatte demnach mindestens eine der berücksichtigten Vorerkrankungen und somit ein Risiko für einen besonders schweren Verlauf.

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Strategie ist nicht durchdacht

„Wenn man sich jetzt mal überlegt was das bedeutet: 21,9 Millionen Menschen sollen geschützt werden vor den restlichen 60 Millionen, dann glaube ich merkt man, wie irrsinnig und wie schwierig das ist.“ Zur Risikogruppe gehörten nicht nur alte Menschen im Pflegeheim, „das ist einfach nicht der Fall“. Ein Drittel - 7,3 Millionen Menschen - dieser knapp 22 Millionen seien unter 60 Jahre. Die Strategie, nur die Risikogruppen zu schützen, hält Ciesek daher für nicht durchdacht: „Wie das gehen soll, das stelle ich mir extrem schwierig vor.“

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Die Direktorin des Instituts für Medizinische Virologie am Universitätsklinikum Frankfurt wechselt sich mit dem Berliner Virologen Christian Drosten wochenweise ab.

RND/dpa

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