Noch im April: Intensivmediziner erwarten mehr als 6000 Corona-Patienten

  • Noch im April rechnen Experten mit mehr als 6000 Patienten mit schweren Verläufen auf den deutschen Intensivstationen.
  • Die Rufe nach einem harten Lockdown werden deshalb immer lauter.
  • Eine Änderung im Infektionsschutzgesetz soll Bundesländer und Landkreise zur Notbremse zwingen.
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Augsburg/Aachen. Angesichts steigender Neuinfektionszahlen rechnen die Krankenhäuser in Deutschland bereits für Ende April mit 6.000 und mehr Corona-Intensivpatienten. Es sei davon auszugehen, dass deutschlandweit täglich zwischen 50 und 100 neue Patienten aufgenommen werden müssen, sagte der Präsident der Deutschen interdisziplinären Vereinigung für Intensiv- und Notfallmedizin, Gernot Marx, der „Augsburger Allgemeinen“ (Dienstag).

Noch im April könne ein Höchststand aller drei Pandemiewellen erreicht werden. „Die Situation ist wirklich sehr, sehr angespannt“, sagte der Aachener Medizinprofessor.

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Von allen Klinikstandorten werde berichtet, dass in der dritten Welle deutlich jüngere Intensivpatienten aufgenommen werden, sagte Marx. „Wir sehen inzwischen sehr viele 40- bis 50-Jährige mit sehr schweren Corona-Verläufen auf den Intensivstationen.“ In der ersten und zweiten Welle seien unter 50-jährige noch eine seltene Ausnahme gewesen.

Der Intensivmediziner-Präsident appellierte eindringlich an die Politik, so schnell wie möglich einen strengen Lockdown einzuleiten. Bis die geplanten Änderungen des Infektionsschutzgesetzes umgesetzt seien und sich auf den Intensivstationen ein Effekt bemerkbar mache, würden zwölf bis 14 Tage vergehen.

Änderung des Infektionsschutzgesetzes in Arbeit

Das Bundeskabinett berät am Dienstag über bundesweit einheitliche Corona-Regeln. Dafür soll ein Entwurf zur Änderung des Infektionsschutzgesetzes auf den Weg gebracht werden. Die Bundesregierung wird demnach ermächtigt, bei hohen Infektionszahlen eine „Notbremse“ zu ziehen und deutlich striktere Kontaktbeschränkungen durchzusetzen.

RND/epd

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