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Nicht warten, lieber boostern

Die Booster-Impfung: Am Ende geht alles ganz schnell.

Liebe Leserinnen und Leser,

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neue Fragen lösen gerade wieder einmal das klassische „Wie geht’s?“ als Eingangsfloskel ab – bei Treffen mit Freunden, in der Familie, unter Kolleginnen und Kollegen. „Bist du schon geboostert?“, wird stattdessen gefragt. „Hast du einen Termin? Wartest du noch auf Biontech statt Moderna?“ Vielleicht geht es Ihnen ja ähnlich. Tauschen Sie sich in Ihrem Umfeld gerade auch wieder vermehrt zum Impfen aus?

Das ist kein Wunder angesichts der vierten Welle – und der neuen Studienlage. Womöglich diskutieren Sie gerade darüber, inwiefern die Impfung nun noch taugt, wenn sich in wenigen Wochen die Immunflucht­variante Omikron durchsetzt. Ob es gar von Vorteil wäre, bis März zu warten, wenn womöglich ein auf die Variante angepasster Impfstoff mit garantierter Schutzwirkung existiert?

Nicht zögern mit der Impfung – auch bei Omikron

Aber das lenkt vom Wesentlichen ab. Für zweifach Geimpfte sieht es zwar in der Tat weniger gut aus als noch vor wenigen Monaten. Erste Labordaten deuten darauf hin, dass die Immunantwort bei Geimpften nach einem Omikron-Durchbruch schwächer ausfällt, wenngleich ein gewisser Basisschutz zu vermuten ist. Die entscheidende Nachricht für den weiteren Pandemieverlauf und den Individualschutz ist aber: Ein Booster erhöht das Level der neutralisierenden Antikörper um ein Vielfaches. Mit dem Booster bleibt die Impfung wirksam.

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Biontech-Chef Ugur Sahin betonte diese Woche, dass der Schutz vor Krankheit und Tod mit einer Auffrischung wahrscheinlich sogar ähnlich hoch ausfalle wie nach der Zweifachimpfung beim Ursprungsvirus. Der Booster ist also quasi die neue vollständige Impfung. Zögern bis zum Frühjahr hilft deshalb nicht, wenn man sich und andere in diesem Winter bestmöglich schützen will. Mehr dazu auch in unserer Rubrik „Erkenntnis der Woche“.

Bleiben Sie stark!

Saskia Heinze

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Erkenntnis der Woche

Die Ausbreitung von Omikron in inzwischen 57 Ländern ist eine schlechte Nachricht für die weitere Pandemie­entwicklung. Durchbrüche sowohl nach der Impfung als auch nach einer Infektion werden dadurch wahrscheinlicher. Laborstudien aus Südafrika, von einem Team um die Virologin Sandra Ciesek vom Universitätsklinikum Frankfurt sowie auch von Biontech kommen nach Analysen von Blutseren allesamt zur Erkenntnis, dass die Antikörper­spiegel bei Menschen mit Grundimmunität bei Omikron im Gegensatz zum Urtyp des Virus nicht mehr ausreichen.

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Was das aber konkret für das Krankheits- und Sterberisiko bedeutet, ist noch nicht geklärt – es braucht neben den ersten Labordaten noch Studien auf Bevölkerungsebene. Dann kommt noch dazu, dass die Variante nicht nur in Teilen den Immunschutz umgeht, sondern auch extrem übertragbar zu sein scheint. In Südafrika seien die Zuwachsraten trotz des dort einsetzenden Sommers hoch, sagte der Virologe Christian Drosten im Podcast „Coronavirus-Update“ von NDR-Info. „Und darum würde ich im Moment auch nicht sagen, bis Ostern ist in Deutschland die Pandemie vorbei, wenn Omikron übernimmt.“ Ab Januar könne Deutschland mit der Variante ein Problem haben. Ab dem zweiten Quartal 2022 könne womöglich eine neue Generation angepasster Impfstoffe verwendet werden.

 

Pandemie in Zahlen

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Alltagswissen

FFP2-Masken bieten einen extrem hohen Schutz vor einer Corona-Infektion. Dabei kommt es aber auf die richtige Trageweise an, wie Forschende des Göttinger Max-Planck-Instituts für Dynamik und Selbstorganisation in einer Studie berichten. Wenn sich ein infizierter und ein gesunder Mensch in einem Innenraum mit geringer Distanz begegnen, liegt die Ansteckungsgefahr demnach auch nach 20 Minuten bei gut einem Promille (0,1 Prozent).

Voraussetzung sei der korrekte Sitz der FFP2-Maske. Bei schlecht sitzender Maske liege das Infektionsrisiko im gleichen Szenario bei rund 4 Prozent. Eine Maske lasse sich für einen optimalen Schutz an die Gesichtsform anpassen, wenn man ihren Metallbügel vor dem Aufsetzen biegt. „Dann gelangen die ansteckenden Aerosolpartikel nicht mehr an der Maske vorbei und auch Brillen beschlagen nicht mehr“, wird Studienautor Eberhard Bodenschatz in einer Mitteilung zitiert. Bei OP-Masken reicht eine gute Passform noch, um die Infektionsgefahr auf maximal 10 Prozent zu senken.

 

Zitat der Woche

Ein Omikron-Plan A, B und C muss jetzt in der Schublade sein mit unterschiedlichen Szenarien je nach Infektiösität und krank machender Wirkung.

Christian Karagiannidis,

Vorsitzender des Divi-Intensivregisters und Intensivmediziner

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Forschungsfortschritt

Wie kann man die Impfquote steigern? Eine Möglichkeit ist die allgemeine Impfpflicht, zu der Bund und Länder derzeit bereits in Absprache sind. Forschende um die Kommunikations­wissenschaftlerin Cornelia Betsch von der Universität Erfurt sagen aber: Das reicht nicht. In einer neuen Studie machen sie deshalb auf der Grundlage von Umfrageergebnissen darauf aufmerksam, dass eine Reihe weiterer Angebote nötig sei, um Menschen für eine Corona-Impfung zu gewinnen.

Nur welche? Eine Empfehlung ist beispielsweise ein verpflichtendes Aufklärungsgespräch mit einem Arzt oder einer Ärztin. Nicht impfen werde damit ebenso aufwendig wie impfen. Angst spiele eine große Rolle bei der Entscheidung für oder gegen die Impfung, so die Forschenden. Impfpaten, die ängstliche Menschen zur Impfung begleiten, oder Impfhunde könnten deshalb versuchsweise eingesetzt werden, um die Sorge vor der Impfung abzuschwächen. Sehr relevant sei das Impfen direkt am Arbeitsplatz, im Verein, im Bildungssektor. So könnten große Gruppen auf einmal erreicht werden.

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Pandemie im Ausland

Es gibt nur noch sehr wenige Orte auf der Welt, wo das Coronavirus noch nicht angekommen ist. Einer davon waren die 15 Cookinseln im Pazifik. Zum ersten Mal seit Beginn der Pandemie wurde dort nun ein Fall registriert. Ein zehnjähriger Junge, der aus Neuseeland zurückkehrte, wurde positiv auf das Virus getestet. Bemerkenswert: Obwohl die Inseln bisher covidfrei geblieben waren, hat sich die Bevölkerung schnell und unbürokratisch impfen lassen. 96 Prozent der Menschen, für die ein Impfstoff zugelassen ist, sind bereits gegen Covid-19 geimpft.

 

Was kommt

In Israel werden bereits Kinder mit dem Vakzin von Biontech geimpft.

In Israel werden bereits Kinder mit dem Vakzin von Biontech geimpft.

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Der Corona-Impfstoff für Kinder zwischen fünf und elf Jahren steht ab voraussichtlich kommender Woche zur Verfügung. Der Bund rechnet mit vorerst rund 2,4 Millionen Dosen des Herstellers Biontech/Pfizer. Die Ständige Impfkommission will auf die um eine Woche vorgezogene Auslieferung des speziellen Corona-Impfstoffs für Jüngere reagieren. „Wenn irgend möglich“ solle bis zum 13. Dezember eine Empfehlung vorliegen, teilte der Stiko-Vorsitzende Thomas Mertens bereits mit.

 

Was die Pandemie leichter macht

Angehörige von an Covid-19 Verstorbenen fühlen sich oft alleingelassen mit ihrem Verlust, erzählte uns diese Woche Anita Schedel, die in der ersten Corona-Welle ihren Mann an das Virus verloren hat. Erst als die 57-Jährige auf weitere Trauernde traf, habe sie begriffen, dass es noch viel mehr Menschen mit ähnlichen Erfahrungen gebe. „Der Austausch hilft anderen, aber auch mir selbst sehr, um wieder auf den Weg zu kommen“, betont sie und macht deshalb auf verschiedene Selbsthilfegruppen in Deutschland aufmerksam.

Ein deutschlandweites Onlinetreffen unter Covid-Hinterbliebenen findet beispielsweise seit Mai 2021 einmal im Monat statt. Wer Interesse hat, sich darüber auszutauschen, kann eine E‑Mail schreiben an selbsthilfegruppe-angehoerige@web.de. Und in München gibt es etwa eine neue Gruppe, die sich einmal im Monat vor Ort treffen will. Betroffene, die Ähnliches erlebt haben, sind dort herzlich willkommen und finden mehr Infos auf der Website selbsthilfe-corona-trauernde.de.

 

Was sonst noch interessiert

Brüchige, gelblich verfärbte Nägel: Eine Zierde ist das nicht. Den meisten Menschen ist es daher unangenehm, wenn ihre Nägel von einem Pilz befallen sind. In der Tat kommt die Infektion, die vor allem bei älteren Erwachsenen sehr häufig ist, inzwischen immer öfter bei Kindern vor. „Typischerweise stecken sich Kinder in der Familie an. Zum Beispiel gibt der Großvater die Infektion an den Enkel weiter“, berichtet Hans-Jürgen Tietz vom Institut für Pilzkrankheiten in Berlin.

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Die Corona-Pandemie habe indirekt zur Ausbreitung beigetragen: In häuslicher Isolation sei das Risiko einer Ansteckung nämlich noch größer, meint der Mykologe. Hinzu kommt, dass manche Menschen aufgrund ihrer Veranlagung anfälliger sind für Pilzerkrankungen. Aber auch die Schuhe spielen eine große Rolle. „Wenn sie wenig atmungsaktiv sind, fangen die Füße schnell an zu schwitzen. Das begünstigt eine Infektion“, erklärt der Experte. Es sei wichtig, bei Nagelproblemen zum Hautarzt zu gehen. Dort sollte eine Probe des kranken Nagels genommen und im Labor untersucht werden.

 

Falls Sie Anregungen oder Kritik haben, melden Sie sich gern direkt bei unserem Redaktionsteam: magazin@rnd.de. Wir freuen uns!

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