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Bereits erhältlich: Forscher entwickeln neuen Corona-Antikörpertest für zu Hause

Der Corona-Antikörpertest “AProof” soll Anwendern Gewissheit verschaffen, ob sie sich schon mit dem Coronavirus infiziert haben oder nicht.

Der Corona-Antikörpertest “AProof” soll Anwendern Gewissheit verschaffen, ob sie sich schon mit dem Coronavirus infiziert haben oder nicht.

Leipzig. Forschern des Biotechnologisch-Biomedizinischen Zentrums (BBZ) der Universität Leipzig und der Firma Adversis Pharma in der BioCity ist es gelungen, einen Corona-Antikörpertest für zu Hause zu entwickeln. Der Test namens “AProof” kostet 49 Euro und ist ab heute in Apotheken bundesweit erhältlich, wie die Leipziger Volkszeitung am Montag berichtete.

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Test liefert nach ein bis zwei Tagen Ergebnisse

“Der Antikörpertest ist in der Handhabung sehr einfach und liefert in der Auswertung sehr zuverlässige Ergebnisse”, sagt Jörg Gabert von Adversis Pharma. Zusammen mit Ralf Hoffmann vom BBZ und Stephan Borte, Chefarzt für Labormedizin am Klinikum St. Georg, hatte er an dem Antikörpertest für zu Hause gearbeitet.

Und so wird der Test angewendet: Vor dem Öffnen der Packung sollten sich Nutzer die Hände waschen und desinfizieren. Aus der Fingerkuppe muss dann ein Tropfen Blut gewonnen werden, der auf eine Filterkarte gegeben wird. Sobald das Blut getrocknet ist, kann der Teststreifen an ein Labor geschickt werden. Tester müssen sich zusätzlich auf der Internetseite www.aproof-corona.de registrieren, wo das Ergebnis nach 24 bis 48 Stunden einsehbar ist.

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Sebastian Gemkow (CDU), Wissenschaftsminister des Landes Sachsen, absolviert den neuen Corona-Antikörpertest.

Sebastian Gemkow (CDU), Wissenschaftsminister des Landes Sachsen, absolviert den neuen Corona-Antikörpertest.

Projekt wird von der EU gefördert

Schon vor zwei bis drei Jahren seien in der BioCity Leipzig Tests für Labortiere hergestellt worden. Im März reifte schließlich bei einem Kantinenessen die Idee, einen solchen Corona-Antikörpertest auch für menschliche Patienten zu entwickeln. In der vergangenen Woche wurde der Test schon europaweit zugelassen.

“Diese Entwicklung spricht einmal mehr für den Wissenschaftsstandort Leipzig”, sagte Sachsens Ministerpräsident Michael Kretschmer (CDU) bei der Vorstellung des Tests am Montag. Das Forschungsprojekt wird bis 2022 mit 323.000 Euro vom Freistaat Sachsen und von der Europäischen Union gefördert.

Test sagt nichts über Immunität aus

Mithilfe von Antikörpertests können Anwender nachvollziehen, ob sie sich bereits unwissentlich mit dem Coronavirus infiziert haben. Antikörper werden vom menschlichen Immunsystem als Reaktion auf das Eindringen von Krankheitserregern wie Bakterien und Viren gebildet. Die von weißen Blutkörperchen produzierten Proteine passen nach dem Schlüssel-Schloss-Prinzip meist nur auf ein ganz bestimmtes Antigen auf der Virusoberfläche.

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Sobald Antikörper gegen das Coronavirus im Blut nachweisbar sind, bedeutet das, dass eine Infektion mit Sars-CoV-2 bereits stattgefunden haben muss. Dieser Befund lässt aber keine Rückschlüsse darauf zu, ob der entsprechende Patient immun gegen das Virus ist.

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Menge der Viruslast ist für Immunität entscheidend

Damit ein Körper immun gegen das Coronavirus ist, müsse ein “immunologisches Gedächtnis” gebildet werden, sagte der Vakzinologe, Carlos A. Guzmán, vom Helmholtz-Zentrum für Infektionsforschung in Braunschweig gegenüber der “Berliner Zeitung”. Sprich, es müssten T-Gedächtniszellen entstehen, die aktiv werden, wenn der Erreger erneut in den Körper eindringt.

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Allerdings: “Wenige Viren im Hals- und Rachenbereich genügen wahrscheinlich nicht, um eine große Antikörperantwort oder T-Zellen-Immunität auszulösen”, sagt Klaus Cichutek, Präsident des Paul-Ehrlich-Instituts (PEI). Das würde erklären, warum bei asymptomatischen Patienten schnell wenige oder gar keine Antikörper mehr auffindbar sind.

T-Helferzellen könnten Teilimmunität bieten

Eine ausreichende Immunität gegen das Coronavirus wird womöglich nur eine Impfung bieten können. Infektionsforscher schließen bis dahin aber auch eine Teilimmunität durch T-Helferzellen nicht aus. Studien aus den USA und Deutschland wiesen nach, dass 30 Prozent der nicht mit Sars-CoV-2 infizierten Probanden dennoch bestimmte T-Helferzellen im Blut hatten, die auf das Virus reagierten.

“Wahrscheinlich hatten sie schon einmal Kontakt mit sogenannten Common-Cold-Coronaviren – also mit anderen Coronaviren, die herkömmliche Erkältungen auslösen”, vermutet Thomas Jacobs vom Hamburger Bernhard-Nocht-Institut für Tropenmedizin (BNITM). Ob diese sogenannte T-Zell-Reaktivität gegen Sars-CoV-2 schützt, ist noch unklar.

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Jede Corona-Infektion habe einen “einzigartigen genetischen Fingerabdruck”, sagte die Virologin und Beraterin der niederländischen Regierung, Marion Koopmans, in einem Radiointerview. In den Niederlanden hatte sich vor wenigen Tagen ein älterer Patient erneut mit dem Coronavirus infiziert. Auch in Belgien und Hongkong kam es zu Reinfektionen. “Von anderen Infektionen der Atemwege wissen wir, dass man nicht lebenslang geschützt ist – und das erwarten wir auch nicht von Covid-19″, so Koopmans.

Laura Beigel mit dpa und lvz

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