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Nano-Masken: Bundesanstalt für Arbeitsschutz rät von Spezialmasken ab

  • Anbieter von Nano-Atemschutzmasken werben mit einem besseren Schutz vor der Infektion mit dem Coronavirus.
  • Doch die Bundesanstalt für Arbeitsschutz und Arbeitsmedizin (BAuA) warnt vor den Produkten.
  • Durch die Nutzung von antiviralen Stoffen könnten diese sogar gesundheitsschädlich sein.
Curdt Blumenthal
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Dortmund. Die Produzenten von Nano-Atemschutzmasken versprechen eine verbesserte Schutzwirkung gegenüber Covid-19 – einige Hersteller werben auch mit einem deutlich besseren Tragekomfort.

Selbst Behauptungen, dass durch eine bessere Luftzufuhr bei den Nutzern eine niedrigere Herzfrequenz zu beobachten ist, kursieren im Internet. Die Bundesanstalt für Arbeitsschutz und Arbeitsmedizin (BAuA) warnt unterdessen vor den scheinbaren Wunderprodukten.

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Keine wissenschaftlichen Belege

Für den besseren Schutz sollen laut Herstellern spezielle Stoffe wie Nano-Silber oder Graphen sorgen. Teilweise sind außerdem Stoffe aus Desinfektionsmitteln in die Masken integriert, wodurch sich diese selbstständig desinfizieren sollen. „Die dort eingesetzten Stoffe haben antivirale Wirkungen. Die Viren sollen durch den Kontakt mit dem Stoff neutralisiert werden“, erläutert Jörg Michel von der Bundesanstalt für Arbeitsschutz und Arbeitsmedizin.

Die Bundesanstalt, die dem Bundesministerium für Arbeit und Soziales untersteht, beschäftigt sich schon lange intensiv mit den Spezialmasken. Michel und seine Kollegen raten vom Einsatz ab: „Wir empfehlen den Einsatz ausdrücklich nicht. Aus unserer Sicht bringen diese Masken keinen Mehrwert“, erklärt Michel.

Bedenkliche Anwendung der Stoffe

Auch der Vorteil gegenüber handelsüblichen FFP2-Masken ist laut Michel noch nicht bestätigt: „Ob die Masken den versprochenen Schutz bieten, können wir derzeit nicht wissenschaftlich fundiert beweisen. Die Neutralisierung der Viren ist nicht sicher belegt. Die Kontaktzeit zwischen Maske und Viruspartikeln ist vermutlich zu kurz.“

Noch viel schlimmer: Die Spezialmasken könnten laut dem Bundesamt sogar gesundheitsgefährdend sein: „Grundsätzlich gehen von diesen Stoffen zwar keine Gefahren aus. Bei Anwendung der Maske ist eine Gefährdung durch Hautkontakt oder die Inhalation von Partikeln allerdings nicht auszuschließen“, meint Michel. Auch die kanadische Gesundheitsbehörde hat bereits Anfang April eine Warnung vor Nano-Masken mit Graphen veröffentlicht.

Kennzeichnung entscheidet über Zulassung

Wer die Masken an Orten nutzen möchte, wo eine FFP2- oder medizinische Maske Pflicht ist, muss auf die Kennzeichnung achten. Bei Produkten, die außerhalb der EU produziert worden sind, entscheidet eine große Anzahl an Normen über die Zulassung. Die Bundesanstalt für Arbeitsschutz und Arbeitsmedizin empfiehlt die Übersicht der Berufsgenossenschaft für Gesundheitsdienst und Wohlfahrtspflege.

Bei den in der EU produzierten Produkten gibt die CE-Kennzeichnung samt vierstelliger Nummer einer zugelassenen Prüfstelle Auskunft über die Zulassung.

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