Nach Kritik: Japan will Verfahren für Corona-Tests ändern

  • Wegen ihrem Umgang mit den Coronavirus-Tests steht Japans Regierung in der Kritik.
  • Bisher wurde nur ein kleiner Teil der Bevölkerung auf die Krankheit getestet.
  • Zum Test zugelassen wurden nur Personen, die vier Tage Fieber hatten. Das soll sich nun ändern.
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Tokio. Nach Kritik will Japan sein Verfahren für Coronavirus-Tests verbessern. Neben einer beschlossenen Lockerung der Kriterien für solche Tests plant die Regierung in der kommenden Woche auch die Genehmigung von Testkits, mit denen Antigene des neuartigen Coronavirus bereits in 15 bis 30 Minuten festgestellt werden könnten, wie die japanische Nachrichtenagentur Kyodo am Samstag berichtete. Antigen-Tests werden oft bei Grippeuntersuchungen eingesetzt.

Kritik an Regierung: zu wenig Corona-Tests

Unterdessen lockerte die japanische Regierung ihre Richtlinien für Corona-Tests: Die bisherige strenge Regel, wonach sich nur Menschen auf den Erreger testen lassen durften, die mindestens vier Tage lang 37,5 Grad Fieber haben, wurde abgeschafft.

Dieses Kriterium war auf scharfe Kritik gestoßen, da dies dazu führte, dass viele potenzielle Corona-Patienten nicht getestet wurden. Zwar ist es in Japan, wo noch bis zum 31. Mai der Notstand gilt, zu keinem explosionsartigen Anstieg an Corona-Infektionen gekommen. Doch wird der Regierung vorgeworfen, viel weniger testen zu lassen als andere Länder.

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Voraussetzungen für Tests werden gelockert

Nach den neuen Richtlinien soll sich nun jeder, der über Atembeschwerden, starke Erschöpfung oder hohes Fieber klagt, bei einer örtlichen Gesundheitszentrale melden. Nur Ärzte bei ausgewiesenen medizinischen Einrichtungen können entscheiden, ob jemand auf das neuartige Coronavirus getestet werden soll oder nicht.

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Insgesamt zählt Japan bislang mehr als 16.300 Infektionsfälle und 621 Tote, wie der japanische Fernsehsender NHK am Samstag berichtete. Darunter sind auch 712 Infizierte und 13 Todesfälle unter Menschen, die sich auf einem Kreuzfahrtschiff befanden hatten. Der Trend der Neuinfektionen zeigt nach amtlichen Angaben inzwischen nach unten.

RND/dpa

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