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  • Mundschutz und Maskenpflicht: Wo kann man Masken kaufen, welche Schutzmasken sind am besten?

Schützen Masken – und wenn ja, wen? Fragen und Antworten zum Mund-Nasen-Schutz

  • Dem Thema Schutzmasken kommt in der Corona-Krise große Bedeutung zu.
  • Welche Masken gibt es, wen schützen sie, und was sollte man beim Tragen von selbst genähten Masken beachten?
  • Die wichtigsten Fragen und Antworten im Überblick.
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Im Zuge der Ausbreitung des Coronavirus haben alle Bundesländer inzwischen eine sogenannte Maskenpflicht für Bereiche des öffentlichen Lebens eingeführt. Doch längst nicht alle Menschen in Deutschland haben eine Atemschutzmaske oder einen selbst genähten Mund-Nasen-Schutz bei sich zu Hause. Viele fragen sich deshalb, wo sie eine Schutzmaske herbekommen oder was beim Selbermachen sowie Tragen zu beachten ist.

Hier beantworten wir die wichtigsten Fragen zum Thema Schutzmasken.

Welche unterschiedlichen Masken gibt es?

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Das Bundesinstitut für Arzneimittel und Medizinprodukte (BfArM) unterscheidet zwischen selbst hergestellten Masken (oder DIY-Masken, Community-Masken), medizinischem Mund-Nasen-Schutz (auch OP-Masken) und sogenannten filtrierenden Halbmasken (FFP2 und FFP3).

Schützen Masken?

Die Frage, ob das Tragen einer Maske schützt, ist von zwei Faktoren abhängig: Welche Maske ist gemeint und wer soll geschützt werden?

  • Bei filtrierenden Halbmasken (FFP2 und FFP3) ist die Antwort relativ einfach: Diese Masken sind Teil einer Schutzausrüstung. Ihr Zweck ist es, den Träger vor Partikeln, Tröpfchen und Aerosolen mithilfe eines Filters zu schützen. Dabei gibt es Masken, die nicht nur die eingeatmete Luft filtern, sondern auch die ausgeatmete, erklärt das BfArM. FFP3-Masken haben die höchste Schutzstufe und können auch vor krebserregenden oder radioaktiven Partikeln schützen.
  • Beim medizinischen Mund-Nasen-Schutz (OP-Masken) steht der Fremdschutz im Vordergrund. Wer so einen Schutz trägt, schützt das Gegenüber vor Tröpfchen, erklärt das BfArM. Eine solche Maske könne zwar auch den Träger schützen, das sei aber nicht der Zweck. Die Masken schützen zwar die Mund- und Nasenpartie des Trägers vor dem direkten Auftreffen größerer Tröpfchen, filtern aber nicht die eingeatmete Luft, weil diese in der Regel von den Seiten her eingesogen wird. Wie entscheidend diese Schutzfunktion im Fall von Corona ist, darüber wird derzeit noch diskutiert.
  • Auch bei DIY-Masken steht der Fremdschutz im Vordergrund. Da es sich dabei nicht um medizinische Produkte handelt, sind die Masken nicht zertifiziert. Das muss auch bei der Beschreibung beachtet werden. Trotzdem können die DIY-Masken einen Beitrag zur Eindämmung von Sars-CoV-2 leisten, sagt das BfArM: Sie reduzierten etwa die Geschwindigkeit des Atemstroms oder Tröpfchenauswurfs beim Husten. Auch ein Forscherexperiment hat gezeigt, dass DIY-Masken Viruspartikel beim Sprechen aufhalten können, mehr dazu hier.
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Deutschlands führende Hygieniker gehen davon aus, dass auch einfache, sogar selbst genähte Schutzmasken das Risiko einer Ansteckung mit dem Coronavirus verringern können. “Wer angehustet wird und einen Mund-Nasen-Schutz (MNS) trägt, schützt sich vor dem größten Teil der Tröpfchen, die im Tuch oder Stoff hängen bleiben”, sagte der Vorstandssprecher der Deutschen Gesellschaft für Krankenhaushygiene (DGKH), Peter Walger, der “Neuen Osnabrücker Zeitung”. Diese Einschätzung ist jedoch umstritten.

Wo kann man Schutzmasken kaufen?

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Schutzmasken sollten lange Zeit vor allem medizinischem Personal und etwa Alten- und Pflegeheimen überlassen werden. Seitdem jedes Bundesland eine Maskenpflicht in Bereichen des öffentlichen Raums eingeführt hat, müssen sich aber auch Privatpersonen um einen Mund-Nasen-Schutz kümmern.

Einfache Schutzmasken gibt es in Apotheken, Drogerien, teilweise auch in Supermärkten, bei Tankstellen sowie an Kiosken – und natürlich im Internet. Wer online eine Schutzmaske kaufen möchte, sollte jedoch unbedingt Preise vergleichen, da die Masken oft überteuert verkauft werden.

Auch immer mehr Schneidereien und Privatpersonen bieten selbst genähte Schutzmasken zum Verkauf an. Hier kann es sich lohnen, regionale Nachbarschaftshilfen in sozialen Netzwerken aufzusuchen. Die stärker filternden FFP-Masken sind dagegen meist im Baumarkt erhältlich.

Wer keine Maske kaufen kann, sollte auf DIY-Produkte zurückgreifen. Auch Schals, die über Mund und Nase gebunden werden, sind eine Alternative.

Mundschutz: Wie kann man Masken selbst herstellen?

Es gibt verschiedene Möglichkeiten, Schutzmasken selbst herzustellen. Dabei gibt es Varianten für Masken, die nur einmal verwendet und aus Taschentüchern oder Küchenpapier bestehen, und solchen, die mehrfach verwendet werden können.

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Die meisten der zweiten Art werden aus leichten Baumwollstoffen genäht und enthalten optional sogar ein Fach für einen Filter, der aus Kaffee- oder Teefiltern besteht. Gerade bei den festeren Kaffeefiltern wird das Atmen jedoch schwerer und ist daher nicht für Menschen mit Atembeschwerden geeignet. Hier bekommen Sie eine Anleitung zum Nähen einer Maske, eine Nähanleitung samt Schnittmuster gibt es hier.

Wer keine Nähmaschine besitzt, findet im Internet zahlreiche Anleitungen für Schutzmasken, die keine Nähkünste erfordern. Für so eine Expressvariante braucht man zum Beispiel nur ein Halstuch und zwei Haar- oder Gummibänder.

Wissen sollte man: Die Passform entscheidet über den Schutz. Zu locker sitzende Masken schützen im schlimmsten Fall gar nicht. Gerade bei Kindern sollte auf die richtige Passform geachtet werden, da die meisten Schutzmasken im Handel für Erwachsene konzipiert sind. Wie Sie einen Mund-Nasen-Schutz für Kinder selbst herstellen können, zeigen wir Ihnen hier.

Worauf sollte man beim Tragen von selbst gemachten Masken achten?

Wer eine DIY-Maske trägt, sollte einige Dinge beachten, warnt das BfArM. Dazu gehört:

  • Die Masken sollten nur für den privaten Gebrauch genutzt werden.
  • Beim Anziehen sollte man darauf achten, dass die Innenseite nicht kontaminiert wird. Die Hände sollten vorher gründlich mit Seife gewaschen werden.
  • Die Maske muss richtig über Mund, Nase und Wangen platziert sein und an den Rändern möglichst eng anliegen. So werde das Eindringen von Luft an den Seiten minimiert.
  • Eine durchfeuchtete Maske sollte umgehend abgenommen und gegebenenfalls ausgetauscht werden.
  • Die Außenseite der gebrauchten Maske sollte nicht berührt werden. Denn sie ist potenziell erregerhaltig.
  • Nach Absetzen der Maske sollten die Hände gründlich gewaschen werden.
  • Die Maske sollte nach dem Abnehmen sofort gewaschen werden, mindestens bei 60 Grad, idealerweise bei 95 Grad, und dann vollständig trocknen. Alternativ kann man sie kurze Zeit bis zum Waschen etwa in einem Beutel luftdicht verschlossen aufbewahren. Wie Sie Masken reinigen und desinfizieren können, lesen Sie hier.
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Schutzmasken: Staubsaugerfilter eignen sich nicht

Im Internet hält sich der Tipp, sich mit einem Staubsaugerfilter zu schützen. Hiervon wird jedoch abgeraten. Die Drogeriemarktkette dm etwa warnt ihre Kunden: Die Staubsaugerfilter könnten gesundheitsschädlich sein, da viele Beutel aus hygienischen Gründen ein feines antibakterielles Pulver beinhalten, das beim Aufschneiden freigesetzt werden und die Atemwege schädigen kann.

Wo sollte man eine Maske tragen?

Bundeskanzlerin Angela Merkel spricht eine bundesweite Empfehlung aus, einfache Schutzmasken in öffentlichen Verkehrsmitteln und beim Einkaufen zu tragen. Dies sei “geboten”, weil es andere schütze und einen selbst, sofern eine große Zahl anderer Menschen mitmacht.

Auf der Straße sei das Tragen von MNS nicht unbedingt notwendig, sagt der Vorstandssprecher der Deutschen Gesellschaft für Krankenhaushygiene (DGKH), Peter Walger. An der frischen Luft oder in gut gelüfteten Räumen verteile sich die Tröpfchenwolke sofort in eine Verdünnung hinein, die das Risiko deutlich verringere. In nicht gelüfteten Räumen sei die Ansteckungsgefahr dagegen höher.

Maskenpflicht: Welche Bußgelder drohen bei Verstößen?

So wie es keine bundesweite Verordnung zum Tragen eines Mund-Nasen-Schutzes gibt, wird auch der Verstoß gegen die Maskenpflicht in den einzelnen Bundesländern unterschiedlich gehandhabt.

In den meisten Bundesländern gilt die Maskenpflicht ab Montag, 27. April 2020. Allerdings haben die wenigsten Länder bislang bekannt gegeben, welche Sanktionen bei Missachtung der Maskenpflicht gelten. Meist sollen Menschen, die gegen die Maskenpflicht verstoßen, vorerst nur ermahnt werden. Für die Überprüfung der Einhaltung sind in der Regel die Polizei und Ordnungsämter sowie das Personal des örtlichen ÖPNV zuständig.

Einzig Bayern, Hessen und Mecklenburg-Vorpommern haben bislang Bußgelder bestimmt. Während die Höhe des Bußgeldes in Hessen (50 Euro) und Mecklenburg-Vorpommern (25 Euro) noch relativ gering ist, drohen in Bayern bis zu 150 Euro bei Verstößen gegen die Mundschutzpflicht. Für Ladenbesitzer, deren Mitarbeiter keine Maske tragen, sieht der Bußgeldkatalog sogar bis zu 5000 Euro vor.

Was sagt das RKI zum Tragen von Mundschutz?

Das Robert-Koch-Institut hat inzwischen seine Einschätzung für das Tragen von Mundschutz geändert. Wenn Menschen – auch ohne Symptome – vorsorglich eine Maske tragen, könne das das Risiko einer Übertragung von Viren auf andere mindern, hieß es auf der Internetseite der Bundesbehörde. Wissenschaftlich belegt sei das aber nicht. Zuvor hatte das RKI den Mundschutz nur Menschen mit akuten Atemwegserkrankungen empfohlen.

Nicht jeder, der mit Sars-CoV-2 infiziert ist, bemerke das auch, hieß es. Manche Infizierten erkrankten gar nicht, könnten den Erreger aber trotzdem weitergeben. Regeln zum Husten und Niesen, zur Handhygiene und zum Mindestabstand sollten auch mit Masken weiterhin eingehalten werden. Außerdem gebe es keine hinreichenden Belege dafür, dass ein Mund-Nasen-Schutz oder eine selbst genähte Maske einen selbst vor einer Ansteckung schütze.

Was sagt die WHO zum Tragen von Mundschutz?

Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) prüft, ob das Tragen von Mundschutz in der allgemeinen Öffentlichkeit die Ausbreitung des Coronavirus eindämmen kann, sagte zuletzt WHO-Chef Tedros Adhanom Ghebreyesus. Bislang lautet die Haltung der WHO, dass ein Mundschutz vorrangig für Kranke und Menschen, die Kranke pflegten, sinnvoll sei. Mit voranschreitender Pandemie lautet die aktuelle Empfehlung, dass gesunde Menschen keine Maske tragen müssten, außer, wenn sie mit Kranken in Kontakt kämen. Menschen im Gesundheitswesen und der Pflege sollten jedoch einen Mundschutz tragen.

Ersetzen Masken andere Schutzmaßnahmen?

Nein. Tatsächlich ist das ein Grund, weshalb die WHO sich im Bezug auf die Masken eher zurückhaltend geäußert hat. Die WHO warnte sogar, dass das Tragen von Masken die Menschen in falscher Sicherheit wiegen und verleiten könne, andere Vorsichtsmaßnahmen wie das gründliche Händewaschen zu vernachlässigen. Auch das BfArM sagt: “Den besten Schutz vor einer potenziellen Virusübertragung bietet nach wie vor das konsequente Distanzieren von anderen, potenziell virustragenden Personen.”

Wie viele Masken braucht Deutschland?

Auf jeden Fall derzeit noch viel mehr. In den vergangenen Tagen gab es zahlreiche Alarmrufe, auch wenn die zentrale Beschaffung von Schutzausrüstung durch die Bundesregierung zusehends in Gang kommt. Rund 20 Millionen Masken gingen inzwischen über den Bund an Kassenärztliche Vereinigungen und die Länder, die das Material an Praxen, Kliniken und Pflegeheime weiterverteilen sollen.

Bayerns Ministerpräsident Markus Söder prognostiziert im Kampf gegen das Coronavirus in Deutschland auf lange Sicht einen Bedarf von Milliarden Masken. Einige Unternehmen haben inzwischen die Produktion von Masken aufgenommen, so zum Beispiel der Automobilzulieferer Zettl, der seinen Betrieb angesichts der Corona-Krise um die Produktion von Masken erweitert hat. Die Idee ist, sich so von den Lieferungen aus China unabhängiger zu machen.

RND/asu/dpa/pf

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