“Maskne”: Hautprobleme durch den Mundschutz? Eine Dermatologin gibt Tipps

  • Pickel rund um den Mund und am Kinn – die nervigen Besucher haben derzeit viele Menschen, denn das Tragen einer Schutzmaske kann zu Hautunreinheiten führen.
  • Auch Rötungen und Ekzeme können durch die Masken vermehrt auftreten.
  • Eine Dermatologin erklärt, wie die Haut nun am besten gepflegt werden sollte, und verrät ihren Geheimtrick bei irritierter Haut.
Alice Mecke
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Hannover. Das ständige Tragen einer Maske kann die Haut ziemlich strapazieren. Vor allem Pickel rund um den Mund und am Kinn sind eine Reaktion, die bei viele Menschen auftreten – das Wort “Maskne”, eine Mischung aus Maske und Akne, wurde bereits kreiert. Wer unter empfindlicher Haut oder Akne leidet, hat es nun mit der Mundschutzpflicht noch schwerer, seine Hautprobleme im Zaun zu halten. Doch es gibt Mittel und Wege. Im RND-Gespräch erklärt Dermatologin Marion Moers-Carpi, wie es zu Hautirritationen kommt und wie man sie bekämpfen kann.

“Seit der Maskenpflicht kommen vermehrt Patienten in meine Praxis, die unter Hautproblemen, ausgelöst durch das Masketragen, leiden”, erzählt Moers-Carpi. Die Patienten ließen sich in drei Gruppen aufteilen: “Das sind zum einen Menschen, die sowieso empfindliche Haut haben. Wer zu Neurodermitis neigt beispielsweise, kann nun trockene, gerötete Haut und Ekzemstellen kriegen.”

Die Gruppe, die zu unreiner Haut neige, bekommt durch das Schwitzen unter der Maske im schlimmsten Fall noch mehr Unreinheiten bis hin zur Akne. Die dritte Patientengruppe sei jene, die mit Rosacea zu kämpfen hat. “Patienten mit Röschenflechte neigen zu gesprungenen Adern im Gesicht. Der Effekt wird durch das Tragen der Maske noch verstärkt und es können weitere Äderchen platzen”, erklärt die Dermatologin.

Schmutz und Feuchtigkeit unter der Maske sorgen für Pickel

Moers-Carpi erklärt, dass jeder Stoff, der an der Haut reibt, früher oder später zu Irritationen führt. “Hinzu kommt, dass sich unter der Maske Fett, Schweiß, Schmutz und Make-up ansammeln. Eine weitere Ursache für Hautprobleme ist die Feuchtigkeit unter der Maske: Der Mundschutz fängt unseren eigenen Atem ein und sorgt so für eine warme, feuchte Umgebung.” Diese “Feuchtkammer” sei das perfekte Klima für Keime, was zu Pickeln am Kinn und rund um Mund und Nase führen kann.

Was ist zu tun? So wenig wie möglich

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Nun gilt es, besonders achtsam mit der Haut umzugehen, und das geht schon mit der Wahl der richtigen Maske los. “Am besten keine dicken, festen Stoffmasken mit ‚Reibeisenstruktur’ tragen, sondern ganz dünne, nicht zu eng anliegende Masken. Und wann immer es geht, den Mundschutz abnehmen und die Haut atmen lassen”, so Moers-Carpi.

Und auch mit der richtigen Hautpflege kann man einiges bewirken, doch hier sei das Motto “weniger ist mehr”. Moers-Carpi erklärt: “Grundsätzlich rate ich zu leichten Formulierungen – statt einer reichhaltigen Creme lieber eine leichte Feuchtigkeitscreme verwenden.” Die Creme sollte dünn etwa eine halbe Stunde vor dem Aufsetzen der Maske aufgetragen werden. Auf Make-up sollte übrigens unter Maske komplett verzichtet werden. Wer das nicht kann, sollte zu einer ölfreien Variante greifen.

Reichhaltigere Pflegeprodukte sollten erst am Abend, oder wenn man weiß, dass man das Haus nicht mehr verlässt, aufgetragen werden. “Patienten mit Neurodermitis können zu einer Creme mit Hyaluronsäure oder Urea greifen. Diese binden die Feuchtigkeit”, rät Moers-Carpi.

Reinigung der Haut und der Maske

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Die Haut sollte morgens und abends gründlich gereinigt werden, die Reinigung kann nun aufgestockt werden – direkt nach dem Absetzen der Maske, um die Haut von Staub und Schmutz zu befreien. Auch hier sollte die Haut nicht zusätzlich gereizt werden und die Reinigungsprodukte sollten so mild wie möglich sein. “Ich bin außerdem ein Freund von Mizellenwasser. Damit kann man das Gesicht ordentlich reinigen – es funktioniert wie ein Magnet”, weiß Moers-Carpi.

Wie die Kleidung, sollte auch die Maske regelmäßig gereinigt werden, erklärt die Dermatologin: “Aus hygienischen Gründen sollten die Stoffmasken regelmäßig heiß gewaschen werden. Auf den Schleudergang sollte dabei verzichtet werden, dieser raut das Material an und die Maske wird schneller “kratzig”, was eher zu Hautproblemen führt.”

Kleine Pflegerituale einführen

Um der strapazierten Haut etwas Gutes zu tun, kann man ein- bis zweimal die Woche eine kleine Pflegesession einlegen. “Beginnend mit einem Dampfbad können sich Menschen mit trockener Haut ab und an eine Serum-Kur mit Hyaluronsäure gönnen und anschließend eine feuchtigkeitsspendende Maske auflegen”, erklärt Moers-Carpi. Auch wer zu Akne neige, sollte der Haut Feuchtigkeit geben, zum Beispiel durch Vliesmasken.

Außerdem empfiehlt die Dermatologin Gesichtsspray mit Thermalwasser. “Abends vor dem Schlafengehen kann die Haut mit dem Wasser eingesprüht werden, oder nachdem die Maske abgesetzt wurde.”

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Wer also seine Pflege mild hält und am Abend als Ausgleich das Versorgungsprogramm mithilfe von reichhaltigeren Cremes fährt, hilft seiner Haut. Darüber hinaus ist es wichtig, die Maske sehr regelmäßig zu waschen und wann immer es geht, die Haut atmen zu lassen.

RND/Alice Mecke

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