• Startseite
  • Gesundheit
  • Modellierung prognostiziert: Großbritannien könnte am Montag Herdenimmunität erreichen

Modellierung prognostiziert: Großbritannien könnte am Montag Herdenimmunität erreichen

  • Forscher des University College London schätzen, dass in Großbritannien am Montag eine Herdenimmunität einsetzen könnte.
  • Dann seien fast drei Viertel der Bürger durch eine Impfung oder eine durchgemachte Corona-Infektion immun gegen das Virus.
  • Fraglich ist, wie lange eine Herdenimmunität anhält.
|
Anzeige
Anzeige

London. In Großbritannien sind inzwischen so viele Menschen gegen Covid-19 geimpft worden, dass schon am Montag, 12. April, eine Herdenimmunität im Land einsetzen könnte. Das berichtete die britische Tageszeitung „The Telegraph“ unter Berufung auf eine Modellierung des University College London.

Demnach könnten fast drei Viertel der Briten (73,4 Prozent) bis dahin durch eine Impfung oder eine durchgemachte Corona-Infektion immun gegen das Virus sein.

Die Pandemie und wir Der neue Alltag mit Corona: In unserem Newsletter ordnen wir die Nachrichten der Woche, erklären die Wissenschaft und geben Tipps für das Leben in der Krise – jeden Donnerstag.
Anzeige

32 Millionen Corona-Erstimpfungen in Großbritannien durchgeführt

Das Vereinigte Königreich hatte frühzeitig mit den Corona-Impfungen begonnen. Mittlerweile haben knapp 32 Millionen Menschen eine erste Impfdosis erhalten, rund 6,5 Millionen sind bereits vollständig immunisiert (Stand: 9. April). Allein am vergangenen Donnerstag registrierten die Behörden mehr als 545.000 Impfungen. Weltweit ist Großbritannien nach Israel das Land mit den meisten Geimpften pro 100 Einwohner.

Ende März war eine Studie der britischen Universität Warwick noch zu dem Ergebnis gekommen, dass eine Herdenimmunität mithilfe der Corona-Impfungen nicht mehr möglich ist. Stattdessen hatten die Forscher vor zahlreichen Neuinfektionen gewarnt. Selbst bei einer Immunisierung der Bürger von 85 Prozent sei der Anstieg der Infektionen allein durch Impfungen nicht mehr aufzuhalten, hieß es. Grund dafür sei die Coronavirus-Variante B.1.1.7, die die ungeimpften jüngeren Bevölkerungsgruppen durchseuche.

Anzeige

Corona-Mutationen könnten Herdenimmunität verringern

Auch die Scientific Advisory Group for Emergencies (Sage) warnte kürzlich vor einer erneuten Welle an Corona-Neuinfektionen, sofern die britische Regierung an ihrer Öffnungsstrategie festhält. Diese sieht für Montag weitere Lockerungen vor: Biergärten, etliche Geschäfte und erste Unterkünfte sollen wieder öffnen.

Anzeige

Lockerungen für private Besuche und eventuelle Reisen sollen ab Mitte Mai möglich sein, kündigte die britische Regierung an. Bis zum 21. Juni soll schließlich der Großteil aller Corona-Maßnahmen aufgehoben werden.

Von einer Herdenimmunität würden vor allem die Menschen profitieren, die aus medizinischen Gründen nicht geimpft werden können. Allerdings gibt es einige Ungewissheiten bezüglich dieses Schutzes. Zum Beispiel ist noch unklar, wie lange die durch eine Impfung erworbene Immunität anhält.

Es fehlen Ergebnisse aus Langzeitstudien. Außerdem kann nicht ausgeschlossen werden, dass neue Virusvarianten die Wirksamkeit der Impfungen beeinträchtigen. Über die brasilianische Mutante P.1 ist beispielsweise schon jetzt bekannt, dass sie den Immunschutz verringert. Eine Herdenimmunität könnte dann schnell ihren Effekt verlieren.

  • Laden Sie jetzt die RND-App herunter, aktivieren Sie Updates und wir benachrichtigen Sie laufend bei neuen Entwicklungen.

    Hier herunterladen