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Modelliererin zu Alpha und Delta: Für Herdenimmunität bräuchte es mehr Geimpfte als angenommen

  • Breitet sich die Delta-Variante weiter aus, braucht es Modellierungen zufolge inzwischen mehr als 80 Prozent Geimpfte, um die Pandemie zu stoppen.
  • Zum einen sei das Virus ansteckender geworden, erklärt Mathematikprofessorin Anita Schöbel.
  • Zum anderen steige die Wahrscheinlichkeit, dass Geimpfte das Virus noch weitergeben können.
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Angesichts der Ausbreitung der Virusvarianten Alpha und Delta hält es die Modelliererin Prof. Anita Schöbel für möglich, dass die Infektionszahlen ab Herbst wieder ansteigen und eine „Herdenimmunität“ möglicherweise gar nicht erreicht wird. „Wir sind vor einem Jahr noch davon ausgegangen, dass der R-Wert unter eins fällt, wenn 70 Prozent der Bevölkerung geimpft oder genesen sind“, sagte die Leiterin des Instituts für Techno- und Wirtschaftsmathematik der Fraunhofer-Gesellschaft gegenüber dem RedaktionsNetzwerk Deutschland (RND). „Leider gilt das so nicht mehr.“

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Weil Alpha und Delta ansteckender als die Ursprungsvariante des Virus seien, müsse der Anteil der immunisierten Bevölkerung inzwischen höher ausfallen. „Die Schätzungen gehen derzeit bei der Alpha-Variante von knapp 80 Prozent aus, bei der Delta-Variante liegt der Anteil vermutlich noch höher“, erklärte die Mathematikprofessorin, die auch an der Technischen Universität Kaiserslautern forscht.

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Ausbreitung von Alpha und Delta-Variante beeinflussen Impfungen

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Die Virusvarianten beeinflussten auch den Impfschutz. „Je nach Impfstoff und Virusvariante beträgt der Schutz gegen die Varianten Alpha und Delta zwischen 60 und 90 Prozent“, sagte Schöbel dem RND. „Geimpfte können die Krankheit also mit einer gewissen Wahrscheinlichkeit trotz Impfung bekommen und das Virus auch weitergeben.“

Bleibt der R-Wert über eins, bedeutet das der Statistikexpertin zufolge, dass sich das Virus bei allen Ungeimpften, die die Krankheit noch nicht selbst durchlaufen haben, ausbreiten werde. Das trete ein, „sobald wir die Corona-Maßnahmen ganz fallen lassen und sich wieder viele Menschen ohne Masken in geschlossenen Räumen oder auf großen Veranstaltungen treffen.“

RND/she

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