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Mobilitätsforscher warnt: Dritte Corona-Welle könnte höhere Inzidenzen als die zweite aufweisen

  • Modellen von Forschern der Technischen Universität Berlin zufolge könnte die dritte Welle höhere Inzidenzen auf als die zweite aufweisen.
  • Mobilitätsforscher Kai Nagel warnt daher in einem Bericht vor ungeschützten Kontakten in Innenräumen, die „dramatisch“ zum Infektionsgeschehen beitrügen.
  • Auch wenn bis Mitte April 15 Prozent der Bürger mindestens eine Impfung haben, sei dies deutlich zu gering, um die Erhöhung der Übertragung durch die neue Variante auszugleichen.
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Berlin. Die dritte Welle der Corona-Pandemie könnte Forschern zufolge wesentlich höher werden als die zweite, falls nicht weitere Maßnahmen wie Schnelltests und Masken ausgebaut werden. Grund sei die hohe Übertragbarkeit der in Großbritannien entdeckten Variante B.1.1.7. Ungeschützte Kontakte in Innenräumen trügen derzeit „dramatisch“ zum Infektionsgeschehen bei, schreibt ein Team um den Mobilitätsforscher Kai Nagel von der Technischen Universität Berlin im Modus-Covid-Bericht. Corona-Infektionen erfolgten maßgeblich im eigenen Haushalt, bei privaten Besuchen, auf der Arbeit und in Schulen.

Die Forscher nutzen für ihre Modelle Daten von Berlin und Umgebung. Die Ergebnisse seien jedoch auf ganz Deutschland übertragbar, erläuterte Nagel mit Verweis auf seine Untersuchungen in weiteren Städten.

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Simulationen: Dritte Welle wird trotz Maßnahmen höhere Inzidenzen als die zweite aufweisen

„Unsere Simulationen zeigen, dass selbst mit den Restriktionen vom Januar die dritte Welle höhere Inzidenzen aufweisen wird als die zweite“, schreibt das Team. Die dämpfende Wirkung der wärmeren Jahreszeit sei schon berücksichtigt. Auch wenn bis Mitte April 15 Prozent der Bürger mindestens eine Impfung haben, sei dies deutlich zu gering, um die Erhöhung der Übertragung durch die neue Variante von 35 bis 70 Prozent auszugleichen.

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Der Bericht stellt folgende Punkte heraus:

  • Ein hohes Übertragungsrisiko im Haushalt sei unvermeidbar, solange die Isolierung von Erkrankten in Hotels nicht zum Regelfall werde.
  • Die derzeitigen Regeln für gegenseitige Besuche seien zu schwach, „weil die Bevölkerung daraus mitnimmt, dass die noch erlaubten Kontakte epidemiologisch unbedenklich sind“, schreiben die Forscher. „Dies ist nicht der Fall; es muss dringend kommuniziert werden, dass im Hinblick auf B.1.1.7 jeglicher ungeschützter Kontakt außerhalb des eigenen Haushaltes in Innenräumen nicht mehr akzeptabel ist.“ Kontakte sollte es nur noch mit mindestens einer der Maßnahmen wie Selbsttests, Impfungen, Verlagerung nach draußen oder Masken geben.
  • Auch in jedem Mehrpersonenbüro sei eine Maskenpflicht nötig, weil sich die virenhaltigen Aerosole im ganzen Raum verteilten.
  • In Schulen raten die Forscher zu mindestens zwei Maßnahmen von: Maskenpflicht, Schnelltest oder Wechselunterricht.
  • Eine Strategie mit Schnelltests könne nur wirksam sein, wenn die Menschen bei positivem Test sofort in Quarantäne gehen und das Ergebnis des notwendigen PCR-Tests abwarten.
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Insgesamt sei es effektiver, alle Bereiche zu beteiligen, als in einem einzelnen Bereich weitere Schutzmaßnahmen hinzuzufügen. „Zum Beispiel hat nach der Einführung der Maskenpflicht im Einzelhandel die vollständige Schließung nicht-essenzieller Geschäfte kaum zusätzliche Wirkung“, heißt es in dem Bericht.

RND/dpa

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