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Corona: Mobilität in Deutschland zum Jahresende deutlich gesunken

  • Das Covid-19 Mobility Project verzeichnete zum Jahresende einen starken Rückgang der Mobilität in Deutschland.
  • Trotzdem hat der aktuelle Lockdown noch nicht die gleiche Wirkung wie der im Frühjahr 2020.
  • Grund dafür dürften mitunter die vermehrten Tagesausflüge sein.
Laura Beigel
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Die Mobilität ist in Deutschland zum Jahresende deutlich gesunken. Das zeigen Daten des Covid-19 Mobility Projects, einer Kooperation des Robert-Koch-Instituts (RKI) und der Berliner Humboldt-Universität. Gemessen an der Gesamtzahl der Bewegungen lag die Mobilität Ende 2020 rund 40 Prozent unter dem Jahresdurchschnitt. Damit erreichte sie ein ähnliches Niveau wie im Frühjahr, als Bund und Länder den ersten Lockdown verhängt hatten.

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Lockdown light hat Mobilität nur geringfügig reduziert

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„Mobilität hat einen großen Einfluss auf das Infektionsgeschehen“, sagte Dirk Brockmann bei einer Pressekonferenz des RKI am Donnerstag. Der Physiker analysiert seit Beginn der Pandemie die Bewegungsdaten in Deutschland, mit denen unter anderem Rückschlüsse auf die Wirkung der Lockdown-Maßnahmen gezogen werden können.

So zeigte sich beispielsweise, dass der Lockdown light Anfang November die Mobilität in Deutschland weniger reduzierte als der verschärfte Lockdown, der am 16. Dezember folgte. Beim Lockdown light verzeichnete das Covid-19 Mobility Project rund 20 Millionen tägliche Bewegungen weniger, sodass die Mobilität etwa 10 Prozent unter dem Vorjahresniveau lag. Beim verschärften Lockdown waren es 21 Prozent.

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Lockdown nicht so effektiv wie im Frühjahr

Den starken Rückgang der Mobilität zum Jahresende führen die Forscher zum einen auf den Effekt der Lockdown-Maßnahmen zurück, zum anderen auf die „üblicherweise geringere Mobilität um die Feiertage herum“, heißt es in einem neuen Report des Covid-19 Mobility Projects. Allerdings sei der aktuelle Lockdown noch nicht so effektiv wie der aus dem Frühjahr, machte RKI-Präsident Lothar Wieler bei der Pressekonferenz deutlich. In allen Bereichen gebe es noch genug Luft nach oben, um Maßnahmen einzuhalten – „mit aller Konsequenz“.

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So gab es im vergangenen Jahr zwar weniger Fernreisen, dafür aber mehr Tagesausflüge in die nähere Umgebung. Besonders beliebt waren mitunter der Landkreis Vorpommern-Rügen, die bayerische Stadt Garmisch-Partenkirchen sowie der Harz. Zwischen Weihnachten und Neujahr herrschte vor allem in den Skigebieten großer Andrang, sodass Parkplätze restlos überfüllt waren und kilometerlange Staus auf den Straßen entstanden.

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Einen Massenandrang gab es auch auf den beliebten etwa neun Kilometer langen Goetheweg von Torfhaus zum Brocken.  © dpa

15-Kilometer-Regel beschränkt die Gesamtmobilität um rund 5 Prozent

Bei der Interpretation der Mobilitätsdaten ist wichtig zu verstehen: Jede registrierte Bewegung bedeutet, dass es zu Kontakten zwischen Menschen kommt. Das heißt, je geringer die Mobilität ist, desto weniger Kontakte können stattfinden – und desto geringer wird die Wahrscheinlichkeit, das Coronavirus zu übertragen.

Um Kontakte zu reduzieren, setzen Bund und Länder ab sofort auch auf die 15-Kilometer-Regel: Überschreitet ein Landkreis die Sieben-Tage-Inzidenz von 200 Neuinfektionen pro 100.000 Einwohner, dürfen sich die Bewohner nicht mehr als 15 Kilometer weit von ihrem Wohnort entfernen.

Diese Bewegungseingrenzung beschränke die Gesamtmobilität um rund 5 Prozent. „Diese Maßnahme hat also einen Effekt“, sagte Brockmann. „Aber wenn man diesen Radius verringert, ist der Effekt ungleich stärker.“ Das bedeutet: Wird der Radius kleiner, „wird es auch viel effizienter bei den Kontaktbeschränkungen“.




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