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Mers-Coronavirus: Wie gefährlich ist der Erreger für die Welt?

  • Die ganze Welt hofft auf Impfstoffe und versucht mit Maßnahmen, die Pandemie einzudämmen.
  • Was aber, wenn in Zukunft weitere Pandemien auf uns zukommen?
  • Einer der Kandidaten mit Pandemie­potenzial ist das Mers-Coronavirus, ein enger Verwandter von Sars-CoV-2.
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Coronaviren sind der Forschungs­schwerpunkt von Christian Drosten. Kein Wunder also, dass dem Leiter des Instituts für Virologie an der Berliner Charité bereits klar ist, dass er sich nach der Eindämmung von Sars-CoV-2 weiteren Coronaviren widmen will. Genauer: dem Mers-Virus. Dieser Virenstamm hat laut dem Charité-Virologen das Potenzial, der „nächste Pandemie­kandidat“ zu werden, sagte der Wissenschaftler dem Wirtschaftsmagazin „Capital“.

Allein ist Drosten mit seiner Einschätzung nicht. Auch die Weltgesundheits­organisation (WHO) hat das Mers-Coronavirus im Blick – und stuft den Erreger als „priority disease“ ein. Das heißt: Der durch das Virus ausgelösten Infektion und der Entwicklung geeigneter Medikamente müsse höchste Priorität eingeräumt werden.

Wie überträgt sich das Mers-Coronavirus?

Mers bezeichnet das Middle East Respiratory Syndrome Coronavirus (Mers-CoV, Nahost-Atemwegssyndrom-Coronavirus). Eine Infektion mit dem Erreger bei Menschen wurde laut einem Steckbrief des Robert-Koch-Instituts erstmals im April 2012 auf der Arabischen Halbinsel nachgewiesen. Bei Mers handelt es sich um einen zoonotischen Erreger. Als Reservoir gelten Dromedare, also einhöckrige Kamele. Kontakt zu Kamelen gilt in vielen bestätigten Fällen als Übertragungsweg zum Menschen.

Wie bei Sars-CoV-2 ist auch eine Übertragung von Mensch zu Mensch möglich. Eine Ansteckung im Privathaushalt wird bislang allerdings als wenig wahrscheinlich beschrieben. „In Krankenhäusern haben sich jedoch schon mehrere, zum Teil große Ausbrüche ereignet“, berichtet das RKI.

In Dromedaren fühlt sich das Mers-Coronavirus wohl. © Quelle: imago images/Ardea
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Welche Symptome treten bei einer Mers-Infektion auf?

Die Inkubationszeit beträgt nach einer Ansteckung mit dem Mers-Virus rund ein bis zwei Wochen. Bei gesunden Menschen verläuft die Erkrankung in der Regel asymptomatisch oder mit milden grippeähnlichen Symptomen. Bei schweren Verläufen kann sich eine Pneumonie entwickeln, die in ein akutes Atemnotsyndrom übergehen kann – ähnlich wie bei Sars-CoV-2.

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Häufiges Begleitsymptom ist Durchfall, auch zu Nierenversagen kann es kommen. Auch bei Mers gibt es Risikogruppen: „Schwere Verläufe treten überwiegend bei Menschen mit chronischen Vorerkrankungen auf, wie zum Beispiel Diabetes, Herzerkrankungen, chronischen Nieren- oder Lungen­erkrankungen“, schreibt das RKI.

Wie hoch ist das Pandemierisiko beim Mers-Coronavirus?

Die registrierten Infektionen sind bislang überschaubar. Bislang kursiert das Mers-Coronavirus hauptsächlich in Saudi-Arabien und den Nachbarländern. „Wichtig für die globale Risikoeinschätzung − auch für Deutschland − ist, dass es bislang keine Hinweise auf eine anhaltende, unkontrollierte Mensch-zu-Mensch-Übertragung gibt“, betont das Robert-Koch-Institut. Importierte Krankheitsfälle seien jedoch jederzeit möglich und könnten, wenn sie nicht rechtzeitig erkannt werden, im Krankenhaus zu weiteren Ansteckungen führen.

In Europa wurden bislang nur einzelne importierte Fälle gemeldet, unter anderem in Frankreich, Griechenland, Großbritannien, Italien, den Niederlanden, Österreich und der Türkei. In Afrika, Nordamerika und anderen asiatischen Ländern traten ebenfalls importierte Fälle auf.

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In Deutschland sind bislang drei Mers-Fälle bekannt geworden. 2012 und 2013 war je ein Patient aus Katar und aus den Vereinigten Arabischen Emiraten in Deutschland behandelt worden. Einer der beiden Patienten konnte genesen entlassen werden, der andere starb. Im März 2015 trat die Erkrankung bei einem Patienten auf, der die Arabische Halbinsel bereist und dort einen Kamelmarkt besucht hatte. Nachdem er die eigentliche Mers-Infektion überwunden hatte, starb er rund drei Monate später an den Spätfolgen der Erkrankung.

Worauf ist bei Reisen zu achten?

Die WHO weist darauf hin, dass Reisende auf die Arabische Halbinsel den Kontakt zu Dromedaren vermeiden sollten, ebenso den Besuch von Farmen und Märkten, auf denen sich die Tiere aufhalten. Außerdem sollte auf den Verzehr von rohen oder unvollständig erhitzten Kamelprodukten verzichtet werden. Darüber hinaus sollten, wie auch bei Sars-CoV-2, die üblichen Regeln der Alltagshygiene beachtet werden: Reisende sollten sich häufig die Hände waschen.

RND/sbu

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