Rund 80 Prozent der Jugendlichen bewegen sich zu wenig

  • Mädchen und Jungen weltweit bewegen sich viel zu wenig, warnt eine WHO-Studie.
  • Mindestens eine Stunde am Tag sollte man körperlich aktiv werden - doch das schafft kaum einer.
  • Ein Grund sei der wachsende Medienkonsum.
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Genf. Eine Stunde Bewegung am Tag ist nach Ansicht der Weltgesundheitsorganisation (WHO) ausreichend für Kinder und Jugendliche. Doch das schaffen nur wenige. Laut einer Studie bewegt sich weltweit nur ein Fünftel der 11- bis 17-Jährigen so viel. Auch deutsche Jugendliche schneiden in der Studie schlecht ab. Die Studie, die an diesem Freitag im Fachmagazin „The Lancet“ erschienen ist, zeigt: 79,7 Prozent der Jungen und sogar 87,9 Prozent der Mädchen waren 2016 körperlich nicht aktiv genug.

Gründe: Zu wenig Sicherheit, zu viel Smartphone

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Die WHO hatte eigentlich das Ziel ausgegeben, den Anteil der Jugendlichen mit zu wenig Bewegung bis 2030 auf 70 Prozent zu senken. „Dieses Ziel können wir nicht einhalten, wenn sich diese Trends fortsetzen“, macht Regina Guthold, Studienautorin und WHO-Expertin für die Gesundheit von Jugendlichen, deutlich.

Im Vergleich zum Jahr 2001 haben sich die Zahlen für Deutschland kaum verändert, auch weltweit gab es nur geringe Verbesserungen. „Wir hatten eine elektronische Revolution, die die Bewegungsmuster von Jugendlichen offensichtlich verändert hat - und sie dazu anregt, mehr zu sitzen, weniger aktiv zu sein, mehr zu fahren, weniger zu gehen“, sagt Leanne Riley, eine der Co-Autorinnen der Studie. Die Jugendlichen spielten letztlich mehr digital als wirklich aktiv.

Eine Stunde Radfahren am Tag reicht

Ein weiterer Grund für fehlende körperliche Aktivität sei zudem die Frage der Sicherheit in manchen Regionen oder Umfeldern. „Es gibt Umfelder, in denen wird es immer gefährlicher, draußen zu sein und aktiv zu sein. Wenn es nicht sicher genug ist, draußen zu sein, dann gehen Jugendliche auch weniger zu Fuß zur Schule oder fahren mit dem Fahrrad“, so Riley.

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Die WHO empfiehlt Kindern und Jugendlichen, sich zumindest 60 Minuten am Tag zumindest moderat zu bewegen - etwa beim Fahrradfahren. Oder Sport zu treiben, zum Beispiel beim Fußball. Alles darüber hinaus sei für die Gesundheit zusätzlich von Vorteil. Erwachsene sollten sich derweil mindestens 150 Minuten pro Woche bewegen oder alternativ mindestens 75 Minuten Sport treiben.

Mädchen bewegen sich weniger - spielt die Kultur eine Rolle?

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Eine ausreichende Bewegung ab einem frühen Alter steigere die Fitness, den Aufbau der Knochen und sei gut gegen Übergewicht. Zudem helfe Bewegung, das soziale Leben zu bereichern und die kognitive Entwicklung voranzubringen, hielten die Autoren der Studie fest. Körperlich aktive Menschen könnten langfristig Herzkreislauferkrankungen, Diabetes, Demenz und einige Krebsformen vermeiden.

Der für Deutschland zu beobachtende Unterschied zwischen Jungen und Mädchen findet sich auch auf globaler Ebene wieder: Während sich 77,6 Prozent der Jungen nicht ausreichend bewegen, sind es bei den Mädchen 84,7 Prozent. Die größten Unterschiede zwischen den Geschlechtern wurden in Irland (17 Prozentpunkte) und den USA (16,5 Prozentpunkte) festgestellt. „Hier wirken sich auch kulturelle Aspekte aus. In manchen Kulturen ist es nicht vorgesehen, dass Mädchen so aktiv sind wie Jungen, oder sie werden nicht ermutigt, sich so viel zu bewegen wie die Jungs“, erklärt Riley. Insgesamt war der Anteil an inaktiven Kindern in Südkorea am höchsten, während er in Bangladesch am niedrigsten war.

RND/dpa/ epd

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