Biontech will Malaria-Impfstoff auf mRNA-Basis entwickeln

  • Im Kampf gegen Malaria will Biontech den ersten mRNA-basierten Impfstoff entwickeln.
  • Dafür erhält das Mainzer Unternehmen Unterstützung von der WHO, der EU-Kommission und der Gesundheitsorganisation der Afrikanischen Union.
  • Neben der Entwicklung soll auch eine optimale Produktion und Verteilung des künftigen Mittels durchdacht werden.
1:25 min
Im Kampf gegen die Corona-Pandemie hat sich der mRNA-Impfstoff des Mainzer Biopharma-Unternehmens Biontech schon als wirksam erwiesen, nun soll diese Technologie auch gegen die Tropenkrankheit Malaria eingesetzt werden.  © Reuters
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Biontech plant die Entwicklung eines mRNA-basierten Impfstoffs gegen Malaria. Das hat das Mainzer Pharmaunternehmen am Montag in einer Presseerklärung bekannt gegeben. Der Start einer ersten klinischen Studie ist bereits für Ende 2022 geplant.

Das Impfstoffprojekt wird laut eigenen Angaben von der Weltgesundheitsorganisation (WHO) und der Gesundheitsorganisation der Afrikanischen Union (Africa Centers for Disease Control and Prevention, Africa CDC) unterstützt.

Klinische Studie für Ende 2022 geplant

Ziel sei es im ersten Schritt, einen sicheren und hochwirksamen Impfstoff zu entwickeln, der eine lang anhaltende Immunität zur Vorbeugung von Malaria gewährleistet. Dafür sollen bereits bekannte Antigenstrukturen wie das Circumsporozoiten-Protein, aber auch neue Antigene verwendet werden, so Biontech. Die Antigen-Identifizierungsprozesse, neben Malaria auch für Tuberkulose und HIV-Viren, sollen demnach von spezialisierten Teams am Hauptsitz von Biontech in Mainz durchgeführt werden. Die verschiedenen Impfstoffkandidaten gehen dann spätestens Ende 2022 innerhalb einer klinischen Studie in den Test, so der vorläufige Zeitplan.

Wenn ein geeignetes Mittel entwickelt wurde, soll im zweiten Schritt eine nachhaltige Lösung für die Impfstoffproduktion und -versorgung auf dem afrikanischen Kontinent gefunden werden. Dafür möchte Biontech eng mit der WHO, der Afrikanischen Union und dem Africa CDC zusammenarbeiten. „Gemeinsam setzen wir alles daran, einen sicheren und wirksamen Malaria-Impfstoff auf mRNA-Basis zu entwickeln. Er soll die Krankheit verhindern, die Sterblichkeit reduzieren und eine nachhaltige Lösung für den afrikanischen Kontinent und andere von Malaria betroffene Regionen bieten“, so Prof. Dr. Ugur Sahin, CEO und Mitbegründer von Biontech.

Unterstützung von verschiedenen Seiten zugesichert

Laut WHO gab es im Jahr 2019 mehr als 200 Millionen Malariafälle weltweit – mehr als 400.000 davon verliefen Schätzungen zufolge tödlich. Besonders Kinder sind gefährdet, an der Krankheit zu sterben. Auf dem afrikanischen Kontinent gibt es laut WHO die meisten Infektionen – 2019 wurden hier 94 Prozent aller gemeldeten Fälle verzeichnet.

Das Malariaprojekt von Biontech ist Teil der Initiative „eradicate Malaria“ der kENUP-Stiftung, um die Ausrottung von Malaria zu beschleunigen. Auch die WHO, die Europäische Kommission und andere Organisationen seien in die frühe Planungsphase des Malariaprojekts involviert gewesen und sicherten bereits ihre weitere Unterstützung zu, um die benötigten Infrastrukturen zu identifizieren und einzurichten.

Malaria wird durch den Stich der Anopheles-Mücke übertragen. Die Erreger – sogenannte Plasmodien – gelangen dann in die Blutbahn und vermehren sich in der Leber. Die in Afrika verbreitete und schwerste Form, die Malaria tropica, wird durch den Erreger Plasmodium falciparum ausgelöst. Malaria verursacht Fieber, Anämie und neurologische Probleme und kann unbehandelt tödlich verlaufen.

RND/tmo

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