Lungenkrank durch E-Zigaretten? US-Behörden prüfen Zusammenhang

  • 100 junge Menschen aus Amerika werden und wurden im Krankenhaus behandelt. Sie hatten mit außergewöhnlichen Lungenproblemen zu kämpfen.
  • Einige mussten auf der Intensivstation behandelt werden und brauchten Beatmungsgeräte.
  • Alle rauchten E-Zigarette: Dieser Zusammenhang wird nun überprüft.
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Behörden in den USA prüfen bei fast 100 jungen Menschen mit schweren Lungenproblemen einen Zusammenhang zum Konsum von E-Zigaretten. Die Gesundheitsbehörde CDC (Centers for Disease Control and Prevention) berichtete von 94 möglichen Fällen von Ende Juni bis Mitte August in 14 Bundesstaaten. 30 Fälle seien allein im Staat Wisconsin aufgetreten.

Einer von ihnen ist der 26-Jährige Amerikaner Dylan Nelson. Der Washington Post erklärte er, er habe das Gefühl gehabt durch einen Strohhalm zu atmen. Zudem litt er unter starkem Husten, Herzrasen und er hatte Probleme beim Atmen. Nelson, der Asthmatiker ist und seit einem Jahr E-Zigarette raucht, wurde mit einer möglichen Lungenentzündung ins Krankenhaus eingeliefert. Dort musste er einige Tage an einem Beatmungsgerät verharren.

Ähnliche Symptome erschweren Diagnose

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Über Atembeschwerden, Atemnot oder Schmerzen in der Brust klagten auch die meisten anderen Betroffen vor ihrem Krankenhausaufenthalt - besonders tückisch: All das seien auch Anzeichen einer Lungenentzündung. Emily Chapman von der Kindergesundheitsorganisation Children's Minnesota, behandelte vier der erkrankten Jugendlichen. Sie berichtet, dass es den Patienten trotz angemessener Behandlung kaum besser ging. Erst als die Patienten unter anderem mit Steroiden behandelt wurden, zeigte sich eine Besserung.

Spezielle Lungenentzündung möglich

Wie hängen die Symptome mit dem Konsum von E-Zigaretten zusammen? Es gebe keine schlüssigen Beweise, dass Infektionskrankheiten die Beschwerden ausgelöst hätten, hieß es in einer am Samstag veröffentlichten CDC-Mitteilung. Einige Fälle ähneln sich auch über die Bundesgrenzen hinaus und scheinen mit dem Konsum von E-Zigaretten verbunden zu sein, heißt es. Denn, alle Betroffenen berichteten vom Konsum von E-Zigaretten, bevor sie ins Krankenhaus kamen. Doch es seien mehr Informationen nötig, um die Ursache der Erkrankungen zu bestimmen, schrieb die Behörde.

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„Ein Zusammenhang ist durchaus plausibel“, sagte Katrin Schaller vom Deutschen Krebsforschungszentrum (DKFZ) in Heidelberg am Dienstag der Deutschen Presse-Agentur. Weil die Benutzer von E-Zigaretten Aerosole einatmen, sei es wahrscheinlich, dass die Lunge am stärksten in Mitleidenschaft gezogen werde. Es habe bereits in der Fachliteratur einzelne Berichte über spezielle Formen von Lungenentzündungen in Zusammenhang mit dem Konsum von E-Zigaretten gegeben.

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Unklar, wie E-Zigaretten wirken

„E-Zigaretten sind nicht harmlos“, sagte die Expertin für Tabakkontrolle. Die Beurteilung der Gesundheitsgefährdung durch E-Zigaretten sei aber extrem schwierig, sagte Schaller. Bei den Fällen in den USA wisse man nicht, was die Leute verwendet hätten. Es gebe große Unterschiede bei E-Zigaretten und Tausende Liquids mit Aromen, von denen man nicht wisse, wie sie in der Lunge wirkten. Die Aromen seien zwar als Lebensmittelzusatzstoffe zugelassen, aber toxikologische Daten für die Inhalation fehlten.

Die US-Gesundheitsbehörde FDA hatte im Frühjahr bereits einen möglichen Zusammenhang zwischen dem Auftreten von Krampfanfällen und der Nutzung von E-Zigaretten geprüft. Dabei hatte es sich um 35 Fälle aus den Jahren 2010 bis 2019 gehandelt.

Ende Juni hatte San Francisco als erste Stadt in den USA angekündigt, den Verkauf von E-Zigaretten zu verbieten. Demnach will die Stadt gegen den Verkauf von E-Zigaretten vorgehen, die keine FDA-Prüfung vorweisen können. In der EU gelten andere Zulassungsbestimmungen für E-Zigaretten. In den USA dürfen sie beispielsweise deutlich mehr Nikotin enthalten.

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RND/dpa/ame