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Long Covid: Betroffene berichten zehn Monate nach Corona-Infektion über Symptome

  • Corona-Langzeitfolgen geben weiterhin Rätsel auf.
  • Forschende aus Kiel untersuchen deshalb Tausende Betroffene auf das Krankheitsbild.
  • Symptome wie fehlender Geschmackssinn und geringe Konzentration können ersten Ergebnissen zufolge monatelang bleiben – auch nach einem mildem Verlauf.
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Dass nach einer Infektion mit dem Coronavirus Beschwerden und Krankheitsbilder auch nach der akuten Erkrankung bleiben können, wird schon länger beobachtet. Wie lange die Symptome aber genau anhalten, womit sie zusammenhängen und wieso sie auftreten, wird hingegen noch weltweit in Studien untersucht. Auch am Universitätsklinikum in Kiel (UKSH) gehen Forschende dem Phänomen Long Covid, auch als Post-Covid-Syndrom bekannt, auf den Grund. Nun gibt es erste Zwischenergebnisse aus der repräsentativen „Covidom“-Studie.

Wie die „Kieler Nachrichten“ berichten, kommen die Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler mit Blick auf die ersten und in den kommenden zwei Monaten noch weiter auszuwertenden Daten von rund tausend Studienteilnehmenden zum Schluss: Viele von ihnen berichten oft über viele Monate hinweg über bleibende Symptome. Am häufigsten seien der Verlust des Geschmacksinns und kognitive Defizite wie Vergesslichkeit, Denk- und Konzentrationsstörungen bemerkt worden. Auch Menschen mit einem milden Verlauf ohne Krankenhausaufenthalt berichteten noch zehn Monate nach ihrer Infektion von anhaltenden Beschwerden.

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Long Covid: Das Krankheitsbild ist schwer zu fassen

„Gut die Hälfte aller Menschen sagen zehn Monate nach der Infektion, dass sie immer noch irgendein Symptom haben“, wird Studienleiter Prof. Thomas Bahmer im Bericht zitiert. „Und etwas mehr als ein Drittel ist immer noch nicht leistungsfähig.“ Die Zwischenergebnisse seien aber mit Vorsicht zu betrachten. „Nicht jeder, der von einem Symptom berichtet, hat auch wirklich Post-Covid oder Long Covid.“ Die Intensität der Beschwerden passe oft nicht zu der Intensität der Befunde durch die Medizinerinnen und Mediziner.

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Schätzungen zufolge leiden allein in Deutschland Tausende Patientinnen und Patienten nach einer Covid-19-Erkrankung an Folgesymptomen. Allein bei der zweitgrößten deutschen Krankenkasse, der Barmer, waren zwischen November 2020 und März 2021 mehr als 2900 Versicherte von Long oder Post-Covid betroffen, wie eine Auswertung von Versichertendaten der Kasse zeigt, die der Deutschen Presse-Agentur vorliegt. Die Dunkelziffer könnte auch höher ausfallen.

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„Ich gehe davon aus, dass wir in den nächsten Monaten eine deutliche Steigerung sehen werden“, sagte Susanne Weinbrenner vom Geschäftsbereich Prävention der Rentenversicherung in Berlin. Zu den häufigsten Langzeitfolgen bei den Patientinnen und Patienten in Rehaeinrichtungen der Rentenversicherung zählen demnach Belastungsatemnot, Fatigue, eingeschränkte Belastbarkeit, muskuläre Schwäche, Angststörungen, Depression, chronische Nierenerkrankungen und Brustschmerz. Die zahlenmäßige Bedeutung von Long Covid sei derzeit aber noch schwer einzuschätzen.

RND/she/dpa

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