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  • Lockdown: Wie effektiv sind Ausgangssperren Geschäftsschließungen und Kontaktverbote laut Studie?

Studie: Ausgangssperren sind als Maßnahme kaum wirksam

  • In mehreren Regionen Niedersachsens darf man nachts bald nicht mehr das Haus verlassen - es sei denn, es liegt ein triftiger Grund vor.
  • Aber ist das wirklich ein geeignetes Mittel, um die Infektionszahlen zu senken?
  • Einer Studie der Universität Stanford zufolge sind Ausgangssperren und harte Lockdowns kaum effektiv.
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In vielen Landkreisen Niedersachsens ist es bald nur noch im Ausnahmefall gestattet, nachts aus dem Haus zu gehen. Allein in der Region Hannover sind etwa eine Million Menschen von Gründonnerstag an von einer nächtlichen Ausgangssperre betroffen. Aber lässt sich die Pandemie durch solche Maßnahmen wirklich eindämmen? Eine Studie von Forschern der Universität Stanford kommt zu einem anderen Ergebnis.

Die Wissenschaftler hatten in einer statistischen Analyse den Effekt von Anti-Corona-Maßnahmen in zehn Ländern verglichen, darunter auch Deutschland. Dabei hatten sie überprüft, wie der Verlauf der Infektionszahlen während der ersten Coronawelle durch strenge Maßnahmen (Ausgangssperren und Geschäftsschließungen) und weniger strenge Maßnahmen (Empfehlung zum Social Distancing und das Verbot von Großveranstaltungen) beeinflusst wurde.

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Kaum Effekt bei Ausgangssperren

Sie stellten fest, dass sich die Schließung von Geschäften und Ausgangssperren Anfang 2020 nicht eindeutig auf das Infektionsgeschehen ausgewirkt hatten. Das Virus wurde vielmehr schon durch freiwillige Verhaltensänderungen wie die Reduzierung sozialer Kontakte oder den Verzicht auf Besuche in Geschäften ausgebremst. Der Effekt ließ sich durch strenge Maßnahmen nicht mehr eindeutig steigern.

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Bundeskanzlerin Angela Merkel ist „unzufrieden“, die Länderchefs kämpfen gegen eine allgemeine Ausgangssperre - die Einschätzungen von Eva Quadbeck im Video.  © RND

Während strenger Beschränkungen sei es jedoch zu mehr Todesfällen in Pflegeheimen gekommen, schreiben die Autoren – was zeige, dass harte Maßnahmen nicht unbedingt dem Schutz vulnerabler Gruppen dienen

Infektionszahlen sanken wegen Verhaltensänderungen

Was die Stanford-Wissenschaftler beschreiben, war in Deutschland bereits nach dem ersten Lockdown beobachtet worden. So hatten Verhaltensänderungen in der Bevölkerung und das Absagen von Großveranstaltungen dazu geführt, dass die Infektionsraten sanken. Bereits vor dem beschlossenen Lockdown war so das gewünschte Ziel erreicht worden, den R-Wert (die Zahl der Personen die ein Infizierter durchschnittlich ansteckt) unter eins zu senken. Dies hatte sich aber erst im Nachhinein herausgestellt.

Das Fazit der Stanford-Forscher: Mit ihrer Studie ließen sich positive Auswirkungen strenger staatlich vorgeschriebener Einschränkungen Anfang 2020 zwar nicht gänzlich ausschließen, so die Autoren. Wenn diese vorhanden seien, stünden sie jedoch möglicherweise nicht im Verhältnis zu deren Folgen. Auch wenn sich die Politik von besonders strengen Maßnahmen den größten Effekt erhofft, wirken diese also offenbar nicht immer besser.

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