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Leopoldina fordert harten Lockdown über Weihnachten und Silvester

Ein harter Lockdown über Weihnachten? Das fordern Wissenschaftler in einer gemeinsamen Stellungnahme.

Ein harter Lockdown über Weihnachten? Das fordern Wissenschaftler in einer gemeinsamen Stellungnahme.

Bereits ab dem 14. Dezember sollten Kontakte im beruflichen wie im privaten Bereich auf das absolute Mindestmaß reduziert werden. Das empfiehlt die Nationale Akademie der Wissenschaften Leopoldina in einer am Dienstag veröffentlichten Stellungnahme.

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Zudem sollten die Weihnachtsfeiertage für einen harten Lockdown genutzt werden – statt für Lockerungen. „Ab dem 24. Dezember 2020 bis mindestens zum 10. Januar 2021 sollte in ganz Deutschland das öffentliche Leben weitgehend ruhen und ein harter Lockdown gelten“, heißt es in einer Pressemitteilung.

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Drastischer Anstieg der Corona-Infektionen nach Weihnachten befürchtet

Um die Anzahl der Neuinfektionen zu senken, müssten wir viel schärfere Maßnahmen und Einschränkungen in Kauf nehmen, ähnlich wie bei dem Lockdown, den wir im Frühjahr bereits hatten.

Anita Schöbel,–Mathematikerin und Unterzeichnerin der Leopoldina-Stellungnahme

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Der Teil-Lockdown sei einen Versuch wert gewesen, sagte Viola Priesemann, Mitunterzeichnerin und Physikerin am Max Planck-Institut für Dynamik und Selbstorganisation dem RND. „Seit Ende November wissen wir aber, dass es leider nicht gereicht hat.“ Jetzt ein kurzer, aber wirklich konsequenter Lockdown für zwei bis drei Wochen sei wahrscheinlich effektiver als ein monatelanger Teil-Lockdown in der derzeit geltenden Form.

Auch Anita Schöbel, Leiterin am Institut für Techno- und Wirtschaftsmathematik der Fraunhofer-Gesellschaft, hat die Leopoldina-Stellungnahme unterschrieben. „Die Anzahl der Neuinfektionen ist trotz des Teil-Lockdowns auf hohem Niveau und in den letzten Tagen sogar wieder gestiegen“, erklärte die Mathematikprofessorin gegenüber dem RND. „Das macht uns besonders Sorgen wegen Weihnachten und Silvester.“

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Leopoldina: Schulpflicht ab dem 14. Dezember aufheben

Verständlicherweise wolle jeder die eigene Familie und Freunde „über die Jahre“ sehen. „Aber bei der derzeitigen Infektionslage ist das gefährlich und kann zu einem drastischen Anstieg bei den Infektionen im Januar und Februar führen, denen leider auch ein Anstieg der Sterbezahlen folgen wird“, fürchtet die Mathematikprofessorin. „Um die Anzahl der Neuinfektionen zu senken, müssten wir viel schärfere Maßnahmen und Einschränkungen in Kauf nehmen, ähnlich wie bei dem Lockdown, den wir im Frühjahr bereits hatten.“

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Konkret fordert der Zusammenschluss aus Virologen, Medizinern, Mathematikern und Physikern unterschiedlicher Fachrichtungen und Institutionen ein zweistufiges Vorgehen. Ab dem 14. Dezember müsse das Homeoffice, wo immer möglich, die Regel sein. Die allgemeine Schulpflicht soll bereits ab diesem Zeitpunkt bis zum Beginn der Weihnachtsferien in allen Bundesländern aufgehoben werden. Gruppenaktivitäten in Sport und Kultur müssten eingestellt werden. Und: „Wo immer möglich, sollten digitale Möglichkeiten anstelle von Präsenzangeboten genutzt werden“, heißt es in dem Schreiben.

Lieber keine Urlaubsreisen und Verwandtenbesuche über Weihnachten

Ab Heiligabend soll dann den Wissenschaftlern zufolge ein harter Lockdown greifen. Während der Feiertage und bis zum 10. Januar sollen Urlaubsreisen unterbleiben und Zusammenkünfte nur „im engsten stabilen Personenkreis“ stattfinden. „Während der gesamten Feiertage einschließlich Silvester sollten Kontakte nur in einem sehr engen, auf wenige Personen begrenzten Familien- oder Freundeskreis stattfinden, der über den gesamten Zeitraum unverändert bleibt“, heißt es in der Stellungnahme. Auch alle Geschäfte – bis auf die des täglichen Bedarfs – sollen der Leopoldina zufolge geschlossen werden und die Weihnachtsferien in den Bildungseinrichtungen bis zum 10. Januar verlängert werden.

Es wird empfohlen, im engsten Kontaktkreis vorher zu vereinbaren, wie man sich gegenseitig beim Treffen schützt – etwa durch Masken, Abstandsregeln oder eine mehrtägige Quarantäne vor dem Besuch. „Antigen-Schnelltests alleine sind keine hinreichende Absicherung für die Feiertage. Sie bilden nur eine Momentaufnahme der Viruslast der getesteten Person“, betonen die Wissenschaftler.

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Langfristige Strategie im Umgang mit der Pandemie?

Ab dem 10. Januar im neuen Jahr soll dann bundesweit das Tragen von Alltagsmasken im Unterricht für alle Jahrgangsstufen verpflichtend sein. „Zudem sollten ländereinheitliche Regeln für den Wechselunterricht ab der Sekundarstufe erarbeitet werden, die ab einer bestimmten Inzidenz greifen“, empfehlen die Wissenschaftler. Wichtig sei auch, dass für die Kinder, die in der häuslichen Lernumgebung nicht lernen können, alternative Orte für die Distanzphasen angeboten werden.

Auch die Corona-Warn-App solle um mehr Funktionen mit freiwilliger Datenspende erweitert werden. „Wünschenswert wäre darüber hinaus, mittels der Lokalisierungsfunktion des Smartphones schnell die örtliche Inzidenz und die geltenden Verhaltensregeln sehen zu können“, heißt es im Schreiben. Die Gesundheitsämter sollten digital besser ausgestattet werden. Außerdem pocht die Leopoldina auf eine bessere Kommunikation der Pandemielage in Deutschland: „Das heißt insbesondere, sie für verschiedene Zielgruppen aufzubereiten und in deren Lebensrealitäten anschaulich zu verankern“, schreiben die Wissenschaftler.

RND


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