Lehrerverband: Einschränkungen bis ins nächste Schuljahr erwartet

  • Nach wochenlanger Unterbrechung nehmen die ersten Schulen heute wieder ihren Betrieb auf.
  • Auf lange Sicht werde es keinen normalen Schulalltag geben, sagt einz-Peter Meidinger
  • Der deutsche Lehrerverband fordert einen ausreichenden Infektionsschutz für die Schüler.
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Berlin. Auch wenn der Schulbetrieb in Deutschland vorsichtig wieder anläuft - der Deutsche Lehrerverband rechnet auf lange Sicht nicht mit normalen Verhältnissen. "Wenn Schätzungen der Gesundheitsexperten richtig sind, dass es noch ein Jahr dauern könnte, dann müssen wir uns auch mindestens ein Jahr an den Schulen auf erhebliche Einschränkungen einstellen, also weit bis ins nächste Schuljahr hinein", sagte Verbandspräsident Heinz-Peter Meidinger am Montag im "Bild"-Talk "Die richtigen Fragen".

Home Schooling wird weitergehen

Wenn in den nächsten Wochen mehr Schüler zurückkehrten, müsse man halbierten Unterricht machen, vielleicht sogar weniger, sagte Meidinger. "Dann muss Homeschooling noch über viele Wochen und Monate begleitend stattfinden." In verschiedenen Landesministerien werde nicht damit gerechnet, dass noch in diesem Schuljahr alle Schüler zurückkehrten und dass es im nächsten Schuljahr mit halbiertem Unterricht weitergehe.

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Der Lehrerverbandspräsident forderte ein Konzept zur Förderung von Schülern, die nicht im “Homeschooling” erreicht werden, damit diese nicht abgehängt würden. Auch über Kürzungen in den Lehrplänen muss seiner Ansicht nach gesprochen werden.

Infektionsschutz-Maßnahmen in den Schulen erhöhen

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In Berlin und Brandenburg beginnt an diesem Montag das Abitur. In Sachsen kehren Abschlussklassen zur Prüfungsvorbereitung in die Schulen zurück. In anderen Ländern geschieht dies einige Tage später, mancherorts auch erst im Mai. Bund und Länder hatten vereinbart, vom 4. Mai an die Schulen schrittweise auch für Nicht-Abschlussklassen wieder zu öffnen.

In Hessen und Rheinland-Pfalz habe es auch während der Schließungen im März Abiturprüfungen gegeben. “Nicht nur hessische und rheinland-pfälzische Abiturienten sollten die Chance bekommen, ein volles Abitur mit Abschlussprüfungen abzulegen, sondern alle in der ganzen Bundesrepublik, unabhängig davon, aus welchem Bundesland sie kommen.”

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Lin-Klitzing forderte einen umfassenden Arbeits- und Infektionsschutz für Schüler und Lehrer. Dazu gehöre, "dass an zentralen Stellen im Schulgebäude Desinfektionsmittel bereit gestellt werden und professionelle Reinigungen der Räume und der Tische vorab und regelmäßig wiederkehrend vorgenommen werden".

Sorgen begegne man am besten mit konkreten Vorkehrungen, um sicherzustellen, dass niemand gefährdet werde. "Die aktuelle Situation ist für uns alle neu. Wir müssen lernen, mit dem Corona-Virus zu leben", sagte Lin-Klitzing. Im Internet hatten in den vergangenen Tagen Nutzer unter dem Hashtag "Schulboykott" ihre Sorgen deutlich gemacht.

RND/dpa

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