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Lebensberater zu Lockdownmaßnahmen: Immer mehr Menschen fühlen sich deprimiert

  • Die alltäglichen Einschränkungen durch die Corona-Pandemie lassen kaum jemanden unberührt.
  • Bestehende Probleme verstärken sich vielerorts.
  • Hinzu kommt die kalte, dunkle Jahreszeit, die eine zusätzliche psychische Belastung darstelle, warnen Experten.
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Hannover. Aus Sicht des Lebensberaters Rainer Bugdahn empfindet eine wachsende Zahl von Menschen ihre Lebenssituation in der fortdauernden Corona-Krise als bedrückend. „Ich nehme seit Beginn des Lockdowns im Dezember eine Art depressive Verstimmtheit wahr, bei unseren Klienten, aber auch bei uns im Team“, sagte der Theologe und Leiter der Hauptstelle für Lebensberatung der Landeskirche Hannovers. Angesichts der nicht enden wollenden Beschränkungen nehme die Resignation zu. Viele Menschen fühlten sich eingesperrt. Die kalte Jahreszeit sei eine zusätzliche psychische Belastung.

Einzelne könnten der Pandemiesituation zwar Positives abgewinnen: Durch den Wegfall vieler Freizeittermine und das Homeoffice habe mancher mehr Zeit und finde neue Muße - etwa um die Wohnung zu verschönern, die Natur vor der Haustür zu entdecken oder ein Buch zu lesen. Für die meisten überwiege aber die Mehrbelastung.

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Corona führt zur Häufung der Probleme

Auch in seiner täglichen Arbeit nehme er deutliche Veränderungen wahr, sagte Bugdahn: „Die Paarberatung führen wir seit längerem auch digital durch. Es ist jedes Mal ein sehr langes Warm-up nötig, damit ein Gefühl der Vertrautheit entstehen kann. In Präsenz ist das natürlich viel schneller da.“

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Zwar käme kaum jemand wegen explizit Corona-bedingter Probleme zur Lebensberatung. Die Themen seien die gleichen wie vor der Pandemie: Trennung, Jobverlust, psychische Krisen. Corona führe in vielen Fällen aber zu einer Häufung der Probleme. So habe er einen Klienten aus der Gastronomie, der zeitgleich mit einer Trennungssituation und einem Jobverlust konfrontiert sei. Eltern, die mit ihrem Kind wegen Hyperaktivität schon länger in die Erziehungsberatung kämen, berichteten, dass sie sich in ihrer Wohnung wie zusammengepfercht fühlten und ihr Kind zu Hause nicht mehr in den Griff bekämen.

“Bewusste Psychohygiene” zur Entlastung der Seele

„Auch wenn es nicht jeden so hart trifft, lässt die Situation niemanden unberührt“, betonte Bugdahn. Aus seiner Sicht könne „bewusste Psychohygiene“, etwa durch Konzentrationsübungen wie autogenes Training, Abhilfe schaffen. Das Ziel müsse eine Haltung der Gelassenheit sein. „Gelassenheit kommt von ‘lassen’. Lassen Sie davon ab, gegen eine Situation anzukämpfen, die Sie nicht ändern können. Setzen Sie sich nicht unter Druck und nehmen Sie die Dinge an“, empfiehlt der Lebensberater. Auch wenn das die Probleme nicht löse, könnten solche Übungen die Seele doch entlasten.

RND/epd

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