Lange Schlangen vor Impfzentren: Große Nachfrage nach Astrazeneca

  • Nach dem Hin und Her um den Impfstoff von Astrazeneca waren die Sorgen groß.
  • Das Vakzin lief Gefahr, von vielen Menschen verschmäht zu werden.
  • Beispiele aus einigen Bundesländern zeigen, dass das Gegenteil der Fall sein dürfte.
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Hannover/Rostock. Die Sorge war groß, als die Nachricht über den eingeschränkten Einsatz für den Impfstoff von Astrazeneca kam. Bund und Länder hatten vor einer Woche nach einer Empfehlung der Ständigen Impfkommission (Stiko) beschlossen, das Vakzin in der Regel nur noch für Menschen ab 60 Jahre einzusetzen. Es war die vorerst letzte Wendung in der Geschichte des vielbesprochenen Impfstoffs. Würde das Mittel von Astrazeneca nur noch vereinzelt Abnehmer finden und damit zum Ladenhüter werden?

Erfahrungen aus den Bundesländern vom Osterwochenende zeigen: Das Gegenteil ist der Fall. Bei einer Impfaktion in Wismar kamen am Osterwochende Hunderte Impfwillige mehr als ursprünglich erwartet zu Zusatzimpftagen. Dabei konnten sich Menschen über 60 auch ohne vorherige Terminanmeldung mit Astrazeneca impfen lassen. Bereits früh am Morgen hatte sich eine lange Schlange vor dem Impfzentrum gebildet, am Abend war der Andrang noch immer so groß, dass die Aktion sogar um zwei Stunden verlängert wurde. Ein Wiederholungstermin steht bereits fest, wie Kreissprecher Christoph Wohlleben am Dienstag sagte - es ist der 17. April.

Impftermine mit Astrazeneca schnell ausgebucht

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Auch in Waren und Neubrandenburg konnten sich am Karsamstag Einwohner ohne Termin impfen lassen. Es bildeten sich ebenfalls lange Schlangen. Mit Andrang wird auch im Kreis Vorpommern-Greifswald gerechnet, dieser hat für den 10. April zu Zusatzimpftagen ohne Termin in den Zentren in Greifswald und Pasewalk aufgerufen.

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Doch nicht nur im Norden war die Nachfrage nach dem Vakzin bei über 60-Jährigen hoch. In Berlin ist Astrazeneca ebenfalls kein Ladenhüter. Im Gegenteil: Aufgrund großer Nachfrage haben Menschen zwischen 60 und 70 nun länger die Möglichkeit, im Impfzentren Tempelhof eine Impfung mit dem Vakzin zu buchen. Dort stünden nunmehr statt bis 11. April Termine bis zum 18. April zur Verfügung, teilte die Gesundheitsverwaltung am Dienstag mit.

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Großer Andrang auf Vakzin in NRW

In Nordrhein-Westfalen hatte es bereits am Wochenende einen riesigen Ansturm auf Impftermine mit Astrazeneca gegeben. Bereits Sonntagmittag waren sie in vielen Kreisen und Städten wie Köln, Heinsberg, Mettmann, Oberhausen, Düren, Bielefeld, Recklinghausen, Münster, Coesfeld und Gütersloh ausgebucht. Am Karsamstag und am Ostersonntag seien insgesamt 369.658 Termine im Buchungssystem vergeben worden, teilte das Gesundheitsministerium mit. Die übrigen 80.342 Termine mit Astrazeneca würden über kommunale Strukturen oder Hausärzte an über 60-Jährige vergeben.

Im niedersächsischen Göttingen können sich ab Mittwoch alle Stadtbewohner, die älter als 60 Jahre sind, für eine Impfung mit dem Vakzin anmelden. Allerdings ist hier nur mit einem täglichen Überschuss von etwa zehn Dosen pro Tag zu rechnen.

RND/sag

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