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Tipps zur Selbstfürsorge

Krieg in der Ukraine: Wie gelingt das Abschalten in Krisenzeiten?

Informiert zu sein, ist gut. Doch das Zuviel an News lässt dem Körper keine Ruhepause – und kann am Ende krank machen.

Berlin.Es wirkt paradox: Auf dem Handy erscheint eine schlechte Nachricht nach der anderen – und trotzdem scrollen wir weiter. Doomscrolling heißt dieses verbreitete Phänomen, dass vor allem seit dem Krieg in der Ukraine zu konkreten Überlebensängsten führen kann.

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Die Sorge, welche Ausmaße die kriegerischen Auseinandersetzungen im Osten Europas noch annehmen können, raubt vielen Menschen den Schlaf. Aber genau der ist jetzt wichtig, um Ruhe zu finden, die Ereignisse des Tages zu verarbeiten – und auch, um das Immunsystem nicht zu schwächen.

Menschen flüchten, Kinder weinen im Luftschutzbunker, Atomkraftwerke werden attackiert: Informiert zu sein, ist gut. Doch das Zuviel an News lässt dem Körper keine Ruhepause – und kann am Ende krank machen. Was also hilft gegen die Bilder, die das Abschalten unmöglich machen und die einem auch nachts nicht aus dem Kopf gehen?

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Der Psychologe, Medienexperte und Autor René Träder rät zur Medienkontrolle und hat fünf Tipps.

1. Auf Twitter verzichten

„Twitter ist vor allem in Kriegszeiten eine Katastrophe. Hier gibt es keine neutralen Informationen, dafür um so mehr ungefilterte Meinungen und hochemotionale Kommentare.“ Träder vergleicht den Dienst mit schlechter geistiger Nahrung, die unsere Psyche belastet. „Ohne einen wirklichen Erkenntnisgewinn!“

2. Gezielt informieren

„Man sollte sich nicht jedes Info-Häppchen über den Tag verteilt holen. Ein- bis zweimal am Tag reicht aus, um sich einen Überblick über die wichtigsten Ereignisse zu verschaffen“, rät Träder. „Am besten morgens und abends – aber nicht zu spät.“ Irgendwann müsse Feierabend sein mit den Handy-News und Fernsehsendungen zum Thema Krieg, „damit man die Bilder nicht mit ins Bett nimmt“.

Im Luftschutzbunker in Kiew: Amelia singt Disney-Lied über Freiheit und Akzeptanz

Das Video der kleinen Amelia, die anscheinend in einem Luftschutzbunker in Kiew über Freiheit und Akzeptanz singt, ging um die Welt.

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3. Emotionale Nähe bewusst machen

Wer trotzdem nicht zur Ruhe kommt und keinen gesunden Schlaf findet, sollte nach den Gründen fragen, empfiehlt der Fachmann. „Vielleicht spielen eigene Gewalterfahrungen dabei ein unbewusste Rolle.“ Helfen könne auch, wenn man seine Angst in konstruktives Handeln umwandelt. Indem man beispielsweise demonstriert oder spendet.

4. Achtsam sein

“Wichtig bleibt, trotz der schrecklichen Nachrichten und Bilder, dass man sich Momente der Freude schafft“, sagt Träder. „Das heißt auch, dankbar für die vielen guten und schönen Dinge im Alltag zu sein und sich immer wieder auf das Hier und Jetzt zu besinnen, statt ausschließlich auf Zukunftsängste ausgerichtet zu sein.“ Selbstfürsorge, ohne schlechtes Gewissen: „Dann nur so lässt sich das psychische Immunsystem schützen und aufbauen.“

5. Hilfe suchen

„Wer dauerhaft das Gefühl hat, mit der Situation überfordert zu sein, sollte sich Hilfe holen“, rät der Experte. Zum Beispiel übers Sorgentelefon oder einen Krisendienst. So bietet Krisenchat Jugendlichen psychologische Hilfe im Chat an.

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