Krebs-Bekämpfung: EU-Kommission kündigt “entschiedene Maßnahmen” an

  • Eine bessere Koordinierung in der EU soll den Kampf gegen den Krebs voranbringen.
  • Patienten müsse man die bestmögliche Versorgung zukommen lassen.
  • Viele Krebserkrankungen könnten durch den Verzicht auf riskante Angewohnheiten, wie etwa Rauchen, vermieden werden.
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Berlin. Die EU-Kommission hat "entschiedene Maßnahmen" zur Bekämpfung von Krebserkrankungen angekündigt. "Wir wissen, dass vier von zehn Krebserkrankungen vermeidbar sind", sagte die zuständige EU-Gesundheitskommissarin Stella Kyriakides der Tageszeitung "Die Welt" anlässlich des Weltkrebstages am Dienstag.

Den Betroffenen müsse man die bestmögliche Versorgung zukommen lassen. Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) rechnet mit einem Anstieg der Krebserkrankungen um 60 Prozent in den kommenden zwei Jahrzehnten.

Effektive Prävention und bestmögliche Versorgung

"Wir wollen unser Versprechen einlösen, eine Strategie zu entwickeln, die effektivere Präventionsmethoden sicherstellt", sagte Kyriakides. Der wichtige erste Schritt auf diesem Weg sei eine europaweite Konsultation, um das aussichtsreiche Vorgehen zu identifizieren. Dafür sollen Patienten, Ärzte und Pfleger, Forscher, die Industrie, öffentliche Stellen und die Öffentlichkeit ihre Expertise und Erfahrung einbringen.

Außerdem müsse es darum gehen, Betroffenen die bestmögliche Versorgung zukommen zu lassen. "Unsere Strategie wird sicherstellen, dass Patienten so viel Unterstützung wie möglich erhalten, von der Diagnose bis zur Behandlung und Langfristpflege. Das betrifft auch die Lebensqualität für Krebsüberlebende", sagte die EU-Gesundheitskommissarin.

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Krebs-Bekämpfung: Schwierig in ärmeren Ländern

Im Jahr 2018 starben nach WHO-Angaben 9,6 Millionen Menschen an Krebs. Vor allem in den armen Ländern sei eine erhebliche Ausweitung der Krebserkrankungen zu erwarten, erklärte WHO-Generaldirektor Tedros Adhanom Ghebreyesus in Genf.

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Diese Staaten konzentrierten ihre beschränkten Mittel auf die Bekämpfung infektiöser Krankheiten wie Malaria und die Verbesserung der Mütter- und Kindergesundheit, so blieben nicht viele Ressourcen für den Kampf gegen Krebs. Weniger als 15 Prozent dieser Länder, etwa in Afrika oder Südasien, verfügten über die nötige medizinische Infrastruktur, um Krebspatienten zu behandeln.

Ein Viertel aller Krebs-Todesfälle durch Rauchen

Dagegen können mehr als 90 Prozent der reichen Staaten eine Behandlung für Menschen mit Krebs anbieten, wie es weiter hieß. Die WHO betonte, dass viele Krebserkrankungen durch Änderungen des Lebensstils und riskanter Angewohnheiten vermieden werden könnten. So sei das Rauchen die Ursache von einem Viertel aller Krebs-Todesfälle. Zudem empfahl die Weltgesundheitsorganisation regelmäßige Vorsorgeuntersuchungen.

Im Jahr 2018 lebten den Angaben zufolge 18,1 Millionen Menschen mit einem Tumor oder einer anderen Krebsform. Die häufigste Form sei der Lungenkrebs gewesen, gefolgt vom weiblichen Brustkrebs und dem Darmkrebs.

RND/epd

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