Krankmacher Stress: Pausen helfen beim Abschalten

  • Vor allem die 30- bis 40-Jährigen leiden unter enormem Stress in Beruf und Familie.
  • Mit negativen Folgen wie körperlichen Beschwerden, psychischer Belastung und steigendem Medikamentenkonsum.
  • Dagegen helfen Pausen und Auszeiten, empfiehlt Professor Ingo Froböse.
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Hier noch schnell eine Aufgabe erledigen und dort noch kurz einspringen, bevor der nächste Termin ansteht: Egal ob im Beruf oder im Alltagsleben, Stresssituationen kennen wir wohl alle. Dauern solche psychischen Belastungen an, kann uns das krank machen.

Und wer krank wird und weiter „funktionieren“ will, greift oft zu Medikamenten. Wie können Sie diesen Teufelskreis durchbrechen und es schaffen, Ihrem Körper die nötigen Erholungspausen zu verschaffen?

Professor Ingo Froböse ist Leiter des Zentrums für Gesundheit durch Sport und Bewegung der Deutschen Sporthochschule Köln. © Quelle: Ina Fassbender/dpa
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Unser Leben ist meist minutiös durchgetaktet. Job, Familie, Sport, Freunde, Hobbys – alles unter einen Hut zu bekommen ist oft nicht einfach. Laut einer Studie der Techniker Krankenkasse aus dem Jahr 2016 gaben mehr als 60 Prozent der Deutschen an, sich häufig oder regelmäßig gestresst zu fühlen.

Karriere und Kinder sind Stressfaktoren

Besonders anfällig für Stress ist die Gruppe der 30- bis 40-Jährigen. Kein Wunder, müssen sie sich neben der Karriere oft um die eigenen Kinder und nicht selten schon um pflegebedürftige Eltern kümmern. Aber nicht nur junge Eltern und Workaholics haben mit Stress zu kämpfen. Über alle Altersgruppen hinweg gaben die meisten Befragten der TK-Studie an, dass ihr Leben in den letzten drei Jahren deutlich stressiger geworden sei.

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Stress wirkt sich auf die Gesundheit aus

Doch was macht der andauernde Stress eigentlich mit uns? Die Folgen von chronischem Stress sind sehr vielfältig und wirken sich nachhaltig auf unsere Gesundheit aus. Auf körperlicher Ebene sind neben Rücken und Immunsystem oft auch Verdauung, Haut und Herz-Kreislauf-System betroffen. Auf psychischer Ebene entwickeln sich im schlimmsten Fall Depressionen oder Burn-out. Grund dafür ist der ständige Überfluss von Stresshormonen, besonders von Kortisol. Das beeinflusst unseren gesamten Stoffwechsel und bringt unseren Organismus aus dem Gleichgewicht.

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Unser Körper lebt nur noch von seinen Kraftstoffreserven. Wer unter den Stresssymptomen leidet, greift, ohne das Problem bei der Wurzel zu packen, schnell zu Tabletten. Wer ständig Kopf- oder Rückenschmerzen hat, ist auf Schmerztabletten angewiesen, um den eigenen Alltag zu bewältigen. Wer durch den Dauerstress an Bluthochdruck leidet, dem werden schnell Betablocker verschrieben. Doch Vorsicht: Diese Medikamente bekämpfen nur die Symptome, an der Ursache ändern sie nichts. Und nicht selten entwickelt sich eine Abhängigkeit.

Abschalten lohnt sich!

Wer also nachhaltig etwas für seine Gesundheit tun will, dem hilft eine Pause zum richtigen Zeitpunkt oft mehr als so manche Tablette. Unser Körper braucht regelmäßig Zeit zur Regeneration und auch unser Kopf benötigt hin und wieder eine Pause vom Alltagsstress. Solche Erholungsphasen sollten konkret geplant werden und Teil der Alltagsroutine sein. Schon kurze Pausen im Tagesverlauf können Ihnen auf Dauer viel Kraft schenken. So sollten Sie – egal ob Sie körperlich arbeiten oder am Schreibtisch sitzen – alle 90 Minuten eine kurze Pause einlegen.

Feierabende und Wochenenden sind unsere größeren Alltagspausen und für unsere Regeneration am wichtigsten. Was hier am besten hilft, abzuschalten, ist immer individuell. Wer den ganzen Tag im Büro saß, kann vielleicht am besten bei einer Runde Sport abschalten. Nach anstrengender körperlicher Arbeit freut man sich wohl eher über einen Abend auf der Couch. Ganz gleich für welche Methode Sie sich dann entscheiden – Ihr Körper wird es Ihnen danken!

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