Kinderarzt: „Wäre besser gewesen, die Empfehlung der Stiko abzuwarten“

  • Die Gesundheitsministerkonferenz hat am Montag ein flächendeckendes Angebot von Corona-Impfungen für Mädchen und Jungen zwischen zwölf und 17 Jahren beschlossen.
  • Die Ständige Impfkommission hat dagegen noch keine allgemeine Impfempfehlung ausgesprochen.
  • „Wir sind gut beraten, auf die Stiko zu hören“, sagt der Generalsekretär der Deutschen Gesellschaft für Kinder- und Jugendmedizin.
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Die Gesundheitsministerinnen und -minister von Bund und Ländern wollen allen Kindern und Jugendlichen ab zwölf Jahren ein Corona-Impfangebot unterbreiten. Und das, obwohl die Ständige Impfkommission (Stiko) bislang keine allgemeine Impfempfehlung ausgesprochen hat. Burkhard Rodeck, Generalsekretär der Deutschen Gesellschaft für Kinder- und Jugendmedizin, befürwortet die Vorgehensweise der Stiko.

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Im Interview mit dem RedaktionsNetzwerk Deutschland (RND) sagte er, gerade bei Impfungen sei „es notwendig, dass Nutzen und Risiken sehr sorgfältig abgewogen werden“. Kinder und Jugendliche erkrankten – wenn überhaupt – nur sehr leicht und auch zu Long Covid seien noch viele Fragen offen. „Auf der anderen Seite gibt es auch noch offene Fragen zum Risikoprofil der Impfung bei Kindern. Das heißt, wir wissen noch gar nicht, ob der Nutzen oder die Risiken überwiegen“, sagte Rodeck. Man sei daher gut beraten, auf die Stiko zu hören. Es wäre besser gewesen, die Empfehlung des Gremiums abzuwarten, so Rodeck.

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Er rechne damit, dass man in den kommenden Wochen Ergebnisse der Prüfung der Stiko sehen werde, sagte Rodeck im RND-Interview. „Ich persönlich glaube, dass die Impfkomplikationen auch bei den Kindern überschaubar sein werden, sodass eine allgemeine Impfempfehlung in den kommenden Wochen ausgesprochen werden könnte.“

RND/lb/asu

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